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Über dieses Buch

Gregory Mohr untersucht am Beispiel der Serie Better Call Saul und anderer zeitgenössischer Serien die Erzählarchitektur aktueller Fortsetzungsstaffeln und stellt dabei die Verfahren der Langsamkeit und den daraus resultierenden erzählerischen Gewinn ins Zentrum der Analyse. Damit liefert er in diesem bisher unterrepräsentierten Forschungsbereich einen Beitrag zur Diskussion um die qualitative Aufwertung und Komplexitätszunahme in TV-Serien, die sich in sozialen Netzwerken, Feuilletons und wissenschaftlichen Diskursen einen festen Platz gesichert haben. Mit dem langsamen Erzählen tritt ein noch junges Phänomen hinzu, das gleichzeitig als Schlaglicht vieler zeitgenössischer Serien zu bemerken ist.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Die TV-Serie sowie ihr Ursprungsmedium befinden sich im Wandel. Seit Langem haftet dem Fernsehen und seinem Programm ein Negativimage an, das sich durch eine Vielzahl soziologischer Studien verhärtete. So stellten beispielsweise Ridder und Engel in ihrer Studie fest, dass das Fernsehen das für den Eskapismus bevorzugte Medium sei.

Gregory Mohr

Kapitel 2. Theoretische Vorüberlegungen

Laut Roger Hagedorn definiert sich serielles Erzählen „through the practice of offering a narrative text to consumers in isolated, materially independent units available at different but predictable times: in a word, in successive episodes.” Serielles Erzählen ist keine Neuerfindung des Fernsehens. Die morgenländischen Erzählungen Tausendundeine Nacht werden häufig als frühes Beispiel genannt.

Gregory Mohr

Kapitel 3. Quantitative Analyse

Eine gängige quantitative Analysemethode besteht in der statistischen Untersuchung der Einstellungslängen und dem daraus folgenden Bestimmen der durchschnittlichen Einstellungsdauer (average shot length – kurz: ASL; gemessen in Sekunden) und dem Mittelwert der Dauer (median shot length – kurz: MSL). Eine Vielzahl an Programmen bietet die Möglichkeit, solche Parameter computergestützt zu erfassen. Der Fernsehwissenschaftler Jeremy Butler stellt auf seiner Homepage zahlreiche Ergebnisse zur Verfügung, die er mittels der Shot Logger-Software ermittelt hat.

Gregory Mohr

Kapitel 4. Better Call Saul

Bisher verfügt Better Call Saul über 30 Episoden in drei Staffeln und wird seit 2015 vom Basic-Cable-Sender AMC ausgestrahlt, der auch die Produktion in Auftrag gibt. Better Call Saul fällt also in die Kategorie der sogenannten Eigenproduktionen, die den jeweiligen Sendern mitunter dazu dienen, ein Stammpublikum an sich zu binden und die Aufmerksamkeit für die eigene Marke zu erhöhen, um die Verhandlungsposition mit Kabel- und Satellitenbetreibern zu verbessern.

Gregory Mohr

Kapitel 5. Rectify

Rectify ist die erste eigenproduzierte TV-Serie des Basic Cable-Senders Sundance TV. Die Serie besteht aus insgesamt 30 Episoden, die sich auf vier Staffeln verteilen und von 2013 bis 2016 auf Sundance TV ausgestrahlt wurden und damit auf einem Sender, der in enger Verbindung zum renommierten Sundance Film Festival steht und sich im Besitz von Robert Redford respektive in der von ihm geführten Sundance Group befindet. Konzipiert wurde Rectify von Showrunner Ray McKinnon, der zuvor überwiegend als Darsteller in zahlreichen Filmen und TV-Serien (unter anderem in der HBO-Serie Deadwood und der FX-Serie Sons of Anarchy (USA 2008-2014)) mitwirkte, aber auch für seine Regiearbeit The Accountant (USA 2001) 2002 mit dem Academy Award für den besten Kurzfilm ausgezeichnet wurde.

Gregory Mohr

Kapitel 6. The Leftovers

The Leftovers basiert auf Tom Perottas gleichnamigem Roman aus dem Jahr 2011, für dessen Serienadaption sich HBO bereits kurz vor dessen Publikation die Rechte sicherte. Entwickelt wurde die Serie von Perotta selbst gemeinsam mit Damon Lindelof, der sich einige Jahre zuvor bereits für die erfolgreiche ABC-Mystery-Serie Lost verantwortlich zeichnete und der The Leftovers als Showrunner begleitete. Die Serie besteht insgesamt aus 28 Episoden, die sich auf drei Staffeln verteilen.

Gregory Mohr

Kapitel 7. Conclusio

Die Anzahl der als „langsam erzählend“ bezeichneten TV-Serien ist in den letzten Jahren massiv gestiegen. Diese Zunahme lässt sich einerseits vielleicht als Reaktion auf eine schneller werdende Alltagswelt oder mit der gleichzeitig allgemein steigenden Quantität an Serienproduktionen erklären, woraus andererseits aber ein Bedürfnis resultiert, Serien mit bestimmten Distinktionsmerkmalen zu versehen, die sie aus der Produktionsmasse abheben. In den 1990er Jahren ließ sich beispielsweise eine Tendenz erkennen, vermehrt von der vorherrschenden Form der Episodenserie abzuweichen, indem TV-Serien zu den rein episodischen Plotlines zusätzlich episodenübergreifende Handlungsbögen integrierten und damit ein narratives Merkmal, das zuvor weitestgehend der Soap Opera eigen war, zu annektieren.

Gregory Mohr

Backmatter

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