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Über dieses Buch

Der europäische Profifußball basiert auf einer komplexen Struktur von Ligen. In der öffentlichen Debatte gilt es schon länger als Tatsache, dass sich der europäische Fußballwettbewerb zunehmend auf wenige finanzstarke Ligen konzentriert. In der Forschung fehlten bislang schlüssige Ansätze und Befunde zur Struktur eines internationalen Wettbewerbs zwischen den Ligen. Michael Renz argumentiert einen solchen Zugang und weist erstmals die Polarisationstendenzen im europäischen Profifußball empirisch nach. Zur Ableitung geeigneter Reformen analysiert er diese Marktkonzentration ökonomisch und wettbewerbsrechtlich. Ein zentraler Vorschlag ist dabei die Abkehr von Nationalligen und eine Fusion von kleineren Ligen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
Der Begriff des Wettbewerbs ist ein sehr vielschichtiges Phänomen, das sich, soweit überhaupt möglich, nur unter Beteiligung verschiedener sozialwissenschaftlicher Perspektiven und unter Inkaufnahme eines hohen Abstraktionsgrades allgemein gültig erfassen lässt (Hayek, 1972, S. 12 f.). Bildlich gesprochen handelt es sich bei der Wettbewerbsidee um ein Konstrukt, das sich nicht „in die Zwangsjacke einer abgesegneten Begriffsbestimmung einpressen lasse“ (Tolksdorf, 1994, S. 10). Unstrittig ist jedoch die Bedeutung des Wettbewerbsprinzips für eine funktionierende Marktwirtschaft.
Michael Renz

Kapitel 2. Produktion und Wettbewerb im Ligensport

Zusammenfassung
Werden die allgemeinen und zumeist vage gehaltenen Definitionsansätze des Wettbewerbsbegriffs zu Grunde gelegt, dann lässt sich dieser als das selbständige Streben mindestens zwei sich gegenseitig beeinflussender Subjekte nach einem bestimmten Ziel beschreiben (Meessen, 2009, S. 5). Eine gegenseitige Beeinflussung entsteht, da ein höherer Zielerreichungsgrad eines Wettbewerbers i.d.R. mit einem geringeren Zielerreichungsgrad des anderen Wettbewerbers einhergeht (Schmidt & Haucap, 2013, S. 3). Diese Eigenart des Wettbewerbs führt zu einem antagonistischen Verhalten der Wettbewerber und lässt sich in sportlichen, (markt-)wirtschaftlichen, kulturellen, sozialen, politischen, privaten bis hin zu biologischen Zusammenhängen beobachten (Birk et al., 2012, S. 145).
Michael Renz

Kapitel 3. Ausgeglichenheit des Wettbewerbs europäischer Fußballligen

Zusammenfassung
Bis Mitte der 1990er Jahre konnten Klubs kleinerer Verbände in regelmäßigen Abständen Siege oder zumindest Finalteilnahmen in einem der drei Europapokalwettbewerbe erringen. Hierzu gehörten erfolgreiche Klubs aus Ligen wie der niederländischen Eredivisie, der schottischen Premier League, der belgischen Pro League oder vereinzelt auch aus skandinavischen und südosteuropäischen Ligen. Ab Mitte der 1990er Jahre lässt sich jedoch eine nachlassende Performance dieser Ligen im qualitativ stärksten Europapokalwettbewerb, der UCL, beobachten.
Michael Renz

Kapitel 4. Legitimation einer Regulierung des Ligenwettbewerbs

Zusammenfassung
Die Untersuchungsergebnisse in Kapitel 3 erbringen den Nachweis, dass Konzentrationstendenzen im europäischen Fußballligenwettbewerb statistisch nicht zu widerlegen sind. Vorschnelle Schlussfolgerungen auf mögliche Ursachen dieser Konzentrationsentwicklung sind in Anbetracht der Komplexität des europäischen Fußballligenwettbewerbs jedoch nicht angeraten. Zur Identifikation möglicher Bestimmungsfaktoren bedarf es vielmehr einer tiefergehenden und vorsichtigen Ursachenforschung.
Michael Renz

Kapitel 5. Zusammenfassung und Ausblick

Zusammenfassung
Das Selbstverständnis und gleichzeitig auch Hauptergebnis der vorliegenden Arbeit ist die differenzierte Zusammenführung verschiedener theoretischer und empirischer Aspekte einer Wettbewerbsökonomie europäischer Fußballligen. Da bei dieser Zusammenstellung die Gesamtorganisation einer Liga als Wettbewerbsakteur und Erkenntnisobjekt betrachtet wird, hebt sich die Arbeit von der Mehrzahl artverwandter Beiträge der Ligenökonomik ab. Durch die identifizierten besonderen Produktions-, Markt-, Wettbewerbs- und Rechtsbedingungen, mit denen sich die Anbieter von Fußballligen konfrontiert sehen, wird dieser gesonderte Ansatz auch in der Retrospektive gerechtfertigt.
Michael Renz

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