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Über dieses Buch

Im Kern dieser Arbeit geht es um das Begreifen von Kognition. Der Kognitionsbegriff wird zur Schlüsselkategorie in den basalen Gedanken- bzw. Modellgebäuden und den daraus entwickelten Algorithmen. Es ist eine Arbeit, die unter anderem die philosophischen Positionen des Reduktionismus, Funktionalismus und Konstruktivismus mit einer kognitiven Theorie so in Verbindung bringt, um diese erkenntnistheoretischen Ismen mit den Erkenntnissen einer technologisierten Kognitionswissenschaft zu synchronisieren und als algorithmisierte Theorie im Rahmen eines Entwicklungsprojekt als artifizielle Kognition zu realisieren. Die Arbeit ist somit theoretisch fundiert und praktisch orientiert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Herleitung als Motivation

Zusammenfassung
Ausgangspunkt ist die zunächst unschuldig erscheinende Frage, nach dem, was man braucht, um die natürliche Kognition von Lebewesen zu begreifen. Die bisherige Antwort, vor allem die der Kognitionswissenschaft und der Philosophie, bestand darin, hierfür wiederum eine natürliche Kognition vorzusehen. Ein Begreifen der natürlichen Kognition ist nur einer natürlichen Kognition möglich.
Matthias Haun

Kapitel 2. Methodik als Entwicklungs- und Erkenntnispfad

Zusammenfassung
Die Realisierung einer artifiziellen Kognition im Rahmen eines Entwicklungsprojektes stellt ein komplexes Vorhaben dar, in dessen Verlauf Annahmen, Hypothesen, Modelle, Theorien und Algorithmen als einzelne Ergebnistypen entwickelt werden. Diese entstehen zunächst und grob betrachtet durch die Handlungskompetenzen einzelner Akteure, indem diese zusammen an der Erreichung vereinbarter Ziele arbeiten. Diese Handlungskompetenz der einzelnen Akteure setzt allerdings eine Flankierung durch eine Realisierungskompetenz voraus, soll das Entwicklungsprojekt seine gesteckten Ziele erreichen.
Matthias Haun

Kapitel 3. Natürliche Kognition als Modell

Zusammenfassung
Traditionell wird natürliche Kognition und dort das Bewusstsein im Rahmen eines ontologischen Substanzdualismus als etwas aufgefasst, das sich von den Phänomenen und Geschehnissen der materiellen Welt wesensmäßig unterscheidet. Die Auffassung von Kognition in dieser Arbeit folgt zunächst der Begriffsauffassung, wie er in der Kognitionswissenschaft und dort in der Neurowissenschaft vertreten wird. Das menschliche und im Folgenden als natürliche Kognition bezeichnete Phänomen ist zunächst ein Sprache-repräsentierendes Netzwerk neuronaler Verbindungen.
Matthias Haun

Kapitel 4. Artifizielle Kognition als Simulation

Zusammenfassung
Mit diesem Kapitel fokussiert sich die wissenschaftsphilosophische Betrachtung auf die eigentliche Entwicklung einer artifiziellen Kognition als softwaretechnologische Lösung im Rahmen des gewählten Vorgehensmodells. Hierzu wird auf der Basis kognitionswissenschaftlicher Erkenntnisse die Abbildung kognitiver Phänomene angestrebt, indem die zur Realisierung einer artifiziellen Kognition notwendigen Überlegungen unter Umgehung einer rein biologisch-physiologischen Betrachtung hin zu einer kategorial-modularen, funktionell-systemischen und damit objektorientiertalgorithmischen Betrachtungsweise verschoben wird. Dabei lassen die Fortschritte in der Informatik und dort in der Künstlichen Intelligenz als eher technische Disziplin sowie die der Kognitionswissenschaft in ihrer technologischen Ausprägung ein solches Vorhaben als logische und praktische Konsequenz und damit als eine evolutionäre anstelle der oftmals propagierten revolutionären Entwicklung erscheinen.
Matthias Haun

Kapitel 5. Wissenschaftsphilosophie als Reflexionsinstrument

Zusammenfassung
Die philosophischen Fragen begleiten die Entwicklung und Realisierung einer artifiziellen Kognition auf dem Weg von der Konzeptionalisierung einer Theorie über das Zusammenspiel von kognitiven Funktionen bis hin zur Implementierung softwaretechnischer Komponenten mittels der Techniken des Cognitive Computing. Die Techniken des Cognitive Computing basieren dabei auf einem semantischen Konzeptverarbeitungsprozess abgebildet und damit verfolgt man die triale Entwicklungsstrategie, dass man das Ganze (natürliche Kognition) nicht ohne die Orchestrierung der Teile (kognitive Funktionen), umgekehrt, die Teile (kognitive Instanzen) nicht ohne das Ganze (artifizielle Kognition) und alles beide nicht ohne die Möglichkeiten einer semantischen Konzeptverarbeitung haben kann. Insofern erscheint die Entwicklung einer artifiziellen Kognition technologisch als eine Herausforderung und ist unabhängig des Gelingens philosophisch eine Provokation.
Matthias Haun

Kapitel 6. Ausblick als Motivation

Zusammenfassung
Die Entwicklung einer artifiziellen Kognition hat gezeigt, dass die Funktionen einer natürlichen Kognition funktional-adäquat über die Modellierung, Algorithmisierung und Implementierung mittels Sprachen auf rechnerbasierten Systemen realisiert werden können. Aus Sicht des dieses Entwicklungs-, Realisierungs- und Erkenntnispfades lassen sich damit kognitive Funktionen auf physikalische Trägersysteme applizieren und damit im Rahmen eines solchen funktionalistischen und konstruktivistischen Reduktionismus auf Basis von Materie realisieren, jedoch nicht auf diese Materie ontologisch reduzieren. Der traditionelle Eigenschaftsdualismus, also die Annahme einer Nicht-Reduzierbarkeit kognitiver Eigenschaften auf physikalische Eigenschaften wurde damit als philosophische Scheindiskussion demaskiert.
Matthias Haun

Kapitel 7. Epilog

Zusammenfassung
Diese Arbeit folgte von ihrer Struktur her dem prozesshaften Ablauf der Entwicklung einer artifiziellen Kognition und begleitete dabei wissenschaftsphilosophisch die Phasen der Initialisierung, Konzeptionalisierung, Formalisierung, Implementierung, Validierung bis hin zur Realisierung. Sie endet aus historischer Perspektive noch rechtzeitig, weil in einer Zeit des Hypes rund um die Künstliche Intelligenz. So bringt das dritte Jahrtausend derzeit durch die drastische Verkürzung der Innovationszyklen bedingt, Technologien hervor, die den Bau kognitiver Lösungen nun nicht mehr nur möglich erscheinen lassen, sondern die diese Lösungen in einer hierzu nicht immer vorbereiteten Lebenswelt zum Einsatz bringen und damit den Menschen darin nicht selten aufzwingen. So ist der Mensch bereits heute nicht nur von lernfähigen Staubsaugerrobotern, autonomen Autos, sprachfähigen Avataren und prädiktiven Entscheidungssystemen umgeben.
Matthias Haun

Backmatter

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