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Über dieses Buch

Diese Studie rekonstruiert die Entwicklungen der Löhne und Lohnungleichheiten während der Eurokrise aus einer gesamteuropäischen sowie inner- und zwischenstaatlichen Perspektive. Es wird gezeigt, dass die unterschiedlichen betrieblichen als auch arbeitsmarktpolitischen Anpassungenin den Mitgliedsstaaten zu sehr heterogenen Mustern der innerstaatlichen Lohnentwicklungen beigetragen haben. So erfuhren vor allem die osteuropäischen Mitgliedsstaatensowie Deutschland einen deutlichen Anstieg des unteren Lohnniveaus, während es in den südeuropäischen Ländern sowie Großbritannien zu starken Reallohneinbußen gekommen ist, die teilweise durch die veränderte Zusammensetzung der Arbeitnehmerschaft verdeckt werden. Gleichzeitig haben diese Entwicklungen zu einer EU-weiten Konvergenz der Löhne sowie einem Rückgang der zwischenstaatlichen Lohnungleichheiten geführt. Ein zentraler Erklärungsfaktor für diese Trends sind die rechtlich-institutionellen Rahmenbedingungen, die die Auswirkungen der makroökonomischen Schocks auf die Lohn- und Beschäftigungsstrukturen in hohem Maße moderiert haben und die selbst auch zum Gegenstand krisenbedingter Anpassungsprozesse wurden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
In den vergangenen Jahrzehnten ließ sich innerhalb der Europäischen Union (EU) eine rasche und stetige Konvergenz der wirtschaftlichen Lebensverhältnisse beobachten, was ihr den Beinamen der „Konvergenzmaschine“ eingebracht hat, die primär durch die Vollendung des gemeinsamen Binnenmarktes und der Errichtung einer gemeinsamen Währung erreicht wurde. Beides hat zu einem beispiellosen Wirtschaftswachstum und Anstieg des Pro-Kopf-Einkommens innerhalb der EU beigetragen. Während die Vollendung des gemeinsamen Binnenmarkts und die Errichtung der Währungsunion die wirtschaftliche Integration der europäischen Mitgliedsstaaten deutlich vorangetrieben haben, waren die europäischen Arbeitsmärkte hingegen zum größten Teil nationalstaatlich reguliert – dies gilt in besonderem Maße für die Lohnpolitik.
Sven Broschinski

Kapitel 2. Theoretischer Hintergrund: Lohnbildungsprozesse aus arbeitsmarkttheoretischer Perspektive

Zusammenfassung
Um untersuchen zu können, wie es in Krisenzeiten zu Veränderungen in der Lohn- und Beschäftigungsstruktur kommt und welche Faktoren und Mechanismen dafür primär verantwortlich sind, müssen zuvor die Allokations- und Entlohnungsprozesse am Arbeitsmarkt verstanden werden. Es soll herausgearbeitet werden, wie Löhne am Arbeitsmarkt zustande kommen und wie und warum sich dabei Lohnstrukturen herausbilden. Im Folgenden sollen dazu die Prozesse der Lohnbildung und Lohnverteilung aus arbeitsmarkttheoretischer Perspektive betrachtet werden.
Sven Broschinski

Kapitel 3. Betriebliche Anpassungsstrategien in unterschiedlichen institutionellen Kontexten

Zusammenfassung
Nachdem im vorherigen Kapitel aufgezeigt wurde, wie die Lohnbildung innerhalb von bestimmten (Teil-)Arbeitsmärkten vonstattengeht und wie unterschiedliche Allokations- und Entlohnungsmechanismen zur Entstehung von Lohnstrukturen und Lohnungleichheiten beitragen, soll im Folgenden die Frage behandelt werden, wie Unternehmen ihren Arbeitseinsatz in Folge konjunktureller Nachfrageschwankungen und/oder makroökonomischer Schocks anpassen und welche Auswirkungen dies auf die Lohn- und Beschäftigungsstrukturen hat. Dabei sollen die bisherigen segmentationstheoretischen Überlegungen mit den betrieblichen Personalanpassungsformen sowie den rechtlich-institutionellen Rahmenbedingungen zusammengeführt werden, um auf diese Weise am Ende des Kapitels Hypothesen herzuleiten, die im späteren Verlauf der Arbeit empirisch überprüft werden sollen.
Sven Broschinski

Kapitel 4. Die Auswirkungen der Eurokrise(n) auf die europäischen Arbeitsmärkte

Zusammenfassung
Im vorherigen Kapitel wurde diskutiert, wie Unternehmen ihren Arbeitseinsatz und ihre Personalkosten an sich verändernde wirtschaftliche Umstände anpassen können, wie diese Anpassungsstrategien durch den institutionellen Kontext geprägt werden und welche Auswirkungen diese Entscheidungen sodann auf die Lohnungleichheiten haben. Im Folgenden sollen diese theoretischen Überlegungen auf den Fall der Eurokrise angewandt werden, die seit 2008 die europäischen Volkswirtschaften und insbesondere deren Arbeitsmärkte unter einen enormen Anpassungs- und Veränderungsdruck setzt. Das Ziel dieses Kapitels ist, zu zeigen, mit welchen unterschiedlichen Herausforderungen die Unternehmen und Arbeitnehmer in den einzelnen Mitgliedsstaaten konfrontiert sind und wie sich der rechtlich-institutionelle Handlungsrahmen der Unternehmen im Zuge von Arbeitsmarktreformen im Verlauf der Krise verändert hat.
Sven Broschinski

Kapitel 5. Daten, Variablen und Methoden

Zusammenfassung
Um die Dynamiken von Lohnungleichheiten im Zuge der Eurokrisen aus einer gesamteuropäischen sowie ländervergleichenden Perspektive analysieren zu können, sind einige Anforderungen an den zu verwendenden Datensatz zu stellen: 1) Der Datensatz sollte umfangreiche Informationen über die Verdienste der Arbeitnehmer enthalten.
Sven Broschinski

Kapitel 6. Dynamiken von Lohnungleichheiten aus gesamteuropäischer Perspektive

Zusammenfassung
Im Folgenden werden die Strukturen und Dynamiken der Löhne und ihrer Verteilung innerhalb der EU bzw. Eurozone während der Krisenperiode untersucht. Dabei wird eine gesamteuropäische Perspektive eingenommen, d. h., es wird ein gemeinsamer Sozialraum unterstellt, dem ein gesamteuropäisches Schichtungssystem zugrunde liegt.
Sven Broschinski

Kapitel 7. Zwischen- und innerstaatliche Entwicklungen der Lohnungleichheiten

Zusammenfassung
Nachdem im vorherigen Kapitel die Dynamiken der gesamteuropäischen Lohnungleichheiten untersucht wurden – wobei erste Anzeichen einer heterogenen Entwicklung zwischen den Mitgliedsstaaten bereits deutlich wurden – werden im Folgenden die länderspezifischen Strukturen und Dynamiken der Lohnverteilung im Detail untersucht. Dabei stehen neben einfachen Beschreibungen der Lohnentwicklungen auch deren Erklärung auf Grundlage von Veränderungen hinsichtlich der nationalen Lohn- und Beschäftigungsstrukturen im Fokus.
Sven Broschinski

Kapitel 8. Krisen, Schocks und Institutionen

Zusammenfassung
In den vorherigen Kapiteln wurden sowohl die gesamteuropäischen als auch die nationalstaatlichen Lohnentwicklungen und Lohnungleichheiten untersucht und wie diese durch die Veränderungen in der Beschäftigungs- und Lohnstruktur beeinflusst wurden. Während dabei in erster Linie personenbezogene sowie arbeitsplatz- und betriebsspezifische Merkmale im Fokus des Interesses standen, wird in diesem Kapitel der Einfluss der Makroebene in die Analysen zu den Dynamiken der Lohnungleichheiten miteinbezogen.
Sven Broschinski

Kapitel 9. Fazit

Zusammenfassung
Vor dem Hintergrund, dass die Entwicklung der Löhne zu Beginn der Eurokrise zwar in den Fokus des öffentlichen und politischen Interesses gerückt ist – als deren zentrale Ursache und gleichzeitige Lösung –, Untersuchungen aus einer europäischen Perspektive aber bislang selten sind, war es das Ziel dieser Arbeit, die Folgen und Auswirkungen der Krisen sowie der Krisenpolitik auf die gesamteuropäischen sowie nationalstaatlichen Lohnverteilungen zu untersuchen.
Sven Broschinski

Backmatter

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