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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Gesundheitsöokonomische Relevanz der Patientencompliance

Die aktuelle Situation des deutschen Gesundheitswesens ist durch zahlreiche Gesundheitsreformen

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während der letzten Jahre gekennzeichnet, welche z.T. mit tiefgreifenden Einschnitten einhergingen. Hauptmerkmal dieser Umbruchphase und Neuorientierung des Gesundheitssektors ist es, dass dem bisher wenig beachteten Marktteilnehmer Patient fortlaufend h¨ohere Aufmerksamkeit zu Teil wird. Er avanciert ” … zu einem immer verheißungsvolleren Akteur auf dem deutschen Pharmamarkt“

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. Sowohl in der gegenwärtigen wissenschaftlichen als auch der gesundheitspolitischen Diskussion werden Schlagworte wie Patientenorientierung, Patientenm¨undigkeit, Patientenverhalten und Patientencompliance zunehmend inflationär verwendet. Die genannten Begriffe verdeutlichen den Paradigmenwechsel im deutschen Gesundheitswesen und fordern zum einen ein stärkeres Mitspracherecht des ” modernen Patienten“

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ein, weisen aber auch auf die gestiegene Verantwortung des einzelnen Patienten f¨ur das Gelingen der Therapie hin.

Christian Schäfer

2. Grundlagen der Patientencompliance

Die auf dem Gebiet der Versorgungsforschung angesiedelte Studie beschäftigt sich mit dem Krankheitsbild der Hypertonie. Im Speziellen setzt sich die Studie mit der Krankheit, der Therapie und dem Complianceverhalten der betroffenen Patienten auseinander. Im Folgenden wird daher zunächst das erforderliche Verständnis der Erkrankung - Bluthochdruck - aufgebaut und ferner eine Diskussion des Compliancebegriffs vor dem Hintergrund der einleitend umrissenen Entwicklung dargestellt. Die an dieser Stelle notwendigen Erläuterungen dienen der Ableitung eines einheitlichen Begriffsverständnisses und zur Orientierung innerhalb der vorliegenden Studie. Abschließend wird in diesem Kapitel eine Diskussion der Literatur zum Therapietreueverhalten von Patienten angestellt.

Christian Schäfer

3. Konzeptualisierung eines Modells zur Erklärung von Complianceverhalten

Ziel der Untersuchung ist es, das Therapietreueverhalten von Patienten in einem ersten Arbeitsschritt zu konzeptualisieren, um die das Verhalten prägenden Determinanten zu bestimmen. In einem zweiten Arbeitsschritt schließt sich die Operationalisierung des konzeptualisierten Untersuchungsmodells an. Im Rahmen der Konzeptualisierung werden zunächst inhaltlich relevante Aspekte und Dimensionen des Complianceverhaltens herausgearbeitet.

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Grundlage der inhaltlichen Überlegungen sind verschiedene wissenschaftliche Theorien,Üsofern diese in ausreichendem Umfang auf die zu untersuchende Fragestellung anwendbar sind. Andernfalls bedarf es einer exploratorischen Untersuchung.

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Christian Schäfer

4. Empirische Überprüfung der unterstellten Wirkungszusammenhänge

Das im letzten Kapitel theoriegeleitet erarbeitete Untersuchungsmodell der Therapietreue wird in diesem Kapitel auf empirische Fundiertheit geprüft. Hierzu kommen verschiedene statistische Methoden der Konstruktmessung zum Einsatz. Neben der Erläuterung und Darstellung der Gütebeurteilung von latenten Variablen werden in den folgenden Abschnitten zunächst Verfahren der Kausal- und Clusteranalyse erklärt und vorgestellt.

Christian Schäfer

5. Untersuchung moderierender Effekte des Complianceverhaltens

Nachdem das Basismodell der Konfrontation mit den erhobenen Daten standhalten konnte, steht in diesem Abschnitt die Untersuchung der 3. Forschungsfrage nach dem Einfluss situativer Einflussfaktoren an. Wie eingangs des Abschnitts 4.4 angemerkt, sind die Parametersch ätzungen und Gütekriterien der Mess- und Strukturmodelle der im Folgenden paarweise verglichenen Teilmodelle in den Anhängen A.3 und A.4 zusammenfassend dargestellt. Aus den Modellübersichten im Anhang geht hervor, dass sämtliche Teilmodelle auf Grundlage des Basismodell-Indikatorensets geschätzt wurden, wodurch die notwendige Messmodellinvarianz gewährleistet ist.

Christian Schäfer

6. Patientenmarktsegmentierung und Patienten-Compliance-Index

In der Praxis des Pharmamarketings wird es zunehmend wichtiger, den einzelnen Patienten als Endverbraucher der Medikamente möglichst differenziert und individuell anzusprechen. Es sollte zum entscheidenden Erfolgsfaktor werden, den Patientenmarkt hinsichtlich verschiedener Compliance-Typologien zu unterteilen. Aus diesem Grund werden im Folgenden verschiedene Patientenprofile anhand einzelner Verhaltensdeterminanten differenziert und nach strategisch sinnvoll zu bearbeitenden Patientensegmenten unterteilt. Dieser Abschnitt dient der Beantwortung der 4. Forschungsfrage.

Christian Schäfer

7. Gesundheitsökonomische Evaluation des Schadens der Non-Compliance

Das Interesse an der gesundheitsökonomischen Bewertung, der aus unzureichender Compliance resultierenden Opportunitätskosten für das Gesundheitssystem, ist während der letzten Jahre stetig gestiegen

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. Dies ist zum einen der Fall, da Medikamente tendenziell wirkungsstärker geworden sind und mit der Falscheinnahme höhere gesundheitliche aber auch finanzielle Risiken für das System entstehen. Zum anderen impliziert die falsche bzw. unzureichende Einnahme eines hochpreisigen Medikaments durch das Ausbleiben der therapeutischen Wirkung ebenfalls verlorene Gelder für das Gesundheitssystem.

Christian Schäfer

8. Wie Versorgungsforschung Transparenz schafft

Dieser Abschnitt dient der Sensibilisierung der verschiedenen Marktteilnehmer des deutschen Gesundheitsmarktes für die zukunftsweisenden Möglichkeiten des Einsatzes evidenzbasierter Daten zur Patientencompliance.826 Wie bereits angemerkt, verfügt das deutsche Gesundheitswesen derzeit weder über belastbare empirische Daten zum tats¨achlichen Niveau der Patientencompliance in den unterschiedlichen Morbidit¨atsgruppen noch über ausreichend Wissen über Faktoren, die das Complianceverhalten positiv beeinflussen. Diese Studie hat daher zwei Zielsetzungen: Die Schaffung einer Datengrundlage und die Messbarkeit von Therapietreue zu ermöglichen. Das erste Ziel wird mit einer bevölkerungsbasierten Umfrage erreicht, die Aufschluss geben soll über verhaltensauslösende Elemente im Compliancekontext. Für das zweite Ziel wurde der Patienten Compliance Index (PCI) entwickelt, ein Index der das Ausmaß der Therapietreue messbar und objektiv vergleichbar macht.

Christian Schäfer

9. Implikationen für das Compliance-Management

Wie es die Ergebnisse der empirischen Untersuchung dokumentieren, konnten durch den gewählten Untersuchungsansatz des Basismodells entscheidende Erfolgsfaktoren der Patientencompliance identifiziert werden. Die dargestellten Ergebnisse bieten Ansatzpunkte für gezielte Interventionsmaßnahmen in der Praxis des Pharmamarketing, aber auch für andere Akteure aus dem Gesundheitssektor. Eine zentrale Erkenntnis der Untersuchung, welche sich mit den Ergebnissen anderer Compliancestudien auf dem Gebiet der Hypertonie deckt, ist, dass lediglich bei einem guten Drittel der Patienten eine als gut zu bezeichnende Compliance gemessen werden konnte. Das derzeit unausgeschöpfte Marktpotenzial in den Bereichen der partiell- und non-complianten Patienten kann daher als erheblich bezeichnet werden. Die in diesem Abschnitt angeführten Überlegungen haben das Ziel, die Effektivität und Durchschlagskraft des Compliance-Managements, als beeinflussbar identifizierte Determinante des Patientenverhaltens, positiv zu stimulieren und damit den Grundstein für eine höhere Therapietreue im Bluthochdruckbereich zu legen.

Christian Schäfer

10. Zusammenfassung der zentralen Ergebnisse

Ausgangspunkt der vorliegenden Untersuchung war die Beobachtung, dass in der aktuellen gesundheitspolitischen Diskussion verstärkt Forderungen nach einer höheren Therapietreue des Patienten zu vernehmen sind. Die Motive für diesen Appell sind vielfältig. Eine höhere Patientencompliance wird als eine der größten Effizienzreserven unserer krankenden Gesundheitssysteme gehandelt. Die Hoffnung, durch eine gesteigerte Therapietreue, einen Quantensprung hinsichtlich der Kosten-Nutzen-Relationen innerhalb des Gesundheitswesens zu erreichen, ist enorm. Erwartet wird, dass durch eine höhere Therapietreue des einzelnen Patienten, bessere gesundheitliche Resultate zu erzielen sind und diese implizit dazu führen, dass die finanziellen Aufwendungen zur Behandlung potenzieller Folgeerkrankungen sinken.

Christian Schäfer

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