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21.01.2014 | Erneuerbare Energien | Im Fokus | Onlineartikel

Wie Strom und Abwasser in Hamburg zusammenfließen

Autor:
Matthias Schwincke

Was haben Abwasser und Energie miteinander zu tun? Ein europaweit einzigartiges Pilotprojekt im Hamburger Neubaugebiet "Jenfelder Au" gibt die Antwort: intelligent genutztes Abwasser kann ein ganzes Stadtviertel zu großen Teilen mit Strom und Wärme versorgen.

Seit dem Spatenstich zum Bau von Hamburg Water Cycle im Oktober 2013 ist die Hansestadt um eine Attraktion reicher. Der Grund: Auf einem ehemaligen Kasernengelände im Stadtteil Wandsbeck entsteht derzeit Europas größtes innerstädtisches Wohnviertel, das Abwasserbeseitigung und Energieerzeugung erstmals im größeren Maßstab kombiniert.

Zu den Bausteinen des innovativen Entwässerungs- und Energiegewinnungskonzepts zählt u.a.

  • die Trennung von Toilettenabwasser (Schwarzwasser) und sonstigem häuslichen Abwasser (Grauwasser),
  • die semizentrale Behandlung und Ableitung des Grauwassers,
  • die konzentrierte Erfassung des Schwarzwassers mit Unterdrucktechnik,
  • die Vergärung des Schwarzwassers mit organischen Abfällen unter Luftabschluss zu Biogas und
  • die Biogas-Umwandlung in einem Block-Heiz-Kraftwerk zu Strom und Wärme.

Jede zweite der rund 630 angeschlossenen Wohneinheiten des Neubaugebiets "Jenfelder Au" kann künftig auf diese Weise mit Strom versorgt werden. Zudem trägt die intelligente Abwasserlösung mit rund 40 Prozent zur Abdeckung des Wärmebedarfs bei

Hochkarätiges Zusammenspiel

Verantwortlich für die Entwicklung und technische Umsetzung des Pilotprojekts ist Hamburg Wasser, der Trinkwasserversorger und Abwasserentsorger der Hansestadt. Die Umsetzung des Hamburg Water Cycle in der Jenfelder Au wird seit Herbst 2011 gleich dreifach gefördert. Neben Mitteln aus dem EU LIFE+ Programm erhält das Projekt Fördergelder des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) sowie des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie (BMWi). Die drei Förderungen haben unterschiedliche Schwerpunkte und unterstützen sowohl die Planung und den Bau verschiedener innovativer Komponenten als auch die Untersuchung und Weiterentwicklung neuartiger Technik für eine kontinuierliche Optimierung des zukünftigen Betriebs. Darüber hinaus soll das Hamburg Water Cycle-Konzept für die Anwendung in anderen Regionen und sich verändernde Rahmenbedingungen angepasst werden.

Auch in bereits gebauten Hamburger Wohnquartieren lassen sich Abwasserströme voneinander trennen. Entsprechende Möglichkeiten und Voraussetzungen dafür untersuchen die Springer-Autoren Franziska Meinzinger, Volker Ziedorn und Irene Peters im Buchkapitel "Interactions Betweeen Urban Forms and Source-Separating Sanitation Technologies".

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