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Über dieses Buch

Julian Klinkhammer prüft am paradigmatischen Fall der Schweiz, inwiefern zentrale Thesen zur Globalisierung des Managements auf die Industrieelite zutreffen. Anhand von Lebensverläufen und qualitativen Interviews zeigt die Studie, dass im Generationenvergleich weder eine rückhaltlos globale Elite noch eine vollkommen neoliberale Unternehmensführung Einzug ins Top-Management gehalten haben. Stattdessen ist die Schweiz aus managementsoziologischer Perspektive in einen Prozess weltweiter Industrialisierung eingebettet. Der Umbau globaler Wertschöpfungsketten geht hier mit ‚liberaler Bürokratisierung‘ auf der Ebene der Organisation einher. Dieser Trend zur einseitigen Steigerung formaler Rationalität konnte sich auch ohne staatliche Hilfe ausbreiten, denn er wurzelt in den dominanten Deutungsmustern der Top-Manager. Dies erklärt einige der Ambivalenzen und Paradoxien bei der selektiven Öffnung der Schweiz.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Vom Gespenst neoliberaler Globalisierung

Ein Gespenst geht um im sozialwissenschaftlichen Diskurs – das Gespenst neoliberaler Globalisierung. Wohin der Blick auch schweift, angefangen beim Wohlfahrtsstaat über den Arbeitsmarkt und die Unternehmensführung bis hin zur seelischen Gesundheit; es findet sich keine gesellschaftliche Entwicklung, deren Folgen nicht bereits dem Neoliberalismus zum Vorwurf gemacht und auf die Globalisierung zurückgeführt wurden. Was folgt aus dieser Tatsache? Erstens, dass die Diagnose der Globalisierung kaum mehr in Zweifel gezogen wird.
Julian Klinkhammer

Kapitel 2. Theoretischer Rahmen

Globalisierungstheorien unterscheiden sich von älteren, modernisierungstheoretischen Debatten durch ihre innovative Leitunterscheidung. Indem sie die soziale Bedeutung des Raumes in den Mittelpunkt stellen, lösen sie die Frage nach raum-zeitlicher Konvergenz oder Divergenz vom Fortschrittsideal einer gesellschaftlichen Entwicklung, die von der Tradition hin zur Moderne führt. Traditionelle Gesellschaftsstrukturen können in dieser Perspektive genauso gut globale Bedeutung erlangen, wie hochmoderne Enklaven, eingebettet in lokale Praktiken und Kontexte, denkbar sind (Pohlmann 2006b: 165f.).
Julian Klinkhammer

Kapitel 3. Die schweizerische Spielart des Kapitalismus

Wer sich mit der schweizerischen Ökonomie in vergleichender Absicht beschäftigt, wird rasch auf das Phänomen ihrer historisch relativ frühen Weltmarktintegration stoßen (Katzenstein 2003: 13). Ende des 19. Jahrhunderts – in einer Zeit, die Wirtschaftshistoriker als frühe Periode der Globalisierung bezeichnen – waren es in der Schweiz vor allem die Textil- und die Uhrenindustrie sowie Segmente der Nahrungsmittelindustrie, die ihre Wachstumsstrategien systematisch an Exportchancen ausrichteten (Müller 2012b: 340ff.). „Die offenen Grenzen für Güter, Arbeitskräfte, Wissen und Kapital führten zu einer von der schmalen Ressourcenbasis und der begrenzten inländischen Nachfrage weitgehend unabhängigen, auf die Möglichkeiten der Beschaffung und des Absatzes im Ausland ausgerichteten Spezialisierung und katapultierten das kleine Land zu einem ausserordentlich frühen Zeitpunkt in eine Spitzenposition im internationalen Wohlstandsvergleich“ (Müller 2012b: 340).
Julian Klinkhammer

Kapitel 4. Design und Methodik der Managementstudie

In diesem Kapitel erläutere ich das Forschungsdesign der Internationalen Managementstudien (IMS) und dessen Anwendung auf den Schweizer Fall. Dabei beschreibe ich erstens die Untersuchungsanordnung sowie spezielle Untersuchungsformen des IMS-Projekts. In einem zweiten Schritt erläutere ich die Auswahlverfahren und beschreibe die Interviewstichprobe.
Julian Klinkhammer

Kapitel 5. Karrierewege der Industrieelite

Der Stand der Forschung bietet erste Anhaltspunkte zur Analyse der Lebensverläufe von Top-Managern in der Schweiz (s. Kapitel 3.2). Um die Globale-Eliten-These systematisch zu prüfen, bedurfte es dennoch umfassender Operationalisierung, die auf migrations-, arbeitsmarkt- und organisationssoziologische Kategorien zurückgreift und diese in einer Lebensverlaufsperspektive integriert. Während die neoklassische Arbeitsmarkttheorie, auf die im Hauptstrom des Globalisierungsdiskurses häufig rekurriert wird (s. Kapitel 2.1.2), unstrukturierte und somit internationale Mobilitätsformen erwartet, rechnet die Arbeitsmarktsoziologie mit strukturierter Mobilität – sowohl generationell wie organisational.
Julian Klinkhammer

Kapitel 6. Deutungsmuster der Industriemanager

Wie wurden die sozialen Deutungsmuster im Zuge der Auswertung qualitativer Interviewdaten sichtbar gemacht, welchen Kontexten entstammen sie und wie können wir ihre Reproduktion soziologisch erklären? Die Problemzentrierung der Interviews und die thematische Steuerung erlauben methodisch kontrollierte Rückschlüsse auf dominante Prinzipien des Wirtschaftens (6.1), der Organisation (6.2) und der Lebensführung (6.3). Bei der Präsentation der Ergebnisse gehe ich so vor, dass ich für jede der drei Dimensionen die Auswertungsstrategie darlege sowie zu jedem Thema den Kontext und die Form der Deutungsmuster erläutere, bevor ich sie im Einzelnen inhaltlich beschreibe.
Julian Klinkhammer

Kapitel 7. Zum gegenwärtigen Geist des Kapitalismus

Ziel der vorliegenden Studie war es, die gespenstischen Thesen des sozialwissenschaftlichen Globalisierungsdiskurses einer empirischen Prüfung zuzuführen. Anhand von Evidenz, die für die Entstehung einer globalen ökonomischen Elite sprechen könnte, habe ich die theoretischen Kurzschlüsse der These und empirische Forschungslücken herausgearbeitet. Aus managementsoziologischer Perspektive sind die Sozialstruktur und die Deutungsmuster der Positionselite zentrale Untersuchungsgegenstände, um den Grad der Internationalisierung bzw. der Verbreitung neoliberaler Prinzipien zu ermitteln.
Julian Klinkhammer

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