Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

​Auch die mit humanitären Zielen begründeten Interventionen der jüngsten Vergangenheit haben die Vorbehalte nicht beseitigen können, die in der Friedensforschung gegen gewaltsame Interventionen in Drittstaaten bestehen. Vor dem Hintergrund einer größeren Interdependenz in einer globalisierten Welt, in der Regierungen universellen Normen unterliegen, stellt sich die Frage, mit welchen Mitteln zur Sicherung der Menschenrechte Einzelner und von Gemeinschaften interveniert werden sollte. Seitens der Friedensforschung steht eine Klärung dieser Frage noch aus. Ebenso wichtig ist der Aspekt, welche zivilen Alternativen zu militärischen Interventionen bestehen. Der Band greift diese vielschichtige Thematik auf und möchte einen Beitrag zu ihrer erneuten Diskussion leisten.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Theoretische Perspektiven

Frontmatter

1. Interventionen als Instrument der internationalen Politik: Entwicklung, Anspruch, Wirklichkeit

Wollte man am Kreuzungspunkt von Macht und Recht, Interesse und Moral (Jahn 1999: 157) dem Phänomen der Intervention nicht nur in der deutschen, sondern auch in der europäischen Geschichte Repräsentanz und Gestalt verleihen, so fielen einem unwillkürlich die Namen Gustav Adolf und Wallenstein ein, ergänzt vielleicht um Richelieu und Ludwig XIV. – ein Quartett, auf das zur Gänze jener oft zitierte, auf Wallenstein gemünzte Spruch aus dem Prolog zu Schillers Wallenstein- Drama (Wallensteins Lager: Vers 102 ff.) übertragen werden darf: „Von der Parteien Gunst und Haß verwirrt schwankt sein Charakterbild in der Geschichte“.
Reinhard Meyers

2. Interventionen, Militärische Interventionen und Humanitäre Interventionen – Terminologische Differenzen in einem umstrittenen Begriffsfeld

Die Leserinnen und Leser des vorliegenden Bandes finden nachfolgend eine repräsentative Auswahl verschiedenster Definitionen aus dem Begriffsfeld „Intervention“; im Einzelnen gegliedert in die Begriffe „Intervention“, „Militärische Intervention/Militärintervention“ und „Humanitäre Intervention“.
Bernhard Rinke, Olivia Formella, Mathias Ludemann

3. Die thomanische bellum iustum-Lehre – ein ferner Spiegel der Responsibility to Protect

Wenn es etwas gibt, das sich auf den ersten Blick zu beißen scheint, dann sind es die „Responsibility to protect“ und der Kreuzzug. Der Begriff „Responsibility to protect“ geht zurück auf den Bericht der „International Commission on Intervention and State Sovereignty“ (= ICISS 2001).
Gerhard Beestermöller

4. Entgrenzung oder Eingrenzung von Interventionen durch das System der internationalen Organisationen

Intervenieren heißt, breit verstanden, eingreifen. Und zwar, das macht es im Bereich der Analyse internationaler Beziehungen zum Thema, in das, was als die ‚inneren Angelegenheiten‘ staatlich organisierter Gesellschaften bezeichnet wird. Dies ist nicht nur ein juristisches Problem, auch wenn in der Neuzeit die Staatlichkeit mit ihrem Anspruch darauf, dass von außen eben nicht interveniert werden soll, wesentlich rechtlich, völkerrechtlich, konstruiert wird.
Martin List

5. Interventionismus systemtheoretisch dekonstruiert

Das Thema verspricht einen zweifachen Umweg: Die Analyse soll sich nicht auf eine Kritik des Interventionismus versteifen – angesichts eines kaum aufzuhaltenden Trends, der jenseits, und wie es scheint, sogar ganz unabhängig von einzelnen Erfolgs- oder Misserfolgsgeschichten, aber auch unabhängig von Legitimationsoder Delegitimationsdiskursen, auf dem Vormarsch ist.
Gertrud Brücher

Fallbeispiele

Frontmatter

6. Mission Accomplished? Erfolge, Grenzen und Lehren der United Nations Mission in Sudan

Am 9. Januar 2011 entschieden sich die Bewohner des Südsudan mit einer überwältigenden Mehrheit von 98 Prozent der Wählerstimmen für die staatliche Unabhängigkeit. Genau sechs Monate später wurde die Republik Südsudan jüngstes Mitglied der Staatengemeinschaft.
Wibke Hansen

7. Staatsbildung in Afghanistan: gut gemeint, falsch geplant, schlecht gemacht

Interventionen in die Politik oder gesellschaftliche Entwicklung anderer Länder werden mit sehr unterschiedlichen Mitteln und Instrumenten durchgeführt. Dies reicht von diplomatischer Einflussnahme und Kulturpolitik über Entwicklungszusammenarbeit und Außenwirtschaftspolitik bis hin zu Sanktionen oder militärischen Interventionen.
Herbert Wulf

8. Humanitäre Hilfe bei Naturkatastrophen als humanitäre Intervention? Das Beispiel Haiti

Die Beachtung der Menschenrechte gehört heute zu den Grundpflichten eines jeden Staates. Sie schließt die Pflicht ein, die Rechte aller Menschen unter seiner Jurisdiktion zu schützen (Stoll 2008: 12 f.). Besondere Probleme bereitet dieser Schutz in Notstandssituationen.
Hans-Joachim Heintze

9. Interventionen der EU in den nahöstlichen Friedensprozess

Für die Friedensforschung stellt der israelisch-arabische Konflikt eine noch unbewältigte Herausforderung dar. Zahlreichen Bemühungen der Friedensforschung und der praktischen Friedensarbeit zum Trotz konnte der Konflikt nicht eingehegt und einer Transformation näher gebracht werden (Klein/Thränhardt 2002, Meggle 2007, Avnery 2007, Galtung 2007, Kurtzer/Lasensky 2008a, Senfft 2010, Persson 2013).
Georg Simonis, Helmut Elbers

10. Die militärischen Interventionen der Europäischen Union: Militarisierung des Friedensprojekts Europa aufgrund fehlender demokratischer Legitimität?

Bemühen Politiker und/oder ihnen weltanschaulich nahe stehende Berater in Zeiten weltpolitischer Turbulenz die politische Ideengeschichte, ist Wachsamkeit geboten. Dient der ideengeschichtliche Rekurs doch allzu oft allein der ideologischen Rechtfertigung einer fragwürdigen politisch-gesellschaftlichen Praxis.
Bernhard Rinke

Zivile Alternativen

Frontmatter

11. Zivilgesellschaftliche Interventionen – Instrumente, Reichweite und Legitimation

Das Thema der Konfliktintervention hat seinen gegenwärtigen Stellenwert in der Friedensforschung erst in den letzten zwanzig Jahren erreicht; parallel zu dem Perspektivenwechsel in der Politik nach dem Ende des Ost-West-Konflikts hin zu sogenannten „humanitären Interventionen“, der „menschlichen Sicherheit“ und der „Responsibility to Protect“.
Christine Schweitzer

12. Vorurteil, Konstrukt oder Realität? Reflexionen über das scheinbar konfliktive Verhältnis zwischen den Bereichen Menschenrechte und zivile Konfliktbearbeitung

Ziel dieses Beitrags ist, einen Vergleich, eine Gegenüberstellung und nicht zuletzt eine Verständigung zwischen zwei Schwerpunktfeldern der Friedensarbeit und -forschung herzustellen: Menschenrechte und zivile Konfliktbearbeitung. Denn trotz der inhaltlichen Nähe und den Überschneidungen in der Praxis lässt sich nach wie vor eine relative Isolation dieser beiden Bereiche und der mit ihr verbundenen Fachkreise voneinander feststellen.
Annette Fingscheidt

13. „Si vis pacem, para pacem“ – Fachkräfte im Zivilen Friedensdienst im Spannungsfeld zwischen Individuum und Struktur

In Abwandlung des alten römischen Spruchs „si vis pacem, para bellum“ und in enger Übereinstimmung mit dem Konzept der Friedensursachenforschung formulierten Dieter Senghaas und Eva Senghaas-Knobloch in ihrem 1992 erschienenen Text „Si vis pacem, para pacem.
Monika Lauer Perez

14. Integraler Journalismus. Mediale Grundlagen und Herausforderungen für Weltfriedenspolitik

Weltfriedenspolitik, die versucht mehr zu sein als empathische Diplomatie im Penthouse des Weltgebäudes, lebt nicht nur von der medialen Vermittlung innerhalb dieses Gebäudes – und zwar horizontal, vertikal und diagonal und bis in die tiefsten Keller –, für sie ist Öffentlichkeit schlechtweg konstitutiv.
Claus Eurich

Backmatter

Weitere Informationen

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Entwicklung einer Supply-Strategie bei der Atotech Deutschland GmbH am Standort Feucht

Die Fallstudie zur Entwicklung der Supply-Strategie bei Atotech Deutschland GmbH beschreibt den klassischen Weg der Strategieentwicklung von der 15M-Reifegradanalyse über die Formulierung und Implementierung der Supply-Rahmenstrategie. Im Mittelpunkt der Betrachtung steht die Ableitung und Umsetzung der strategischen Stoßrichtungen sowie die Vorstellung der Fortschreibung dieser Strategie. Lesen Sie in diesem Whitepaper, wie die Supply-Strategie dynamisch an die veränderten strategischen Anforderungen des Unternehmens angepasst wurde. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise