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Über dieses Buch

Dieser Sammelband gibt einen Überblick über die Veränderungen des Verhältnisses zwischen Öffentlichkeit, Medien und Politik und die Rolle der Sprache. Politiker, Journalisten sowie Wissenschaftler aus Frankreich und Deutschland untersuchen die aktuellen und vergangenen Wahlkämpfe in Frankreich und Deutschland, in TV-Duellen, in sozialen Medien, bei Großveranstaltungen und in der Auseinandersetzung mit populistischen Kampagnen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Themenschwerpunkt Sprache und Politik im Wahlkampf

Frontmatter

Wahlkampf und Öffentlichkeit in Zeiten medialen Wandels

Zusammenfassung
Am 29. Mai 2017 traten der neue französische Präsident Emmanuel Macron und der russische Präsident Wladimir Putin vor der Kulisse des Schlosses von Versailles zum ersten Mal gemeinsam vor die Presse. Für viele überraschend nutzte der neue französische Präsident diese Gelegenheit zu einer Abrechnung mit den beiden offiziellen russischen Auslandsmedien Russia Today und Sputnik, die „während dieses Wahlkampfes Einflusskanäle waren und bei mehreren Gelegenheiten infame Unwahrheiten über meine Person verbreitet haben“ („[…] ont été des organes d’influence durant cette campagne et ont à plusieurs reprises produit des contre-vérités infamantes sur ma personne“, Pressekonferenz EM / WP 29.05.2017.). Diese Erkenntnis war für Macron ausschlaggebend dafür, den Journalisten der beiden Anstalten den Zugang zu seiner Wahlkampfzentrale und seiner Person am Ende des Wahlkampfs zu verbieten.
Stefan Seidendorf

Die Fernsehdebatten während des französischen Prädidentschaftswahlkampfes 2017

Zusammenfassung
Jeder Präsidentschaftswahlkampf seit 1965 weist seine Eigenheiten auf. Der von 2017 wird gleichwohl als sehr atypisch in Erinnerung bleiben – und zwar wegen seiner vielen Besonderheiten. Dazu zählen u.a. die erstmalige Organisation von Vorwahlen im bürgerlichen Lager, die Tatsache, dass ein amtierender Staatspräsident nicht mehr zur Wiederwahl antritt, die Durchführung der Wahl während eines seit Ende 2015 geltenden Ausnahmezustands, ein Favorit, gegen den Ermittlungen laufen, sowie bereits vor dem ersten Wahlgang stattfindende Fernsehdebatten.
Jacques Gerstlé

TV-Duell à la française? Das Hochamt des Präsidentschaftswahlkampfs in seiner Genealogie und Bedeutung

Zusammenfassung
Fernsehdebatten zwischen den Kandidaten für das Amt des Regierungschefs oder der Regierungschefin sind in demokratischen Staaten zu zentralen Bestandteilen des Wahlkampfes geworden. Allem Medienwandel zum Trotz erreichen die Fernsehdebatten bis heute höchste Einschaltquoten und bilden sowohl für die Wahlkampfteams als auch für die Medien stets einen zentralen Bezugspunkt. Die Kandidaten haben bis zu diesem Zeitpunkt zwar schon auf Wahlkampfveranstaltungen und in Interviews unzählige Male Stellung bezogen und für ihr Programm geworben, doch sind die finalen Fernsehdebatten immer noch von einer besonderen Aura umgeben.
Jörg Requate

Worte und Weltbilder: Außenpolitik und Sprache im Wahlkampf von Emmanuel Macron und Marine Le Pen

Zusammenfassung
Beim französischen Präsidentschaftswahlkampf geht es um ein politisches Amt mit einer im internationalen Vergleich singulären Machtfülle gerade im außenpolitischen Bereich. Wer die Kandidat_innen und ihre spätere Politik richtig einschätzen will, sollte also ihr (außen-) politisches Weltbild kennen. Zwar gilt gemeinhin: Wahlen werden nicht mit Außenpolitik gewonnen.
Claire Demesmay, Sabine Ruß-Sattar

Wahlkampfreden und medialer Wandel

Zusammenfassung
Der Beitrag geht aus einer Forschungsarbeit hervor, die im Januar 2017 als Dissertation verteidigt wurde. Sie befasste sich mit einer Reihe von Determinanten und Vorgaben sowohl symbolischer Art (Ritual, zunehmende Übernahme der präsidentiellen Rolle, mobilisierbare kollektive Erfahrungen und Erinnerungen, szenografische Gebote) als auch soziopolitischer Art (individuelle Lebenswege, Funktion der Parteiapparate, Veränderung des Publikums, Interaktion mit den Mitbewerberinnen und Mitbewerbern, medialer Wandel), die alle Einfluss auf die Reden bei Großkundgebungen im französischen Präsidentschaftswahlkampf haben.
Raphaël Haddad

Populismus oder demokratischer Mainstream? Inklusion und Exklusion im Bundestagswahlkampf 2017

Zusammenfassung
Betrachtet man die medialen Auseinandersetzungen zwischen Politikern1 in der jüngeren Zeit, insbesondere im zurückliegenden Bundestagswahlkampf, so fällt auf, dass sich neben der wissenschaftlichen Verwendung des Begriffs Populismus zur Bezeichnung eines politischen (Kommunikations-)Phänomens in der politischen Auseinandersetzung eine zweite Verwendung herauszukristallisieren scheint: die Verwendung von Populismus oder populistisch als Kampfbegriff beziehungsweise Stigmawort (Hermanns 1982) mit dem Ziel der Abwertung des politischen Gegners (vgl. Hartleb 2012: 23). Einem solchen Vorwurf sind in der deutschen Öffentlichkeit neben Parteien wie der 2013 gegründeten Alternative für Deutschland (AfD) auch einzelne politische Akteure wie der Vorsitzende der Christlich-Sozialen Union (CSU), Horst Seehofer, regelmäßig ausgesetzt.
Eva Dickmeis

Aus Alt mach Neu, und umgekehrt

Beobachtungen aus Frankreich über den Zustand der politischen Öffentlichkeit in Zeiten des Medienwandels
Zusammenfassung
Seit über einem Jahrzehnt treten wir, so heißt es, durch unseren neuen Umgang mit den Medien in ein neues Zeitalter der Demokratie. Ein Zeitalter, das durch die Schnelllebigkeit der digitalen Kommunikationsformen im Gleichschritt mit seinem Triumph allerdings auch schnell zu veralten scheint. Schon sein Auftauchen stand im paradoxen Zeichen eines Scheiterns.
Joseph Hanimann

Sprache und Politik

Abendvortrag des Ministerpräsidenten von Baden-Württemberg vor dem Deutsch-Französischen Institut am 22. Juni 2017 in der Musikhalle, Ludwigsburg
Zusammenfassung
Sehr geehrter Herr Professor Baasner, sehr geehrte Damen und Herren, es ist mir eine Ehre, hier vor den Freunden des Deutsch-Französischen Instituts zu sprechen. Einer Perle der deutsch-französischen Partnerschaft. Und einer Ideenschmiede, die seit ihrer Gründung der Politik und Gesellschaft unserer Länder wichtige Impulse gibt.
Winfried Kretschmann

Rezensionen

Frontmatter

Kolja Lindner: Die Hegemoniekämpfe in Frankreich. Laizisimus, politische Repräsentation und Sarkozysmus

Zusammenfassung
Mit seiner 2017 veröffentlichten Dissertation legt Kolja Lindner eine theoretisch überaus anspruchsvolle Auseinandersetzung mit der Legitimation politischer Herrschaft in „Hegemoniekämpfen“ und zugleich eine detaillierte empirische Analyse des zeitgenössischen Frankreich vor. Auch wenn mit Emmanuel Macron nun schon der zweite Präsident nach Nicolas Sarkozy die Amtsgeschäfte übernommen hat, bleiben die Ausführungen Lindners ein lesenswerter und sehr tiefschürfender Beitrag zum Verständnis der aktuellen Krise der französischen Republik und ihrer Neuverhandlung.
Stefan Seidendorf

Wolfgang Boeckh (Hg.): „Den europäischen Gedanken lebendig erhalten…“ Wilhelm-Hausenstein-Symposium 2016

Zusammenfassung
Wilhelm Hausenstein gehört zu jenen Persönlichkeiten, ohne die eine Annäherung zwischen Deutschland und Frankreich nach der Kapitulation Deutschlands 1945 nicht möglich gewesen wäre. Während andere Namen wie Joseph Rovan, Jean du Rivau oder Alfred Grosser in einem Atemzug als Heroen der Gründerzeit eines friedlichen Europas genannt werden, das auf die deutsch-französische Aussöhnung aufbauen konnte, ist Hausenstein (übrigens auch andere Brückenbauer der ersten Stunde wie Fritz Schenk, René Cheval, Elsi Kühn-Leitz oder Elise Krafft) nicht gleichermaßen im kollektiven Bewusstsein präsent. Umso verdienstvoller ist es, dass die Wilhelm Hausenstein Gesellschaft eine ganze Reihe von Publikationen mit Texten von und Studien über Wilhelm Hausenstein im Iudicium Verlag herausgebracht hat.
Frank Baasner

Ulrike Schröber: Auf dem Weg zur europäischen Völkerverständigung – Die deutsch-französische Annäherung nach dem Zweiten Weltkrieg. Marcel Sturm und Robert Picard de la Vacquerie als oberste französische Militärgeistliche in Deutschland

Zusammenfassung
Eine der wichtigsten Erkenntnisse historischer und soziologischer Forschungen zu den deutsch-französischen Beziehungen betrifft die Tatsache, dass die Annäherung nach 1945 zuallererst durch Vertreter der heute so genannten „Zivilgesellschaft“ geprägt wurde. Lange bevor 1963 mit dem Elysée-Vertrag die staatliche Zusammenarbeit organisiert wurde, hatte es unzählige individuelle und auch gruppenbezogene Initiativen gegeben, um den Dialog zwischen Bürgerinnen und Bürgern beider Länder zu erlauben. Erinnert sei hier nur an die Bewegung der Bürgermeister, die sich in der Internationalen Bürgermeisterunion organisiert und die beeindruckende Reihe von Städtepartnerschaften auf den Weg gebracht haben.
Frank Baasner

Backmatter

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