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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Einleitung

Zusammenfassung
Die Herausbildung einer wissensbasierten Ökonomie hat die Reflexion auf Wissensprozesse in den Unternehmen maßgeblich beeinflusst. Nicht nur die neuen Anforderungen an die Organisierungs- und Arbeitsprozesse haben dazu geführt, dass sich das Wissensmanagement als neue Management-Mode etablieren konnte, sondern auch in der Unternehmensumwelt gilt Wissensmanagement als ein „rationales“ Handlungskonzept zur Verbesserung der Unternehmensperformance. Somit hat sich der „Bastelkasten“ des Managements zur (Re-)Organisation von Unternehmen, in dem sich bereits die früheren Management-Moden der schlanken Produktion (Lean Production), des Business Process Reengineering und der Shareholder-Value-Steuerung befinden, um das Management von Wissen erweitert.
Steffen Dörhöfer

2. (Re-)Organisation und Wissen aus der Perspektive der Arbeits- und Industriesoziologie

Zusammenfassung
Traditionell spielt die Einbettung betrieblicher Organisationen in ihre politökonomische Umwelt in der Arbeits- und Industriesoziologie schon immer eine herausragende Rolle. Aus diesem Grund haben die Diskussionen um eine wissensbasierte Ökonomie – Wissensgesellschaft, Netzwerkgesellschaft und Informationsgesellschaft – durchaus einen erheblichen Einfluss auf die Interpretationen betrieblicher Restrukturierungsprozesse ausgeübt und darüber die Bedeutung der Ressource Wissen zunehmend anerkannt. Gleichwohl verweilt die Beschäftigung mit Wissensprozessen meist bei einem verkürzten Ressourcenverständnis, so dass der Eindruck entsteht, den Wandel des empirischen Untersuchungsgegenstandes mit den etablierten Deutungsmustern und Konzepten erklären zu wollen. Somit erfordert eine adäquate Untersuchung des gegenwärtigen Wandels von Organisations- und Arbeitsprozessen die Reflexion bisheriger Theoriegrundlagen der Arbeits- und Industriesoziologie (u. a. Faust et al. 2005; Minssen 1992; Tacke 2000). Konsequenterweise bezeichnet Hirsch-Kreinsen (2003) das Verständnis der „immanenten Widersprüche von Wissensarbeit“ als eine der wichtigsten Herausforderungen für eine soziologische Beschäftigung mit Arbeitsprozessen, d. h. „was mit dem viel zitierten Wissensbegriff eigentlich gemeint ist und was seinen spezifischen, die gegenwärtige Epoche kapitalistischer Entwicklung prägenden Charakter ausmacht“ (ebd.: 12.). Ein brauchbares Interpretationskonzept für wissensbasierte Organisationen – so die in der vorliegenden Arbeit vertretene These – muss das vorherrschende Verständnis von betrieblicher Organisation und Wissen grundlegend hinterfragen.
Steffen Dörhöfer

3. Das Management von Wissen – Managementtheorien

Zusammenfassung
Im Gegensatz zu den Konzepten der Arbeits- und Industriesoziologie, die den Wissensmanagementdiskurs kaum berücksichtigen, sind die Wissensmanagementkonzepte ein wichtiger Bestandteil der anwendungsorientierten Managementtheorie. Dementsprechend besteht das grundlegende Erkenntnisinteresse der managementtheoretischen Konzepte darin, das Wissensmanagement-Paradox nach der Managementseite aufzulösen und Wissen als eine steuerbare Unternehmensressource zu fassen. Trotzdem zeigt der dynamische Charakter des gesamten Wissensmanagementdiskurses, den Snowden (2002) anhand seiner Drei-Generationen-Typologie anschaulich aufzeigt, dass das Ressourcenverständnis von Wissen immer ambivalenter gefasst wird oder teilweise ganz an seine Grenzen stößt.
Steffen Dörhöfer

4. Entwicklung eines Untersuchungsmodells – Unternehmen, Strukturation und Wissen

Zusammenfassung
Die Diskussion der unterschiedlichen Perspektiven auf das Managen von Wissen verweist darauf, dass die Untersuchung von Wissensprozessen einen komplexen theoretischen Rahmen erfordert. Hierbei gelingt es den meisten theoretischen Konzepten nicht, den Zusammenhang zwischen organisationalen Herrschaftsverhältnissen und dem spezifischen Charakter von Wissensprozessen herzustellen. Darüber hinaus verbleiben die untersuchten Theorien oftmals bei der Fokussierung einer einzelnen Untersuchungsebene (Unternehmen, Gruppe oder Projekt), ohne die komplexen Wechselwirkungen zwischen den verschiedenen Ebenen und Wissenskontexten näher in den Blick zu nehmen. Somit bieten die theoretischen Bemühungen der Arbeits- und Industriesoziologie sowie der Managementtheorie zwar einige zentrale theoretische Bausteine zur Erschließung von Wissensordnungen in Unternehmen. Was aber bisher kaum geleistet wurde, ist die Neuinterpretation und das In-Beziehung-Setzen dieser Komponenten innerhalb eines integrativen theoretischen Untersuchungsmodells.
Steffen Dörhöfer

5. Untersuchungsfeld ITK-Industrie

Zusammenfassung
Seit dem New-Economy-Boom um die Jahrtausendwende gilt die Informationsund Telekommunikationsbranche als eigentliche Leitbranche der wissensbasierten Ökonomie und zahlreiche empirische Untersuchungen haben die Vorreiterrolle der ITK-Unternehmen in den Bereichen Unternehmensorganisation, Arbeitssystem, Chancengleichheit und betriebliche Mitbestimmung hervorgehoben. Obgleich die ITK-Unternehmen ihr Selbstverständnis als wissensintensive Organisationen in Form von Leitbildern, Strategien und mit dem Einsatz umfassender Wissensmanagementsysteme in die Unternehmensumwelt projizieren, sind die eigentlichen wissensbasierten Arbeitsformen – wie die Diskussion des arbeits- und industriesoziologischen Forschungsstandes erahnen lässt – bisher kaum untersucht worden. Infolgedessen besitzt die folgende empirische Untersuchung auf der Grundlage des entwickelten Untersuchungskonzepts einen explorativen Charakter, wenngleich die Unternehmensfallstudien eine „dichte Beschreibung“ (Geertz 1983) der Zusammenhänge von Wissensstrategie, dem Management von Wissensarbeit und den lokalen Arbeitspraktiken zulassen.
Steffen Dörhöfer

6. Management und Organisation von Wissensarbeit

Zusammenfassung
In der empirischen Untersuchung erweist sich das Management und die Organisation von Wissensarbeit als ein vielschichtiger, mehrdeutiger und zum Teil widersprüchlicher Aushandlungsprozess in den Fallunternehmen. Nicht nur die turbulenten Umweltbedingungen der Unternehmen evozieren paradoxe Anforderungen an den Umgang mit Wissen, sondern auch die internen Akteure verfolgen spezifische Vorstellungen und Interessen. Obwohl in der ITK-Branche Wissen und Innovation einen besonderen Stellenwert einnehmen, überrascht es dennoch, dass in den Fallunternehmen konsequent vermieden wird, Wissen einer reinen Managementlogik zu unterwerfen. Demnach kann zumindest in den untersuchten ITK-Unternehmen die beliebte Gleichsetzung von Wissensmanagement und Neo-Taylorismus (vgl. McKinlay 2005) ausgeschlossen werden. Vielmehr umschreibt das Wissensmanagement- Paradox ein Verhältnis, das auf allen Ebenen der Unternehmen – siehe Untersuchungsmodell – relevant ist und entsprechend der vorhandenen Handlungskonstellation unterschiedlich organisiert wird.
Steffen Dörhöfer

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