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Über dieses Buch

Das Lehrbuch stellt den Wandel der Sozialpolitik in Deutschland in ausgewählten Teilfeldern seit Mitte der 1970er Jahre dar und untersucht diesen aus der Perspektive der Politikfeldanalyse. Ein erster Teil thematisiert Sozialpolitik als Gegenstand der Politikfeldanalyse. Hier werden zentrale Theorien vorgestellt sowie die normativen Grundlagen, die internationale Einordnung und die historische Entwicklung der Sozialpolitik in Deutschland erörtert. In einem zweiten Teil setzen sich Beiträge zu den Teilfeldern „Einkommen und Verteilung“, „Arbeitsmarkt“, „Gesundheit“, „Pflege“, „Familie“ und „Alterssicherung“ mit feldspezifischen Strukturen auseinander, stellen Policy-Wandel seit Mitte der 1970er Jahre dar und nutzen politikfeldanalytische Theorien zu seiner Erklärung.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Chapter 1. Einleitung: Sozialpolitik als Gegenstand der Politikfeldanalyse

Die Sozialpolitik mit ihren unterschiedlichen Regelungsfeldern (u. a. Verteilung von Einkommen und Vermögen, soziale Grundsicherung, Arbeitsmarkt und Beschäftigung, Gesundheit, Pflege, Familie, Alterssicherung) ist seit dem 19. Jahrhundert ein zentraler Tätigkeitsbereich des modernen Nationalstaates (Leibfried/Zürn 2006: 30). Dieser greift als Sozial- oder Wohlfahrtsstaat1 mit Instrumenten der regulativen sowie prozessorientiert regulierenden, (re-) distributiven und informationellen Politik ordnend, ausgleichend und steuernd in marktwirtschaftliche und gesellschaftliche Interaktion ein (vgl. Bäcker et al. 2008: 47). Im Einzelnen zählen zu den spezifisch sozialpolitischen Instrumenten dabei: formale Regeln (gesetzliche Ge- und Verbote, formale soziale Rechte), finanzielle Leistungen (individuelle soziale Transferleistungen, Investitionen, z. B.
Renate Reiter

Chapter 2. Normative Grundlagen, Strukturen und internationale Einordnung der Sozialpolitik in Deutschland

Eine zentrale Idee sozialpolitischen Handelns und ein wichtiger Orientierungspunkt der Organisation des Sozialstaates, seines spezifischen Instrumenten-Mixes und -Einsatzes und damit auch jeglicher sozialpolitischer Entscheidung ist die Idee der sozialen Gerechtigkeit. Neben dem Kernziel der Herstellung von sozialer Sicherheit ist ein weiteres wichtiges Ziel von Sozialpolitik die Herstellung und Verbesserung sozialer Gerechtigkeit innerhalb der Gesellschaft. Dies geschieht z. B. durch Umverteilung, also Re-Allokation des gesellschaftlichen Wohlstands, Allokation gemeinschaftlicher Ressourcen, Herstellung von individueller Autonomie, soziale Absicherung der Gesellschaftsmitglieder qua deren spezifischer Eigenschaften oder im Bedarfsfall etc.
Renate Reiter

Chapter 3. Sozialpolitik in Deutschland: Genese und Entwicklungsetappen bis Mitte der 1970er Jahre

Die Wurzeln des heutigen Sozialstaates mit seinen zentralen Sicherungselementen der Sozialversicherung und der öffentlichen Fürsorge reichen z. T. bis ins Mittelalter zurück. Ein Rückblick auf die Genese und die Entwicklungsetappen erlaubt es, das wohlfahrtstaatliche Tätigwerden auf den unterschiedlichsten Feldern nachzuvollziehen. Dabei wird auch das Verständnis für unterschiedliche, in der Gegenwart nach wie prägende normative und strukturelle Grundlagen der Sozialpolitik geschärft.
Renate Reiter

Chapter 4. Einkommen und Verteilung

Sozialpolitik dient in einem erheblichen Umfang der Verteilung der Ressourcen, die in einer Gesellschaft erwirtschaftet werden. Aus diesem Blickwinkel ist Verteilungspolitik ein wichtiger Teilbereich der Sozialpolitik. Gleichzeitig ist Verteilungspolitik immer auch ein sozialpolitisches Querschnittsthema, in dessen Zentrum die Verteilung monetärer Ressourcen steht. Damit gibt es zahlreiche Überschneidungspunkte zu anderen Feldern der Sozialpolitik.
Dorothee Spannagel

Chapter 5. Arbeitsmarktpolitik

Die Arbeitsmarktpolitik gehört in der Bundesrepublik Deutschland zu den zentralen Politikfeldern. Sie umfasst alle Maßnahmen, die das Angebot und die Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt sowohl quantitativ, als auch qualitativ beeinflussen sollen. Wichtige Akteure in diesem Feld stellen der Bund und die Bundesländer, die Bundesagentur für Arbeit, die Kommunen, die Gewerkschaften und Arbeitgeberverbände als Sozialpartner, aber auch Wohlfahrtsverbände dar (Bäcker et al. 2010: 534 f.)
Vivien Barlen, Claudia Bogedan

Chapter 6. Gesundheitspolitik

Die Gesundheitspolitik unterscheidet sich von anderen klassischen Feldern wohlfahrtsstaatlicher Politik u. a. dadurch, dass hier die Erbringung von Dienstleistungen im Mittelpunkt steht. Zwar bringen die geltenden Regeln zur Leistungsfinanzierung und zu den Leistungsansprüchen auch in der Gesundheitspolitik ein erhebliches Maß an sozialer Umverteilung mit sich, aber Leistungen werden hier ganz überwiegend nicht in Form direkter monetärer Zuweisungen (wie z. B. bei der Alterssicherung oder der Sicherung bei Arbeitslosigkeit) gewährt, sondern – von den wenigen Geldleistungen (z. B. Krankengeld) abgesehen – in Form von Dienstleistungen (Diagnostik, Therapie etc.) und Waren (Medikamente, Hilfsmittel etc.).
Thomas Gerlinger, Renate Reiter

Chapter 7. Pflegepolitik

Die Versorgung Pflegebedürftiger ist in Deutschland – wie in den meisten anderen europäischen Gesellschaften – seit geraumer Zeit ein Problem von erheblicher und in Zukunft vermutlich weiter wachsender Bedeutung. Unterschiedliche Entwicklungen greifen hier ineinander.
Thomas Gerlinger, Renate Reiter

Chapter 8. Familienpolitik

Die Familienpolitik in Deutschland ist politikfeldanalytisch ein interessanter Fall, weil sie einer der sozialpolitischen Bereiche ist, für die seit den 2000er Jahren transformativ-radikaler Policy-Wandel identifiziert wurde (Mätzke/Ostner 2010; Henninger/von Wahl 2010; Blum 2012). Familienpolitische Regelungen und Leistungen betreffen einen sehr großen Teil der Bevölkerung und zeigen oft direkte Auswirkungen, indem z. B. die lokale Kinderbetreuungssituation über die individuellen Möglichkeiten zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie entscheidet.
Sonja Blum

Chapter 9. Alterssicherungspolitik

Was wir heute in Deutschland als Gesetzliche Rentenversicherung (GRV) kennen, wurde 1889 vom Reichstag beschlossen und zwei Jahre später in Kraft gesetzt. Aber noch für mehrere Jahrzehnte stand nicht das Ziel im Vordergrund, älteren Menschen einen auskömmlichen Ruhestand zu ermöglichen. Vielmehr war die Sozialversicherungsrente gedacht als ein Zuschuss zur Lebensführung, der vorrangig mittels eigener Ersparnisse, Betriebsrenten, (verringerter) Einkünfte aus fortgeführter Erwerbstätigkeit, Naturalwirtschaft und nicht zuletzt durch die Unterstützung im Familienverband gesichert werden sollte.
Karl Hinrichs

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