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Über dieses Buch

Crowdsourcing steht für das Mitmachphänomen im Web 2.0. Die sogenannte Schwarmökonomie bildet sich immer dominanter in der digitalen Gesellschaft heraus. Dabei verschwindet die Grenze zwischen Produzent und Konsument – der User wird zum „Prosumenten“. Parallel entwickelt sich das Crowdfunding: viele kleine Beträge summieren sich dank webbasierter Zahlungssysteme für die Realisierung von Projekten. Als Sammelstellen agieren Online-Finanzierungsplattformen. Damit wird die Idee der sozialen Netzwerke um die ökonomische Dimension erweitert. Die Auswirkungen auf bestehende Rechts-, Steuer- und Sozialsysteme wurden jedoch bisher in der Euphorie über die neuen Möglichkeiten wenig bis gar nicht berücksichtigt. Das betrifft auch Dienstleister wie beispielsweise Paypal und Bitcoins. Das Buch informiert über die Chancen und Entwicklungen dieser neuen Finanzierungssysteme und beschäftigt sich kritisch mit ihrer Einbettung in die aktuellen realwirtschaftlichen Rahmenbedingungen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Der Wandel zur Mitmachgesellschaft

Zusammenfassung
Der Übergang von Kapital zu Wissen als wichtigstem Produktionsfaktor geht seit mehreren Jahrzehnten vor sich und hat bereits vor der weiten Verbreitung der Informations- und Kommunikationstechnologie eingesetzt.
Elfriede Sixt

2. Definition und Phänomene des Web 2.0

Zusammenfassung
Tim O’Reilly (Tim O’Reilly, Blogbeitrag: „What Is Web 2.0, Design Patterns and Business Models for the Next Generation of Software“ veröffentlicht am 30. September 2005, http://oreilly.com/web2/archive/what-is-web-20.html. Zugegriffen: 25. März 2014), Gründer des O’Reilly-Verlages, definiert den Begriff des Web 2.0 ähnlich wie Eric Knorr als eine neue Bewegung in der Computerindustrie hin zum Internet als Plattform.
Elfriede Sixt

3. Nutzung der Schwarmintelligenz

Zusammenfassung
Mit der Entwicklung des Internets zur einer weit entwickelten interaktiven Kommunikations-plattform gewinnt die Nutzung der kollektiven Intelligenz über das World Wide Web für Unternehmen, Gesellschaft und Politik immer mehr an Bedeutung. Dabei wird ein Bottom-up-Lösungsansatz angewandt: Jedes Individuum im Schwarm nimmt eigenständig Informationen auf und verarbeitet sie, indem es sich mit anderen austauscht. Auch wenn dann jeder über sein Verhalten selbst entscheidet, kann die Weisheit der Vielen andere, womöglich bessere Lösungen hervorbringen als ein zentralistisch und hierarchisch strukturiertes System.
Elfriede Sixt

4. Spezifika neuer Geschäftsmodelle im Web 2.0

Zusammenfassung
Die neuen Geschäftsmodelle, die sich in der Netzwerkökonomie entwickeln, weisen einige Besonderheiten auf:
  • Viele Produkte dieser neuen Geschäftsmodelle sind digitale Produkte, die ohne oder mit minimalen Zusatzkosten vervielfältigt werden können;
  • die Innovationen sind vergleichsweise wenig wissenschaftlich geprägt, viel stärker auf die Marktseite orientiert und haben meist auch niedrigere technologische Unsicherheiten, als dies bei Projekten in anderen Technologiefeldern der Fall ist;
  • durch die Viralität des Web 2.0 zeigt sich der Markterfolg der neuen Geschäftsmodelle viel schneller als bei traditionellen Vertriebsschienen;
  • schnelle Fokussierung auf die Anwenderanforderungen und die Marktbedingungen sowie die Gewinnung strategischer Partner in den Zielbranchen (vor allem bei e-Commerce) ermöglicht mit begrenztem Kapitaleinsatz den Nachweis der Tragfähigkeit eines Geschäftsmodells;
  • projekte aus dem Web 2.0 wachsen im Erfolgsfall früher und schneller, was zu einem besseres Chancen-/Risiko-Verhältnis als sonstige Technologiegründungen führt;
  • gute Skalierbarkeit im Verhältnis zu Dienstleistungsunternehmen (kaum) bzw. Hochtechnologie-Unternehmen (in sehr langen Zeitrahmen);
  • es sind nur geringe Investitionen aufgrund der neuen technischer Möglichkeiten des Marktes notwendig (Demokratisierung der Technologie);
  • viele Web 2.0 Projekte erfordern keinen oder nur einen geringen Bedarf für weitere Finanzierungsrunden; nach Erreichung der Marktziele ist meist die weitere Finanzierung mittels Cashflow möglich;
  • Es besteht die Möglichkeit für Investoren/Unterstützer, mit einem darstellbaren niedrigen Kapitaleinsatz das Projekt zu unterstützen.
Elfriede Sixt

5. Finanzierung innovativer Unternehmen

Zusammenfassung
Es besteht auf europäischer Ebene Einigkeit darüber, dass dem zunehmenden Wettbewerbsdruck einer vernetzwertigten und globalisierenden Wirtschaft – wohlstandswahrend – nur mit einer entsprechenden Innovationskraft der Unternehmen begegnet werden kann.
Elfriede Sixt

6. Crowdfunding als mögliche Finanzierungsalternative

Zusammenfassung
Historisch gesehen war die Idee der gemeinschaftlichen Finanzierung immer schon eine beliebte Finanzierungsmethode, wenn die klassischen Geschäfts- oder Finanzierungsmodelle nicht oder nicht mehr funktioniert haben:
Die ersten Genossenschaften im deutschsprachigen Raum wurden Mitte des 19. Jahrhunderts von Hermann Schulze-Delitzsch im sächsischen Delitzsch und von Friedrich Wilhelm Raiffeisen im rheinland-pfälzischen Weyerbusch als Antwort auf die notleidende ländliche Bevölkerungssituation gegründet (vgl. auch Abschn. 3.3.1. Beispiele für sonstige partizipative Finanzierungsmodelle: Genossenschaften).
Elfriede Sixt

7. Spendenbasierendes Crowdfunding

Zusammenfassung
Bei den Crowdfunding-Kampagnen, bei denen die Unterstützer keine oder nur symbolische Dankeschöns (z. B. Dankesmail, oder Erwähnung des Spenders auf der Webseite der Spenderorganisation) für ihre Geldleistungen bekommen, handelt es sich meist um Online-Spendenaufrufe für karitative und oder gemeinnützige Projekte.
Elfriede Sixt

8. Rewardbasierendes Crowdfunding

Zusammenfassung
Beim rewardbasierenden Modell erhält der Unterstützer, auch Supporter genannt, für seine Unterstützungsleistung Gegenleistungen folgender Art:
  • Eine wertmäßig unwesentliche Gegenleistung in Form von Dankeschöns ideeller Natur (Poster, Single etc.);
  • eine wertmäßig wesentliche Sachleistung. Meist handelt es sich dabei um die Vorfinanzierung von Spiel-, Musik- und Hardwareprodukten (PreSales). Dabei bestellt der Geldgeber das fertige Produkt zu einem günstigeren Preis vorab und ermöglicht auf diese Weise erst die Produktion (z. B. einer CD, eines Spiels oder Hardware);
  • Hybridmodelle: Dabei erhält der Geldgeber zusätzlich zu obigen unwesentlichen oder wesentlichen Sachleistungen einen Anteil an den laufenden Verkaufserlösen des zu finanzierenden Projekts.
Elfriede Sixt

9. Equitybasierendes Crowdfunding/Crowdinvesting

Zusammenfassung
Einer der Bereiche, dem am meisten Wachstumspotenzial im Crowdfunding vorausgesagt wird, ist das equitybasierende Crowdfunding auch als Crowdinvesting bezeichnet.
Elfriede Sixt

10. Lendingbasierendes Crowdfunding/Crowdlending

Zusammenfassung
Der Buchhandel wurde durch Amazon revolutioniert und nicht durch Hugendubel. Netflix hat den Filmverleih umgekrempelt und nicht etwa Blockbuster. Neue Marktteilnehmer wie Lendico ermöglichen neue und zugleich bessere Lösungen. Klassische Banken werden in Zukunft zunehmend durch solche Innovationen in Frage gestellt. Lendico sehe ich als Innovationstreiber und in 3 Jahren als sehr präsente und akzeptierte Alternative zum klassischen Bankgeschäft. – (Dominik Steinkühler, Geschäftsführer Lendico)
Elfriede Sixt

11. Hybride Modelle

Zusammenfassung
Es entwickeln sich immer mehr Mischmodelle aus den einzelnen Crowdfundingarten, die nicht unerwähnt bleiben sollten:
  • Royaltybasierende Crowdfunding-Modelle
Dabei bekommt der Geldgeber als Gegenleistung für sein Investment zusätzlich oder ausschließlich einen Anteil der Einnahmen aus dem finanzierten Projekt. Der Projektinhaber muss bei diesem Lizenzmodell keine Anteile seines Unternehmens abgeben, und die Zahlungsverpflichtung tritt erst beim Projekterfolg ein. Interessant könnte dieses Lizenzmodell beispielsweise für Patente und Erfindungen, Filme, Musikstücke, Games und Software oder Mode werden. Abwandlungen dieser Modelle sehen auch die Möglichkeit vor, dass die Lizenzgebühren nicht in Geld, sondern in Produkten oder Dienstleistungen zahlbar sind. Vorstellbar ist es, dass einem Investment beim Winzer ein Wein-Abo gegenübersteht.
Elfriede Sixt

12. Rechtliche Situation der Crowdfunding-Plattformen

Zusammenfassung
Abhängig von der jeweiligen Ausgestaltung der einzelnen Crowdfunding-Plattform zu den Fragestellungen:
  • Was erhält der Geldgeber/Unterstützer als Gegenleistung für seine Spende/Unterstützung/Investment?
  • Falls finanzielle Gegenleistungen erfolgen, wird Fremdkapital oder Eigenkapital eingeworben und in welche gesellschaftsrechtliche Beteiligungsform liegt vor?
  • Auf welche Art und Weise werden Anleger/Kreditgeber/Unterstützer und Projektinhaber/Kreditnehmer zusammengebracht?
  • In welcher Weise erfolgt der Transfer des Kapitals?
Ergeben sich unterschiedliche rechtliche Konsequenzen.
Elfriede Sixt

13. Steuern und Crowdfunding

Zusammenfassung
UnternehmerIn ist, wer eine gewerbliche oder berufliche Tätigkeit selbständig ausübt. Zu diesen Tätigkeiten gehört nach dem Gesetz jede nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Einnahmen; eine Gewinnerzielungsabsicht ist dabei nicht notwendig. Die UnternehmerInneneigenschaft hängt von keiner bestimmten Rechtsform ab, sie kann auch bei losen Zusammenschlüssen entstehen, wenn diese zur Erzielung von Einnahmen nach außen tätig werden.
Elfriede Sixt

14. Schwachstellen des Crowdfundings

Zusammenfassung
Crowdfunding steht erst am Anfang seiner Entwicklung. Das Potenzial scheint groß und das damit einhergehende Engagement Vieler könnte einige gesellschaftliche Probleme, wie beispielsweise den Rückgang der Innovationskraft der entwickelten Länder, die sich in den letzten Jahren vermehrt gezeigt haben, lösen.
Elfriede Sixt

15. Crowdfunding in der Europäischen Union

Zusammenfassung
Als Reaktion auf die nach der Subprime-Krise 2008 auf den Weltmärkten herrschende Rezession stellte die Europäische Kommission im März 2010 die Strategie Europa 2020 vor.
Elfriede Sixt

16. Die Situation in den Vereinigten Staaten

Zusammenfassung
Die rechtliche Situation für die Plattformen in Europa entspricht in weiten Teilen der Situation der U.S. Crowdfunding-Plattformen. Auch in den USA sehen sich die Aufsichtsbehörden verpflichtet, besonders die Kleinanleger bei Eigenkapitalinvestments (Crowdinvesting) zu schützen. Öffentliches Einwerben von Kapital war bis vor kurzem für US-Unternehmen nur unter sehr restriktiven Bestimmungen möglich. Dies hat sich jedoch bereits zum Teil geändert bzw. soll sich in den nächsten Monaten noch weiter ändern aufgrund der Bestimmungen des JOBS Acts (Jumpstart Our Business Startups Act).
Elfriede Sixt

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