Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

​​​​In heutigen Gesellschaften stehen soziale, informationelle und räumliche Mobilität und digitale Kommunikationsmedien in einem engen Zusammenhang. Medien werden dabei nicht nur immer mobiler, sondern die Menschen verwenden sie auch zunehmend zum Zwecke kommunikativer Mobilität. Die vielfältigen Dimensionen individueller wie gesellschaftlicher Mobilitäts- und Mobilisierungsprozesse werden aus einer kommunikations- und mediensoziologischen Perspektive sowohl theoretisch als auch empirisch verortet. Dabei werden die Erträge bisheriger Forschungsansätze kritisch reflektiert und ein Blick auf zukünftige Forschungsherausforderungen geworfen und damit neue Impulse für die Diskussion geliefert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einleitung

Frontmatter

Mobilisierung, mobile Medien und kommunikative Mobilität aus kommunikations- und mediensoziologischer Perspektive

Zusammenfassung
Spätestens seit Georg Simmel gelten Bewegung und Beweglichkeit als konstituierende Merkmale moderner Gesellschaften. „Bewegungsmaschinen“ (Weibel 2004: 57) wie Zug, Auto und Flugzeug ermöglichten im Zuge der Modernisierung eine Mobilmachung aller Lebensbereiche. In heutigen Gesellschaften stehen die verschiedenen Formen sozialer, informationeller und räumlicher Mobilität in einem engen Zusammenhang.
Jeffrey Wimmer, Maren Hartmann

Theorien kommunikativer und medialer Mobilität

Frontmatter

Doing Mobility. Menschen in Bewegung, Aktivitätsmuster, Zwischenräume und mobile Kommunikation

Zusammenfassung
Menschen nutzen Medien, um gewisse Kommunikationsabsichten zu erreichen. Doch ist die Mediennutzung nicht nur eine Sache von Funktionalitäten. Nicht zuletzt ist immer der Kontext des Gebrauchs mitzudenken. Denkt man etwa an das Fernsehen, so sind nicht allein die Motive der Nutzer bestimmend.
Joachim R. Höflich

Mediatisierung, Mobilisierung und Individualisierung als Theorieansätze kommunikativer Mobilität

Zusammenfassung
Eines der bekanntesten Beispiele für die frühe wissenschaftliche Auseinandersetzung mit den Zusammenhängen von Kommunikation und Mobilität sind die medienhistorischen Betrachtungen von Harold Innis (1997), in denen er u. a. die gesellschaftlichen Auswirkungen des Übergangs von Steintafeln zum Papyrus im alten Ägypten beschreibt.
Matthias Berg

Wandel von Öffentlichkeit und Raumbezügen

Frontmatter

Mobilisiert-mediatisierte Lebenswelten und der Wandel des öffentlichen Raums

Zusammenfassung
Fabrice Girard ist Franzose. Er ist 45 Jahre alt und arbeitet als freier Wirtschaftsberater. Er lebt hauptsächlich in Paris, verbringt jedoch eine Woche pro Monat geschäftsbedingt in London. Morgens beim Frühstück nutzt Fabrice regelmäßig die französische Version des Nachrichtenportals Google News auf seinem Laptop, um sich über politische Ereignisse und Entwicklungen zu informieren.
Swantje Lingenberg

Räume und Kontexte öffentlicher Kommunikation

Zusammenfassung
Dieser Beitrag behandelt die Frage, welche Relevanz räumliche Aspekte in einer „mobilen“ und damit vermeintlich immer raumunabhängigeren Mediengesellschaft haben. Die „mobile“ Kommunikationsgesellschaft zeichnet sich durch die allgegenwärtige Verfügbarkeit von Kommunikation aus, die durch technische Hilfsmittel realisiert wird. Massenmediale wie interpersonale Kommunikation wird permanent möglich und ist mittlerweile vom physischen Aufenthaltsort fast vollständig unabhängig.
Cornelia Wallner, Marian Adolf

Wo bist du? Der geographische Raum im Zeitalter mobiler Kommunikationsmedien

Zusammenfassung
Das Ideal, „mobil, flexibel, immer erreichbar“ (Triebel 2010) zu sein, ist in weiten Teilen der Welt zum festen Bestandteil des Alltags geworden. Der lange herbeigesehnte kommunikative Austausch „von jedem beliebigen Punkt“ aus (Fürst 1923: 229, zit. nach Buschauer 2010: 19) scheint zumindest für die weltweit sechs Milliarden Handy-Nutzer bereits real geworden zu sein (MobiThinking 2012).
Maike Janssen, Wiebke Möhring

Wandel von sozialen Beziehungen und Vergemeinschaftungen

Frontmatter

Mediennutzer als mobile kommunikative Inseln. Ergebnisse eines qualitativen Experiments

Zusammenfassung
Das morgendliche Klingeln des Handyweckers, die Arbeit an Laptop und Co. bis hin zur telefonischen Koordination abendlicher Unternehmungen oder der Entspannung vor dem heimischen Fernseher – der Mensch lebt in einer mediatisierten Welt und ist zu einem ausgiebigen Mediennutzer geworden (Krotz 2003: 33ff.). Ein detaillierter Blick auf die Endgeräte zeigt zudem, dass Medien zunehmend mobil werden.
Joachim R. Höflich, Julia Roll, Juliane Kirchner

Das Ende der Verbindlichkeit? Veränderungen sozialer Beziehungen durch mobiles Kommunikationsverhalten

Zusammenfassung
Zur Verleihung der Heinrich-Tessenow-Medaille im Jahr 2009 fragt der Laudator Heinz Bude, ob Richard Sennett helfen kann, wenn sich heute, wo wir uns „über Facebook viele neue Freunde ansichtig machen können“ (taz vom 21.03.2009), eine Ungewissheit nach Lebensformen der Existenz, der Freundschaft und der Treue auftut – und beantwortet diese Frage mit einem „Ja“. Der nachfolgende Beitrag diskutiert, ob und inwieweit Sennetts 1998 erschienenes Werk „Der flexible Mensch.
Thomas Döbler

Schatz, ich hab dich gegruschelt! Nutzung von Social Network Sites in Fernbeziehungen

Zusammenfassung
Unsere Gesellschaft ist heute von einer hohen Mobilität ihrer Mitglieder und einer zunehmenden Mediatisierung des kommunikativen Handels geprägt. Bestimmende Kontexte hierfür sind zum einen Modernisierungsprozesse im Arbeitsleben, die u. a. eine berufliche Mobilität und flexible Arbeitszeiten erfordern, zum anderen digitale Kommunikationsmedien wie Smartphone und Netbook sowie technische Infrastruktur wie W-Lan und USB-Surfsticks, die die Handhabung einer wachsenden räumlichen Mobilität unterstützen. Damit einher geht ein Bedeutungszuwachs der medienvermittelten Kommunikation für die Gestaltung enger Beziehungen (Krotz 2001; Höflich/Hartmann 2006).
Juliane Kirchner

Wandel von Mediennutzung und Medienaneignung

Frontmatter

Der Erfolg zeitversetzter Fernsehnutzung im Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung

Zusammenfassung
Die Verheißungen der neuen Möglichkeiten des Fernsehens könnten ähnlicher nicht sein. Joachim Wiedemann überschrieb im Jahr 1984 seinen Beitrag in den Mediaperspektiven zur Videorekordernutzung in Deutschland mit dem Titel „Video macht Fernsehen erst schön“ (Wiedemann 1984) und sagte eine Veränderung der Art und Weise, wie wir fernsehen, voraus. Folgt man den jüngeren Prognosen für die zukünftige Entwicklung auf dem Fernsehmarkt, steht auch heute dem zeitversetzten Fernsehen eine goldene Zukunft bevor.
Olaf Jandura

Bewegter Alltag. Eine kontextsensitive Betrachtung von Mobilität und Medienkommunikation

Zusammenfassung
Medienkommunikation und Mobilität – für sich genommen sind dies schon hochkomplexe Phänomene, deren Wechselbeziehung umso mehr eine Herausforderung aktueller medien- und kommunikationswissenschaftlicher Forschung darstellt. Das Anliegen des vorliegenden Beitrages ist es, zwei eigenständige Studien zu diesem Themenfeld miteinander in Verbindung zu bringen und dabei nicht nur eine gemeinsame theoretische Perspektive, sondern ebenfalls eine Verknüpfung der empirischen Analyse zu erreichen: Es handelt sich zum einen um eine Arbeit zu Medien im Alltag von Paaren (Linke 2010) sowie eine Studie zu Interaktionssituationen in öffentlichen Verkehrsmitteln (Schlote in Vorbereitung).
Christine Linke, Isabel Schlote

Die kulturelle Infrastruktur der Mobilkommunikation. Zur Kontextualisierung mobiler Mediennutzung am Beispiel Japans

Zusammenfassung
Mobilität boomt. In den letzten Jahren ist kaum ein kommunikations- oder medienwissenschaftlicher Aufsatz erschienen, der sich nicht in irgendeiner Form mit Aspekten von medieninduzierter Bewegung, Translokalität oder kommunikativer, grenzüberschreitender Vernetzung beschäftigt. Dies hängt vor allem damit zusammen, dass die Medien mobiler geworden sind, dass sie zunehmend über die Statik ihrer Nutzungskontexte hinauswachsen und immer weniger räumlichen Restriktionen unterliegen.
Corinna Peil

Mobilität und Medien – Mediennutzung Studierender im Ausland

Zusammenfassung
Es zeigt sich und zeichnet sich weiter ab, dass alle Lebensbereiche und Aktivitäten, vom Berufsleben bis zum Freizeitverhalten, durch vielfältige individuelle wie gesellschaftliche Mobilitäts- und Mobilisierungsprozesse umgeformt werden. So zählt Mobilität zu den bedeutendsten globalen Herausforderungen des frühen 21. Jahrhunderts (vgl. Husa/Parnreiter/Stacher 2000; Castles/Miller 2009).
Sonja Ganguin, Maria Götz

Markt, Medienentwicklung und Mobilität

Frontmatter

Et kütt wie et kütt? Die iPad-App des Kölner Stadt-Anzeigers

Zusammenfassung
Im rheinischen Grundgesetz wird die Aufforderung, doch bitte keine Zukunftsangst zu haben, mit „et kütt wie et kütt“ übersetzt. Es kommt wie es kommt, wir machen dann schon etwas aus den Neuerungen. Diese Haltung ist im Journalismus in den letzten zehn, zwanzig Jahren nicht unbedingt vorherrschend gewesen.
Barbara Witte

Entwicklung von mobilen Medienangeboten: Innovationspotenziale für Unternehmen und die Rolle der NutzerInnen

Zusammenfassung
Mobile Medien und Angebote zur mobilen Mediennutzung fallen wie andere Medieninnovationen nicht vom Himmel, sondern ihre Entwicklung ist als sozialer Zusammenhang zu verstehen. Die kommunikationswissenschaftliche Forschung behandelt die beiden Seiten der Entwicklung meist unabhängig voneinander: Veränderungen der Wahrnehmung und Nutzung von Kommunikation im Zusammenhang mit neuen Medien sowie deren (gesellschaftliche) Auswirkungen stehen auf der einen Seite.
Catherina Dürrenberg

Jenseits rationaler Entscheidungen: Smartphones als Schlüssel einer mediatisierten Gesellschaft

Zusammenfassung
Wer heute mit dem Zug, der U- oder S-Bahn fährt, wird gleich mit einer ganzen Reihe von Smartphone-Nutzern mittelbar oder unmittelbar konfrontiert werden. Auch an anderen öffentlichen Orten wird das Smartphone als Schlüssel zur Telekommunikationswelt immer häufiger als Multiunterhaltungs- und Informationsgerät sichtbar. Die einen hören Musik, die anderen lesen, dritte schauen einen Film oder betrachten Urlaubsfotos.
Jörg Müller-Lietzkow, Sonja Ganguin, Anna Hoblitz

Mobile Kommunikation und Social Web: Analytische Zugänge zur ortsbezogenen Verschränkung von Öffentlichkeiten in Location-based Services

Zusammenfassung
Der vorliegende Band illustriert auf vielfältige Weise, wie hochaktuell das Thema der Mobilität ist und wie soziale, informationelle und räumliche Mobilität in Verbindung mit digitalen Kommunikationsmedien steht. Eine wachsende Bedeutung für diese Medienkommunikation in Bewegung erlangen Plattformen des Social Webs, auf denen im Folgenden der Schwerpunkt liegt.
Michael Eble

Backmatter

Weitere Informationen