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Über dieses Buch

Die Arbeit widmet sich dem Phänomen Corporate Cultural Responsibility und seiner Bedeutung für das Handlungsspektrum von Kulturorganisationen in Deutschland. Dabei wird herausgearbeitet, wie Kulturakteure, die unter dem verstärkten Druck zur Drittmittelakquise stehen, institutionelle Arbeit erfolgreich zur Sicherung ihrer Existenz und als Nachweise ihrer Exzellenz nutzen können. Die Analyse zeigt, dass die Anforderungen aus mehr als „nur“ der Akquise von zusätzlichen Geldern bestehen, sondern sich mehrdimensional auf unterschiedlichen Ebenen identifizieren lassen. Insbesondere durch den Journalismus kann die Bedeutung von „guter“ CCR wesentlich mitgeprägt werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
„Der Kulturinfarkt. Von Allem zu viel und überall das Gleiche. Eine Polemik über Kulturpolitik, Kulturstaat, Kultursubvention“ – unter diesem Titel erschien 2012 das polarisierende Buch von Dieter Haselbach, Armin Klein, Pius Knüsel und Stephan Opitz. In einem Artikel im Magazin Der Spiegel bringen die vier Autoren ihre Thesen verkürzt auf den Punkt:
  • „Der staatlich finanzierte Kulturbetrieb ist ein Patient, der sich nicht für das interessiert, was jenseits seines Krankenzimmers geschieht […] Der Vormarsch der geförderten Kultur produziert nicht Vielfalt, sondern Konformität – Übereinstimmung mit Fördermatrizen, Projektformaten und vertraglich abgesicherten Leistungen. […] Um eine eigene Zukunftsposition aufzubauen, benötigen kulturelle Einrichtungen eine Vorstellung von sich selbst, ihrer Rolle und ihrem Markt.“
Sandra Morticia Zschiesche

2. Corporate Cultural Responsibility (CCR) und Kulturorganisationen –Erscheinungsformen und Rahmenbedingungen

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel widmet sich der soziologischen und empirischen Einordnung des Forschungsthemas, seiner Begrifflichkeiten und aktuellen Relevanz für Kulturorganisationen. Wenn im folgenden Corporate Cultural Responsibility (CCR) diskutiert wird, ist damit die praktische Umsetzung privatwirtschaftlicher Kulturförderung mit den Instrumenten Sponsoring, Spenden, Dienstleistungen und (Zu-)stiftungen gemeint. Zunächst erfolgt ein kurzer Überblick über den Stand der Kulturförderpraxis in Deutschland.
Sandra Morticia Zschiesche

3. Homogenisierte Kulturorganisationen? Folgen von CCR aus neoinstitutionalistischer Perspektive

Zusammenfassung
Die Kapitel 3-5 führen an die theoretische Einbettung des Forschungsthemas heran. Die in Kapitel 3 dargestellten Grundlagen des soziologischen Neoinstitutionalismus bieten dabei für die Forschungsfrage des Handlungsspielraums von Kulturorganisationen in Zeiten knapper Kassen übergreifende Erklärungsmodelle, ohne sich dabei auf eine ökonomische Begründung zu reduzieren (Kap. 3.1). So lässt sich mit diesem Ansatz darstellen, warum es von Bedeutung ist, eine Organisation, egal ob gewinn- oder nicht gewinnorientiert, immer im Kontext der Kräfte ihres Umfeldes zu betrachten, um organisationale Prozesse zu begreifen (Kap. 3.2).
Sandra Morticia Zschiesche

4. Kulturorganisationen als agentenhafte Akteure – eine handlungstheoretische Erweiterung des soziologischen Neoinstitutionalismus

Zusammenfassung
Nachdem im vorherigen Kapitel Kernkonzepte des oft als oberflächig rezipierten soziologische Neoinstitutionalismus kritisch diskutiert und erste empirisch überprüfbare Thesen und Indikatoren abgeleitet wurden, folgen nun neuere handlungstheoretische Ansätze, die ohne die dargestellten Initialkonzepte nicht denkbar gewesen wären. Sie weisen eine akteurszentrierte Richtung auf und charakterisieren dabei Organisationen als agentenhafte Akteure, was vorher weitestgehend als Gegenposition zum Rational-Choice-Institutionalismus ausgeblendet wurde.
Sandra Morticia Zschiesche

5. Zur Kommunikation und Transformation von Institutionen: Effekte institutioneller Arbeit im Journalismus

Zusammenfassung
Das folgende Kapitel widmet sich in erster Linie den Kommunikations- und Transformationsprozessen von CCR in seinen theoretischen wie empirischen Ausprägungen am Beispiel des Journalismus. In den beiden vorausgegangenen Kapiteln wurde zunächst der Institutionalisierungsprozess von CCR aus makroinstitutioneller Perspektive betrachtet und danach der Handlungsspielraum von führenden Kulturorganisationen als institutionelle kulturelle Entrepreneure, die institutionelle CCR-Arbeit verrichten, bestimmt.
Sandra Morticia Zschiesche

6. Forschungsdesign und Ergebnisse der Studie

Zusammenfassung
Das nachfolgende Kapitel widmet sich den Ergebnissen der durchgeführten CCR-Studie. Zunächst werden empirische Herausforderungen institutioneller Organisationsforschung und Lösungsansätze, wie sie für die Untersuchung relevant waren, dargestellt. Die Operationalisierung der Forschungsfragen erfolgt durch die Schlüsselkonzepte, die in den vorangegangenen Kapiteln hergeleitet wurden, und gemeinsam mit dem Forschungsdesign noch einmal zusammengefasst werden (Kap. 6.1).
Sandra Morticia Zschiesche

7. Zusammenfassung und Fazit: Kulturorganisationen als institutionelle kulturelle Entrepreneure und Legitimations-Mediatoren für CCR

Zusammenfassung
Die föderative Kulturförderung in Deutschland befindet sich in einem Wandlungs- und Polarisierungsprozess. Finanzmittel werden von staatlicher Seite nicht mehr in dem Ausmaß wie noch Jahrzehnte zuvor zur Verfügung gestellt, um in ausreichendem Maße Tarifsteigerungen, wachsende Betriebskosten und weniger rentable Bereiche auszugleichen. Es zeichnet sich eine Förderstruktur hin zur „Elitenkultur“ (vgl. Beyme 2012: 296) ab, die zwar traditionelle Sparten wie Musik, Museen und Theater unterstützt, aber nur in weitaus geringem Maß unkonventionellere oder weniger profitabel arbeitende Kulturbereiche.
Sandra Morticia Zschiesche

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