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Über dieses Buch

Dieses Buch untersucht auf evolutionspsychologischer Basis Moral und ihre Auswirkungen. Wir teilen die Welt in gut und böse ein. Moral soll sie verbessern. Da sie am Ideal ausgerichtet ist, nicht an Naturgesetzen, führt Moral häufig zu gesellschaftlich unerwünschten Nebenwirkungen. Um unsere sittlichen Ideale an das dem Menschen Mögliche anzupassen, benötigen wir neben der Moral weitere vorläufige Ergebnisse der kulturellen Evolution: gesellschaftliche Institutionen, Recht, Technik, Wissenschaft, Politik. Diese können dem Menschen dienlich sein, wenn sie die Natur des Menschen berücksichtigen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Was soll man wollen? Das Gute natürlich und lassen soll man das Böse. Was ist das Gute? Wenn das Gute die Negation des Bösen ist, dann war das Böse zuerst da. Und was ist böse? Nach dem Alten Testament kommt das Böse daher, dass Adam und Eva vom Baum der Erkenntnis des Bösen und des Guten gegessen haben, was ihnen von Gott ausdrücklich verboten worden war. Demnach kam auch aus christlicher Sicht das Böse zuerst, weil die beiden ersten Menschen auf Raten der Schlange Gott nicht gehorcht haben. Das Böse entsteht demnach durch Ungehorsam gegenüber Gott. Durch das Essen der von Gott verbotenen Frucht entstand die Erbsünde.
Lydia Lange

Kapitel 2. Wie kommt die Moral zu uns? Evolution und Lernen

Seit homo sapiens existiert, gibt es moralische Vorschriften. Sie gründen auf prosozialen Neigungen und auf Abwehrreaktionen und werden uns auf unterschiedliche Weise und durch verschiedene Einrichtungen nahegebracht. Jahrtausende alte moralische Gebote und Verbote werden heute noch verkündet. Andere scheinen neu zu sein. Die moralischen Zugangsformen oder „Instanzen“ existieren nebeneinander. Es sind dies Religionen, die Moralphilosophie, das Gewissen und moralische Werte.
Lydia Lange

Kapitel 3. Weltanschauung, Sprache, Symbole und Moral

Der Mensch verfügt über zerstörerische moralisch gesehen schändliche Anlagen, die durch die Moral nicht ausgemerzt werden konnten. Wie sind unsere urgeschichtlichen Vorfahren mit den für ihre Gattung schädlichen Neigungen umgegangen? Unsere Ahnen führten das Geschehen in ihrer Umwelt nicht auf objektiv wirkende Naturgesetze zurück, sondern auf Kräfte und Geister, die man durch wohlgefälliges Verhalten und bestimmte Rituale beeinflussen kann. Vermutlich bedeutete es einen Überlebensvorteil, unsichtbare Kräfte als das menschliche Schicksal beeinflussende Mächte anzusehen. Man stellte Zusammenhänge her und versuchte, auf sie einzuwirken. Wie stellte man sich diese Kräfte vor? Ähnlich wie die Menschen selbst, nur mächtiger. Der Glaube an Geister und Götter wurde geboren. Später kamen andere Weltanschauungen hinzu. Übermittelt wird die Moral durch Sprache, Bilder und Symbole.
Lydia Lange

Kapitel 4. Moralische Werte psychologisch betrachtet

Moralische Werte und der kategorische Imperativ unterscheiden sich im Steuerungsort der Moral. Die Werte sind gesellschaftliche Ansprüche, der kategorische Imperativ ist ein Vermögen des Individuums. Da zum Teil die gleichen Worte für die Moral nach Kant und für einige moralische Werte gebraucht werden, ist es sinnvoll, deren Bedeutungsgehalt in beiden Bezugssystemen zu untersuchen. Dies empfiehlt sich für die Begriffe „Freiheit“ und „Würde“. Als moralischer Wert heißt die Würde „Menschenwürde“. Und wie verhält es sich mit moralischen Werten wie Gerechtigkeit, Gleichheit, Ehre oder Reinheit?
Lydia Lange

Kapitel 5. Spezielle Moral

Moralauffassungen unterscheiden sich nicht nur danach, wo ihr Ursprung gesehen wird, sondern auch nach Intensität und Abstraktionsniveau. Mit der Intensität ist die Höhe der moralischen Ansprüche gemeint, mit dem Abstraktionsniveau die Konkretheit der Anforderungen. Im Alltag sind moralische Forderungen konkret, greifbarer als bei philosophischen Erörterungen und in politischen Grundsatzprogrammen. Was tut man, wenn es konkret wird, wenn man handeln muss oder möchte? Wie kommt Supermoral zustande, die auf nichts Rücksicht nimmt, auch nicht auf die eigene Person?
Lydia Lange

Kapitel 6. Moralische Schlussfolgerungen psychologisch betrachtet

Wir betrachten den Menschen als grundsätzlich für sein Handeln und dessen Folgen moralisch verantwortlich, es gibt nur wenige einschränkende Bedingungen. Die Verantwortlichkeit ergibt sich aus der möglichen Vorhersehbarkeit der Konsequenzen. Auf diese können wir uns einstellen. Dabei können wir uns täuschen. Die Verantwortlichkeit wird moralisch durch die Absicht gestärkt. Ich übernehme Verantwortung für mein Tun, wenn ich eine Entscheidung öffentlich verkünde oder begründe. Andere schreiben mir Verantwortung zu, wenn sie eine Absicht zu erkennen glauben oder die Folgen vorhersehbar sind. Wird die Absicht von anderen erkannt, kann man nicht mehr zurück. Gesteuert werden moralische Urteile vom Selbstbild.
Lydia Lange

Kapitel 7. Welche Folgen hat Moral?

Die Bedürfnisse des einzelnen Menschen und die Interessen der Gesellschaft oder Gruppe divergieren häufig. Wären die Bedürfnisse aller Menschen gleich, auch aller Lebewesen, gäbe es keine Evolution. Gesellschaftliche Interessen werden erfüllt, wenn man ihre Verfolgung zur Pflicht macht. Ob Pflichten erfüllt werden, hängt nicht nur von den Personen ab, die sich darum bemühen, sondern auch von der Situation, in der sie sich befinden. Das sehen Moralphilosophen häufig anders. Sie meinen, man sollte seine moralische Pflicht immer erfüllen. Leicht gesagt, aber schwer getan. Wenn man es nicht schafft, die moralischen Forderungen zu erfüllen, gibt es verschiedene Möglichkeiten, auf individueller und auf Gruppenebene, das geistig doch noch zu bewerkstelligen: durch Rechtfertigen, Geheimhaltung, Heucheln, oder indem man handelt und die Gruppe verlässt.
Lydia Lange

Kapitel 8. Die Moral im Wettbewerb mit anderen Ergebnissen der kulturellen Evolution

Die Moral ist ein Produkt der kulturellen Evolution auf der Basis der biologischen Evolution, das der Gruppe und der Gesellschaft dient. Der Einzelne überwindet durch dieses geistige Instrument sein Eigeninteresse und hilft anderen. Auf der Grundlage prosozialer und anderer Antriebe folgen wir den Anforderungen und der Weltsicht der Gruppe. Dabei setzt die Realität der Moral Grenzen. Diese Grenzen zu berücksichtigen, können andere Ergebnisse der kulturellen Evolution helfen: das Recht, die Wissenschaft, staatliche Regulierung.
Lydia Lange
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