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12.01.2012 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Detroit: Toyota NS4 als Vorbote einer zukünftigen Generation von Plug-in-Hybriden

Autor:
Gernot Goppelt
2:30 Min. Lesedauer

Toyota hat auf der Detroit Motor Show den das Konzept-Hybridfahrzeug NS4 vorgestellt. Es soll illustrieren, wie sich Toyota ein zukünftiges Plug-in-Hybridfahrzeug vorstellt. Laut Toyota lautete die Aufgabe an die Ingenieure, ein neues Mittelklassefahrzeug zu entwickeln, das 2015 in den Markt eingeführt werden kann - soll wohl heißen, dass der NS4 zumindest ein Vorbote eines Serienmodells ist.

Herausgekommen sei dabei ein Konzeptfahrzeug mit einem "eigenständigen Hybridsystem", das sich von dem Antrieb unterscheidet, welcher in der Prius-Familie eingesetzt wird. Das Antriebssystem sei kleiner und leichter als bisherige Lösungen, zudem effizienter und es biete bessere Beschleunigungswerte. Außerdem könne der NS4 bei verringerter Ladezeit länger im rein elektrischen Modus fahren als alle bisherigen Modelle. Worin die technische Unterschiede zum leistungsverzweigten Hybridantrieb des Prius besteht, konnte Toyota auf Nachfrage leider nicht näher erläutern.

Der zweite wichtige Aspekt bei der Entwicklung des NS4 ergibt sich aus der zunehmenden Bedeutung der vernetzten Kommunikation im Auto und der daraus resultierenden Ausstattung. Der traditionelle Entwicklungszyklus eines Autos, schreibt Toyota, beträgt vier Jahre - die Produktzyklen von Geräten des "digitalen Zeitalters" sind bekanntlich erheblich kürzer. Autos werden laut Toyota immer mehr zu Kommunikationszentren im Leben ihrer Besitzer, sodass auch die Autobauer in ihren Produkten stets die neuesten Technologien anbieten müssen. "ConnectedVehicles" sind demnach die am drittschnellsten wachsende technische Produktgruppe nach Smartphones und Tablet-PCs. Toyota ist daher Allianzen mit Unternehmen wie Microsoft, Intel und Salesforce eingegangen.

Das HMI (human-machineinterace) des NS4 ist um eine Touchscreen angeordnet, die an ein Smartphone erinnert. Eine einfache und intuitive Bedienbarkeit soll dafür sorgen, dass Informationen schnell weitergeleitet und der Benutzer nicht abgelenkt wird. Die Bedienung unterschiedlicher Multimedia-, Kommunikations- und Fahrzeugfunktionen ist hier zusammengefasst. Das System soll zudem dazu in der Lage sein, das Fahr- und Bedienverhalten des Fahrers zu "erlernen", um auf dieses Wissen in bestimmte Situationen zurückgreifen zu können. Dies bedeutet wohl, dass das HMI in sinnvollen Grenzen sich eigenständig auf die Bedürfnisse des Fahrers einstellen kann.

Der NS4 bietet zudem eine Reihe moderner Assistenzsystem wie das Pre-Crash-Safety-System PCS, einen automatischen Fernlichtassistenten oder einen Tot-Winkel-Assistent, wobei die äußeren Rückspiegel durch Kameras ersetzt werden, die dem Fahrer eine "hervorragende" Übersicht bieten. Interessanter, weil in dieser Konsequenz neu, ist das Glas, welches für Front- und Heckscheibe sowie die Fronttüren verwendet wird. Es ist fluorbeschichtet, was ein leichteres Abperlen von Wassertropfen bewirken soll. Eine Harzbeschichtung soll das Beschlagen verhindern. Eine UV-absorbierende Schicht soll 99 Prozent der UVA- und UVB-Strahlung abweisen. Und schließlich soll eine "Anti-Solar-Beschichtung mit Radiowellen-Transparenz" die Temperatur in Fahrzeuginneren reduzieren - ohne dabei die Funktionen elektronischer Geräte an Bord zu beeinträchtigen.

US-Sales-Präsident Jim Lentz sieht Toyota wegen seiner Erfahrung mit Hybridantrieben auch bei der Digitalisierung vorne: "Der anhaltende Erfolg unserer Hybridfahrzeuge liefert einen guten Nährboden für die Akzeptanz zukünftiger Technologien". Die spannendste Frage beantwortet aber auch Lentz nicht: Ist das "Hybrid Synergy Drive plug-insystem" nur ein verbesserter leistungsverzweigter Hybridantrieb, oder geht Toyota zukünftig neue technische Wege?

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