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Über dieses Buch

Die Sharing Economy boomt. Die Beitragsautoren des vorliegenden Sammelbandes untersuchen Motive, Einstellungen und Effekte dieser neuartigen digitalen Kultur des Teilens und zeigen ihre Potentiale für nachhaltiges Wirtschaften auf. Sie beleuchten innovative Onlineplattformen des Peer-to-Peer Sharing, die von sozial orientierten Initiativen bis hin zu global agierenden Vermittlungsunternehmen reichen. Sie thematisieren die disruptiven Wirkungen der neuen Geschäftsmodelle und liefern erstmals umfassende Daten zu den Umweltwirkungen der Sharing Economy. Schließlich erörtern sie die Rahmenbedingungen, die eine nachhaltige Sharing Economy fördern können.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Was Autoren wie Botsman und Rogers (2011) als „kollaborativen Konsum“ bezeichnen und in den Medien als „Sharing Economy“ kursiert, ist ein Konzept, das in der Nachhaltigkeitsforschung bereits vor über fünfzehn Jahren unter Begriffen wie „nutzungsorientierte Ökonomie“ (Stahel 1994), „neue Nutzungskonzepte“ (Hirschl et al. 2001), „ökologische Dienstleistungen“ (Behrendt et al. 1999) oder „eigentumsersetzende Dienstleistungen“ (Schrader 2001) ausführlich behandelt worden ist. Was seinerzeit jedoch als Praxisphänomen weitgehend auf Nischen beschränkt war, hat sich jüngst zu einer zweiten Generation des Sharing in Form innovativer Geschäftsmodelle herausgebildet und weiter ausdifferenziert.
Siegfried Behrendt, Gerd Scholl, Christine Henseling

Kapitel 2. Systematisierung des Peer-to-Peer Sharing

Die so genannte Sharing Economy erlebt seit einigen Jahren einen regelrechten Boom. Innovative Mietkonzepte, Tausch- und Verleihplattformen, Vermittlungsbörsen für geteilte Güternutzung und vieles andere mehr sind Ausdruck einer neuen Ökonomie des Teilens, die für einige den Übergang von „einer Kultur des Ego-Konsums zu […] einer Kultur der Zusammenarbeit“ (Dönnebrink 2014), für andere hingegen die zunehmende Kommerzialisierung privater Lebensbereiche repräsentiert (Staun 2013). Die rasante Ausbreitung dieses Phänomens hat unter anderem damit zu tun, dass unterschiedliche Konzepte unter dem gemeinsamen Dach der Sharing Economy versammelt werden – vom kommerziellen Carsharing über Second-Hand-Marktplätze bis hin zu nachbarschaftlichen Verleihinitiativen. Die Heterogenität dieser Ansätze macht eine Systematisierung schwierig, gleichzeitig umso notwendiger. Ziel der folgenden Ausführungen ist es daher, wichtige Begriffe zu klären und eine Arbeitsdefinition des Peer-to-Peer Sharing zu entwickeln.
Gerd Scholl

Kapitel 3. Plattformen des Peer-to-Peer Sharing

Wie hoch ist die Zahl der Peer-to-Peer Sharing-Plattformen in Deutschland? Wie sind die Plattformen aufgestellt und in welchen Konsumbereichen agieren sie? Diesen Fragen geht der vorliegende Beitrag nach. Auf der Grundlage einer Datenbank, in der zwischen Februar 2015 und November 2017 alle im deutschsprachigen Raum existierenden Peer-to-Peer Sharing-Plattformen erfasst wurden, gibt er einen Überblick über den Markt, seine Strukturen und die Gründungsaktivitäten in den letzten Jahren.
Christian Flick, Christine Henseling

Kapitel 4. Verbreitung, Potenziale und Zielgruppen des Peer-to-Peer Sharing

Wie die beiden vorhergehenden Kapitel gezeigt haben, hat sich die Sharing Economy, insbesondere in der Ausprägung des Teilens von privat zu privat, in den letzten Jahren rasant verbreitet. Diese Beobachtung gilt mindestens, wenn man das Gründungsgeschehen bei Online-Plattformen für Peer-to-Peer Sharing betrachtet. Doch gilt sie auch, wenn man die tatsächliche Nutzung der Plattformen zum Maßstab der Verbreitung nimmt? Wer nimmt solche innovativen Dienste bislang tatsächlich in Anspruch und wer kann sich vorstellen, dies zukünftig zu tun? Antworten auf diese Fragen sollte eine repräsentative Umfrage liefern, die im Rahmen des Forschungsprojektes PeerSharing im Mai 2016 durchgeführt wurde.
Gerd Scholl, Maike Gossen

Kapitel 5. Nutzungsmuster von Plattformen des Peer-to-Peer Sharing

Neben der Frage nach der Verbreitung und den Potenzialen des Peer-to-Peer Sharing in der Bevölkerung (siehe Kapitel 3) steht die Frage nach der aktuellen Nutzung ausgewählter Plattformen im Fokus. Aus welchen Gründen nehmen Menschen Peer-to-Peer Sharing in Anspruch? Wie werden Sharing-Dienste in unterschiedlichen Konsumbereichen genutzt und wie werden sie von ihren Nutzern wahrgenommen? Um Antworten hierauf zu finden, wurden im Forschungsprojekt neben der oben vorgestellten repräsentativen Bevölkerungserhebung Befragungen bei Nutzern von vier Peer-to-Peer Sharing-Plattformen durchgeführt. Diese sind Kleiderkreisel (eine Plattform für Kleider-Sharing), Wimdu (ein Vermittler von Apartment-Sharing), Flinc (ein Anbieter für Mitfahrgelegenheiten) und Drivy (eine Plattform für Carsharing).
Christine Henseling

Kapitel 6. Ökologische Betrachtung des Peer-to-Peer Sharing

In diesem Kapitel wird die Frage nach der ökologischen Nachhaltigkeit von Peer-to-Peer Sharing-Angeboten gestellt, die das Teilen über Plattformen im Internet vermitteln. Insbesondere wird die Annahme der allgemeinen ökologischen Nachhaltigkeit des Sharing hinterfragt. Das Nutzerverhalten wird basierend auf der tatsächlichen Nutzung der betrachteten Plattformen und mithilfe aktueller empirischer Informationen modelliert. So kann quantitativ erfasst werden, welche Umweltauswirkungen ein Konsumverhalten mit Peer-to-Peer Sharing für die Nutzer mit sich bringt und welche ökologischen Potenziale deutschlandweit bei einer verstärkten Nutzung von Sharing angenommen werden können.
Sabrina Ludmann

Kapitel 7. Entwicklungsperspektiven für die Geschäftsmodelle des Peer-to-Peer Sharing

Wie das Kapitel 3 gezeigt hat, bestehen große Nutzerpotenziale für das Peer-to- Peer Sharing. Zwar ist die derzeitige Verbreitung des privaten Güterteilens noch gering, aber ein Drittel der Bevölkerung kann sich vorstellen, diese Art der geteilten Nutzung zukünftig zu praktizieren (Scholl et al. 2017). Je nach Anwendungsbereich fällt das Entwicklungspotenzial unterschiedlich aus, besonders hoch ist es in den Bereichen Apartment-Sharing und privates Autoteilen.
Christine Henseling, Christine Hobelsberger

Kapitel 8. Herausforderungen der gesellschaftlichen Verankerung von Peer-to-Peer Sharing

Das online-gestützte Peer-to-Peer Sharing ist eine gesellschaftliche Innovation, die sich – in einigen Handlungsbereichen – aus einem Nischenphänomen in eine weitverbreitete Praxis entwickeln konnte. Dabei handelt es sich nicht nur um die Einführung einer neuen Technologie, sondern um weitreichende institutionelle Veränderungen, die Überwindung tradierter Verhaltensnormen zum Umgang mit privatem Eigentum, den Wandel persönlicher Nutzungsgewohnheiten und von emotionalen Bindungen an bestimmte Güter, ebenso wie häufig um eine faktische Aushebelung von Steuerbestimmungen und branchenspezifischen Auflagen. Als soziale Praxis tritt das online-gestützte Peer-to-Peer Sharing in die Interaktion mit etablierten Praktiken und Strukturen, wobei es zu Dynamiken der Verdrängung, aber auch zur gegenseitigen Verstärkung oder zu einem Nebeneinander alter und neuer Praktiken kommen kann.
Jan Peuckert, Maike Gossen

Kapitel 9. Zukunftsszenarien des Peer-to-Peer Sharing

Wie wird sich die Sharing Economy zukünftig entwickeln? Da es sich beim Peer-to-Peer Sharing um neue Nutzungskonzepte und Geschäftsmodelle handelt, sind Trendextrapolationen nur bedingt möglich. Die Marktdynamik der letzten Jahre lässt sich nicht einfach fortsetzen. Nach der Gründungswelle lässt sich eine Wachstumsphase und eine Konsolidierung des Peer-to-Peer Sharing-Marktes beobachten, die sich in organisatorischen Anpassungen und Umstrukturierungen der Geschäftsmodelle äußert, teilweise finden Fusionen mehrerer Plattformen statt. Die jungen und erst entstehenden Märkte des Peer-to-Peer Sharing sind von hohen Unsicherheiten und schnellen Veränderungen geprägt. Für die zukünftige Entwicklung des Peer-to-Peer Sharing spielen verschiedene Schlüsselfaktoren, ihre Ausprägungen und Wechselwirkungen eine zentrale Rolle.
Siegfried Behrendt, Christine Henseling

Kapitel 10. Nachhaltige Governance des Peer-to-Peer Sharing

Welche politischen Rahmenbedingungen braucht es, um Nachhaltigkeitspotenziale des Peer-to-Peer Sharing zu stärken? Um diese Frage zu beantworten, fasst das Kapitel die wesentlichen Nachhaltigkeitspotenziale des privaten Teilens zusammen, diskutiert staatliche und anderweitige Steuerungsmöglichkeiten und veranschaulicht deren Vor- und Nachteile anhand konkreter Fallbeispiele aus den Bereichen Mobilität und Wohnen. Übergeordnetes Ziel ist es, eine Typologie unterschiedlicher Governance-Ansätze in der Sharing Economy zu entwickeln und diese in Verbindung zu den Nachhaltigkeitspotenzialen zu setzen.
Jan Peuckert, Jonas Pentzien

Kapitel 11. Mit Sharing nachhaltiger Wirtschaften?!

Welchen Beitrag leistet Peer-to-Peer Sharing zum nachhaltigen Wirtschaften und was muss getan werden, damit dieser Beitrag möglichst groß ausfällt? Die voranstehenden Kapitel haben einige Antworten auf diese Fragen gegeben.
Gerd Scholl, Christine Henseling, Siegfried Behrendt

Backmatter

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