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Über dieses Buch

Dieses Buch bietet einen fundierten Überblick über die geomorphologische Formung und vegetationsgeschichtliche Entstehung der mitteleuropäischen Auenlandschaften. Der Schwerpunkt liegt auf der Darstellung der Lebensgemeinschaften, zudem wird die außerordentliche Biodiversität dieser stark bedrohten Lebensräume betont. Bodenkundliche, geobotanische und zoologische Aspekte werden im Licht der aktuellen Forschungsliteratur diskutiert. Das Besondere ist der ganzheitliche und interdisziplinäre Blickwinkel, bei dem ökosystemale Zusammenhänge im Fokus stehen.

Das Buch vertritt einen wissenschaftlichen Anspruch in der Beschreibung der Lebensformen in Auenbiotopen, möchte aber zugleich dabei nicht auf die Darstellung der Schönheit dieser Landschaften und ihrer faszinierenden Tier- und Pflanzengemeinschaften verzichten. Aussagekräftige und zugleich stimmungsvolle Farbbilder laden den Leser ein, sich mit der Einzigartigkeit der heimischen Auenlandschaften zu beschäftigen.

Wissenschaftler und Studierende aus verschiedenen Disziplinen ebenso wie im Naturschutz tätige Praktiker und biologisch interessierte Laien werden die enge Verzahnung von Text und Fotografie in diesem Buch sicherlich zu schätzen wissen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Grundwasserlebensräume in Auenwäldern

Im humiden Klima Mitteleuropas gehen über das ganze Jahr verteilt häufig Regengüsse nieder, ohne dass dies mit einer ausgeprägt saisonalen Bevorzugung, wie etwa in subtropischen Regionen, verbunden wäre. Abzüglich Verdunstung und Transpiration sucht das Niederschlagswasser über oberflächliche Fließgewässer, wie Rinnsale, Bäche, Flüsse und letztlich Ströme, seinen Weg in Richtung Meer, wo es gespeichert wird und erneut am Wasserhaushalt teilnimmt. Fließgewässer dienen als Transportwege für den oberirdischen Wasserabfluss (discharge, runoff) vom Festland zum Meer.

Thomas Meyer

2. Quellen in Auenlandschaften

Auenbestandene Fließgewässer lassen sich stromaufwärts zurückverfolgen bis zu ihrem Ursprung, der Quelle. Der hydrologische Charakter einer Quelle als der Austrittsstelle von Grundwasser am Erdboden wird maßgeblich von der Größe des Einzugsgebietes und den periodischen Schwankungen in der Wasserschüttung des Grundwasserleiters geprägt (Schönborn und Risse-Buhl 2013).

Thomas Meyer

3. Geomorphologie von Flussläufen

Neben tektonischen Kräften im Erdinneren werden die Oberflächenformen und das Relief der mitteleuropäischen Landschaft durch exogene erosive, geomorphologische Prozesse geformt. Die das Land entwässernden Flüsse und Ströme tragen maßgeblich zur Formung der Landschaft bei. Der Begriff fluviale Formung umfasst alle Prozesse der Gestaltung von Landoberflächen durch Fließgewässer, einschließlich der Ablösung von Partikeln, des Transportes durch das fließende Wasser und der nachfolgenden Sedimentation.

Thomas Meyer

4. Böden in Auenwäldern

Das Fließgewässer mit seiner Aue muss als ein zusammengehöriges, offenes Ökosystem (ecosystem) verstanden werden, das in den potamalen, parafluvialen und hyporheischen Zonen durch hydraulische Konnektivität verkoppelt ist (Gregory et al. 1991; Claret und Boulton 2009; Fisher und Sponseller 2010; Harvey 2016).

Thomas Meyer

5. Flussbegleitende Moore und Sümpfe

Auen zählen wie Feucht- und Nasswiesen sowie Nieder- und Hochmoore zu den Feuchtgebieten, die durch eine hohe Bodenfeuchtigkeit und lokal oberflächige Wasserbedeckung gekennzeichnet sind (Reichholf 1988; Mitsch et al. 2009; Keddy 2010; Mitsch und Gosselink 2015).

Thomas Meyer

6. Hydromorphologie in Auenbiotopen

Bei den großen mitteleuropäischen Strömen wie Rhein, Weichsel oder Donau handelt es sich um alte und in ihrer grundlegenden Struktur stabile, oberflächliche Entwässerungssysteme, die die relative Lage ihrer Wasserscheiden zueinander und die generelle Fließrichtung während des Quartärs grob beibehalten haben. Zeitliche Änderungen im Flusslauf lassen sich durch Schotterablagerungen oft bis in das Spätglazial recht gut geologisch belegen und gestatten eine Rekonstruktion von Flussverlagerungen. Einige der Fließgewässer sind bereits im Tertiär angelegt. Demgegenüber sind Stillgewässer inner- und außerhalb von Auengebieten, von Ausnahmen abgesehen, weit weniger beständige Strukturen (Kalbe 1997; Schönborn und Risse-Buhl 2013; Schwoerbel und Brendelberger 2013).

Thomas Meyer

7. Paläoökologie der Auenbiotope

Einblicke in die Entstehung der azonalen Waldgesellschaften von flussbegleitenden Auen-, Bruch- und Sumpfwäldern ergeben sich durch paläoökologische Forschungsarbeiten zur Vegetationsgeschichte der Auen. Gut gesichert ist, dass in Zentraleuropa im Alttertiär ein durchweg warmes, subtropisches Klima herrschte. Wahrscheinlich begünstigt durch freigesetzte Methangase aus Vulkaneruptionen bestand an der Grenze von Paläozän und Eozän vor etwa 56 Millionen Jahren ein günstiges Klima mit einem Temperaturmaximum (Wing et al. 2003; Lenz et al. 2011).

Thomas Meyer

8. Pflanzengesellschaften in Auenbiotopen

Für die Auenentwicklung als Wuchsstandorte für Makrophyten sind geobotanische Faktoren von entscheidender Bedeutung, etwa die Tektonik und Geologie im Einzugsgebiet, die Beschaffenheit und das Mikroklima der Talsohle sowie eine Vielzahl hydrodynamischer Parameter wie das Gefälle und Abflussregime des Hauptgerinnes mitsamt der Uferausbildung. Das natürliche Fließgewässer von der Quelle zur Mündung mit seinen Nebenflüssen bildet gewissermaßen die dendritische Leitschiene für die Ausbildung der Auen als Pflanzenstandorte.

Thomas Meyer

9. Entomofauna in Auenbiotopen

In einer Vielzahl von faunistischen Arbeiten zum Makrozoobenthos wurde die ökologische Bedeutung limnischer Larvalformen für die Entomozönosen von aquatischen und semiaquatischen Organismengruppen herausgestellt.

Thomas Meyer

10. Auentypische Mollusken und Krebstiere

Unter den Makroinvertebraten nimmt der Stamm Mollusca einen prominenten Stellenwert in den Auen ein, wenn auch die hohen Artenzahlen von Arthropoden bei Weitem nicht erreicht werden.

Thomas Meyer

11. Ichthyofauna der Auengewässer

Während neuere Konzepte auf integrierten Ansätzen mit Berücksichtigung von Schlüsselarten (key stone species) beruhen bzw. die Bedeutung geochemischer Prozesse bei der Bachklassifizierung herausstellen (Braukmann 1997, 2000; Ehlert und Pottgiesser 2001; Braukmann und Biss 2004; Lorenz et al. 2004; Hubner 2007; Moog et al. 2008), werden Fließgewässer einer traditionellen Einteilung folgend nach Leitfischarten in einzelne Fischregionen untergliedert (Uhlmann und Horn 2001).

Thomas Meyer

12. Herpetofauna in Auen

Für Amphibien und einige auf Feuchtbiotope spezialisierte Reptilienarten stellen die Flussauen mit ihren strömungsberuhigten Nebenarmen, ihren Überflutungstümpeln, Flutrinnen und Verlandungszonen unverzichtbare und wichtige Lebensräume dar. Auenlandschaften haben, gemessen an trockenen Standorten, eine vergleichsweise artenreiche Herpetofauna.

Thomas Meyer

13. Auentypische Avifauna

Fließgewässer mit ihren Nebenarmen und Altwässern bilden wichtige Lebensräume für eine Vielzahl von heimischen Vogelarten, die wie kaum eine andere höhere Tierklasse auf die enge Verschränkung von aquatischen und terrestrischen Bereichen angewiesen sind. Die räumliche Nähe der Auengewässer zum Umland erlaubt es den hochmobilen Vögeln, sowohl ausreichende Nahrungsgründe als auch Rückzugsmöglichkeiten und Bruthabitate in den reichhaltig strukturierten Auenlandschaften vorzufinden.

Thomas Meyer

14. Säugetierfauna in Auenwäldern

Nur wenige heimische Säugetierarten sind ausschließlich an Auen gebunden. Zu ihnen zählt der Eurasische Biber (Castor fiber), der wie keine andere Tierart den Aspekt von Auenlandschaften gestaltet (Hinze 1960; Heidecke 1989; Grimmberger 2014) (Abb. 14.1).

Thomas Meyer

15. Auenrevitalisierung

Seit jeher nutzten die Menschen Auenlandschaften aufgrund ihrer Produktivität und der Transportkraft des fließenden Wassers für eigene Zwecke (Müller 1995; Konold et al. 2016). Mithin war die Entstehung städtischer Zivilisationen an intakte Auen gebunden, denn erst die nährstoffreichen Überschwemmungsgebiete erlaubten die Anlage und Bewässerung von großflächigen Pflanzenkulturen in den antiken vorderasiatischen Hochkulturen. Bewässerungslandwirtschaft und Fischerei waren wichtige und arbeitsintensive Betriebsformen, um eine wachsende Bevölkerung ausreichend mit Nahrung versorgen zu können.

Thomas Meyer

Backmatter

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