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Über dieses Buch

Frederik Born vergleicht die Besteuerung von Kapitalgesellschaften in Australien und Deutschland, wobei er das australische Körperschaftsteuerrecht aus deutscher Perspektive für Wissenschaft und Praxis aufbereitet. Der Rechtsvergleich orientiert sich an Problemen, mit denen sich Gesetzgeber weltweit auseinandersetzen müssen, um ein (geschlossenes) Körperschaftsteuersystem zu erzeugen. Dem jeweiligen Kapitel stellt der Autor international diskutierte Lösungsansätze voran, bevor er das australische und deutsche Recht darstellt und in einer vergleichenden Betrachtung zusammenführt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung und Gang der Untersuchung

Unternehmen richten ihre Investitionsentscheidung auch nach dem Steuersystem eines Staates aus; andere Unternehmen werden im Zeitalter der digitalen Wirtschaft mit dem Steuerrecht eines anderen Staates konfrontiert, ohne dort physisch anwesend sein zu müssen. Aus der unternehmerischen Perspektive sind beide Male Kenntnisse des Steuerrechts der jeweiligen Jurisdiktion erforderlich, um eine unternehmerische Entscheidung treffen zu können.
Frederik Born

Geschichtliche Entwicklung des Körperschaftsteuerrechts

Die Besteuerung von Körperschaften kann nicht isoliert vom Steuersystem eines Landes betrachtet werden. Denn zum einen interagiert die Körperschaftsteuer mit der Einkommensteuer der natürlichen Person genauso wie eine Beziehung zwischen Körperschaft und Anteilseigner besteht. Zum anderen entscheidet der Steuer-Mix eines Landes über den Beitrag der Körperschaft zum Gesamtsteueraufkommen eines Landes. Dies beeinflusst die Steuerbemessungsgrundlage und den Tarif der Körperschaftsteuer. Eine starke Abhängigkeit eines Staates von Ertragsteuern verkleinert die Möglichkeiten, die Körperschaftsteuer rechtsformneutral auszugestalten. Dabei ist die Körperschaftsteuer allerdings meist nicht nur das Ergebnis von weitsichtiger Planung, sondern von nationalen Gegebenheiten und Zufällen, die sich allesamt in der Geschichte widerspiegeln.
Frederik Born

Australische Körperschaftsteuer im Kontext

Im Folgenden wird in gebotener Kürze ein Überblick über den Rechtsrahmen, in dem die Besteuerung von Körperschaften sich bewegt, gegeben, um die Einordnung des Körperschaftsteuerrechts in den Gesamtkontext zu ermöglichen und damit das Verständnis für die australische Körperschaftsteuer vorzubereiten.
Frederik Born

Persönliche Körperschaftsteuerpflicht

Die Körperschaftsteuer ist die Einkommensteuer von Körperschaften. Dies impliziert, dass ein Kreis von Steuerpflichtigen existiert, die in besonderer Weise und unterschiedlich von der natürlichen Person als Zurechnungsobjekt ihres Einkommens einer Steuer unterworfen sind. Die Existenz einer solchen Steuer, die einzelne Steuersubjekte aufgrund deren Besonderheiten als Steuerpflichtige hervorhebt, ist beinahe universal.
Frederik Born

Sachliche Körperschaftsteuerpflicht

Wie meist weltweit praktiziert, lehnt sich der Steuergegenstand der Körperschaftsteuer an jenen der Einkommensteuer an. Der Steuergegenstand der Körperschaftsteuer als Personalsteuer knüpft in Australien wie in Deutschland an das zu versteuernde Einkommen an, s 4-15(1) ITAA 1997 beziehungsweise § 7 Abs. 1 KStG. Unterschiede weisen aber sowohl der Einkommensbegriff als auch die steuerliche Gewinnermittlung auf, die es im Folgenden näher zu beleuchten gilt.
Frederik Born

Besteuerung von Gewinnausschüttungen der Körperschaft

Die Bezüge der Anteilseigner können in mannigfaltiger Gestalt daherkommen. Entscheidend für die folgenden Untersuchungen sind die Ausschüttungen von Gewinnen, die Dividenden, die vornehmlich von der Rückgewähr von Einlagen abgegrenzt werden müssen, aber auch von Aktienrückkäufen und speziellen Konstellationen, wie der Ausgabe von Gratisaktien. Unterscheidet ein Körperschaftsteuerrecht nach Ausschüttungsformen und arbeitet nicht mit einer generalklauselartigen Vorschrift, sind Regeln notwendig, die Transaktionen den einzelnen Bezügen zuordnen.
Frederik Born

Verdeckte Gewinnausschüttung

Wie wohl in den meisten Jurisdiktionen weist das Steuerrecht in Australien und Deutschland solche Regelungen auf, die die steuerliche Gewinnermittlung einer Körperschaft gewährleisten, ohne dass es zu einer Verzerrung durch solche Gesellschaftereinflüsse kommt, die durch Gewinnverlagerungen zugunsten von Gesellschaftern oder diesen gleichgestellten Personen motiviert sind.
Frederik Born

Unterkapitalisierung und Gesellschafterfremdfinanzierung

Eine allgemeine Definition des Begriffs Unterkapitalisierungsregelung („thin capitalisation rule“) zugrunde gelegt, liegt eine solche vor, wenn der gewinnmindernde Abzug von Zinsen auf Gesellschaftsebene aufgrund übermäßiger Fremdkapitalvergabe beschränkt wird. Das Präfix „unter“ impliziert bereits eine Wertung. Die unangemessene hohe Zuführung von Fremdkapital auf Kosten des Eigenkapitals erscheint unerwünscht. Dies wirft die Frage auf, worin das Schädliche einer Fremdkapitalvergabe liegt.
Frederik Born

Gruppenbesteuerung

Das Steuerrecht betrachtet entsprechend dem Trennungsprinzip die zu einem Unternehmensverbund zusammengefügten Gesellschaften grundsätzlich als selbstständig und negiert zunächst gesellschaftsrechtliche Verflechtungen und finanzielle Eingliederungen im Konzern. Vom wirtschaftlichen Standpunkt wird der Unternehmensverbund indessen als Wirtschaftseinheit betrachtet. Gewinne und Verluste fallen im Verbund als Ganzes an und sollten entsprechend besteuert werden.
Frederik Born

Fazit

Im Interesse des internationalen Rechtsdiskurs und auf der Suche nach gemeinsamen Steuerrechtsstrukturen innerhalb zweier Länder des europäischen Rechtskreises hat der Vergleich der australischen und deutschen Körperschaftsteuer gezeigt, dass beide Länder grundsätzlich dieselben Fragestellungen zu lösen haben, um eine funktionierende Ertragsteuer zu konzipieren. In Australien wie in Deutschland ist es einerseits notwendig, die Körperschaftsteuer so zu gestalten, dass die Kapitalgesellschaft sich als Alternative zu anderen Gesellschaftsformen behauptet. Andererseits hat sie Missbrauch und Steuervermeidung Rechnung zu tragen und muss das Steuersubstrat im Inland schützen.
Frederik Born

Backmatter

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