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Über dieses Buch

Der Band beschäftigt sich mit der Verschärfung des politischen Diskurses zwischen Ost und West, die vielfach in den westlichen Medien kritisierte Renationalisierung der osteuropäischen Gesellschaften, ihr „neo-konservativer“ Trend, der sich auch und gerade in den Medien spiegelt. Russland ist dafür das klassische, vielzitierte Beispiel, aber auch Serbien, Polen oder Ungarn haben hier in jüngster Zeit aufgeschlossen. Wie sich dies entwickelt hat, die politischen Prämissen und Hintergründe, der Einfluss, der auf die Redaktionspolitik ausgeübt wird, wie osteuropäische Medien die westliche Kritik empfinden und interpretieren, wird hier beschrieben und analysiert. Ist der Wandel der Berichterstattung und Kommentierung in den osteuropäischen Medien, der auch im Westen Widerhall findet, Indiz für größere politische und gesellschaftliche Umbrüche in Europa?

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Die Glaubwürdigkeitskrise der Medien

Im Jahr 2014, auf dem Höhepunkt der Ukrainekrise, meinten Kommentatoren deutscher und englischsprachiger Tageszeitungen, die Welt stünde am Rande eines neuen Weltkriegs. Die politischen Entwicklungen, vor allem das Vorgehen Russlands gegenüber der Ukraine, würden bedenklich an das erinnern, was sich am Vorabend des Ersten Weltkriegs abgespielt hatte. Wenn nun der Westen reagieren würde, wäre das auf die Provokationen, die völkerrechtswidrigen Handlungen Moskaus zurückzuführen. Andere gaben jedoch zu bedenken, dass die politischen Entwicklungen das eine, die Verschärfung des politischen, zumal des medialen Diskurses viel eher an das gemahnen würde, was schließlich in das Völkerschlachten des ‚Großen Krieges‘ mündete.

Marc Stegherr

Kapitel 2. Meinungsfreiheit zwischen Hate Speech und Fake News

Auf rechter bzw. rechtspopulistischer Seite wird die These vertreten, der Raum des Sagbaren werde immer kleiner, der Verstoß gegen politisch korrekte Tabus werde mit Ausschluss aus dem Diskurs geahndet. Die Debatte über die ‚Lügenmedien‘ auf der einen und dem sogenannten ‚hate speech‘, der Hassrede auf der anderen Seite, die in den deutschen Medien in jüngster Zeit eine immer leidenschaftlichere Form annahm, offenbart einerseits die Verschärfung des öffentlichen Diskurses, der sich vor allem an den Themen Islam und Zuwanderung, aber auch an der Russland-Politik entzündete, andererseits wurde die Debatte als Indiz gedeutet, dass viele Bürger die Medienberichterstattung mit ihren eigenen Erfahrungen nicht mehr in Übereinstimmung zu bringen vermögen.

Marc Stegherr

Kapitel 3. Die nationalkonservative Wende in Mittelosteuropa und die Medien

Die politische Renationalisierung bzw. Radikalisierung in Westeuropa und besonders auch in Ostmitteleuropa, deren Auswirkung auf die Medien und der Einfluss russischer Stellen und Auslandsmedien auf die politische Atmosphäre wird in Brüssel mit zunehmender Besorgnis verfolgt. Die polnische Regierung der nationalkonservativen Partei „Recht und Gerechtigkeit“ (PiS) folgte mit ihrem Mediengesetz, das der Regierung die Entscheidungsgewalt über Führungsposten in den öffentlich-rechtlichen Medien verlieh, dem, was Ungarns Regierungschef Viktor Orbán bereits vorgemacht hatte.

Marc Stegherr

Kapitel 4. Die Medien Südosteuropas und der Westen

Die Funke-Mediengruppe, die früher zur Westdeutschen Allgemeinen Zeitung (WAZ) gehörte, verkaufte ihre zahlreichen bulgarischen Zeitungen 2010 an bulgarische Unternehmer, deren Vermögen einerseits aus dubiosen Quellen stammt, und die andererseits oft keine Erfahrung im Mediengeschäft haben. Da das Interesse am wirtschaftlichen Erfolg das an der journalistischen Qualität bei weitem überwiegt, nehmen die neuen Eigentümer und Geschäftsführer oft Einfluss auf die Inhalte.

Marc Stegherr

Kapitel 5. Die Medien Osteuropas im Schatten Russlands

Dies gelte, so der Tenor vieler aktueller Artikel russischer Zeitungen, auch für das Baltikum. Der Westen sei bereit, den baltischen Nationalismus, die Intoleranz gegenüber der russischen Minderheit und selbst Demonstrationen baltischer Veteranen des Zweiten Weltkriegs zu dulden, die mit NS-Deutschland kollaborierten, solange sich diese Staaten loyal verhalten.

Marc Stegherr

Kapitel 6. Die ‚Demokratur‘ Putins und die russischen Medien

Was in den Medien als Stones neueste Verschwörungstheorie beschrieben und verworfen wurde, tauchte in den Debatten über den Ukraine-Konflikt, in den deutschen, französischen oder britischen Medien in den Online-Kommentarspalten, in Blogs und in den sozialen Medien auf und provozierte unter anderem jenen ausufernden Streit über den Einfluss russischer Trolle. Die offizielle Berichterstattung, so der Einwand vieler Online-Kommentatoren, leide an dem, was Stone wie Moreira als falsches Narrativ zu widerlegen versuchten, an der Überzeugung, dass die russische Seite generell im Unrecht sei und der Westen unbezweifelbar auf der richtigen, gerechten Seite stünde.

Marc Stegherr

Kapitel 7. „Fake News“: Der Medienkrieg in der Diskussion

Die Berichterstattung russischer Medien über die Europäische Union, die Debatte über Trolle, medialen russischen Hybridkrieg und die russische Förderung europäischer Rechtspopulisten, der Streit über Maßnahmen gegen ‚Hate Speech‘ im Internet und besonders der Begriff der ‚alternativen Fakten‘, der während des Wahlkampfs von Donald Trump in Umlauf kam, all das stand bald unter der großen Überschrift der ‚Fake News‘, der gefälschten Nachrichten, die das deutlichste Zeichen seien, dass wir in ein ‚postfaktisches Zeitalter‘ eingetreten wären.

Marc Stegherr

Kapitel 8. Abschlussbetrachtung: Der neue Ost-West-Konflikt und die Medienkrise

Der stets präsente Verdacht, die ‚andere‘ Seite könne eingreifen, manipulieren, den Wahlerfolg ‚rauben‘ ist sicheres Indiz für eine schwere Krise des gesellschaftlichen und politischen Diskurses. Dass der Diskurs aggressiver, unsachlicher, verschwörerischer geworden ist, ist eine Tatsache. Enthemmt hat sich der Meinungsaustausch, der im Schutz der Anonymität oft genug die Grenzen des Anstandes überschreitet.

Marc Stegherr

Backmatter

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