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Über dieses Buch

Die Entwicklung und Einführung von Führungsgrundsätzen verläuft in der Praxis oft sehr unbefriedigend, was grundsätzlichen Zweifel an ihrer Wirksamkeit hat aufkommen lassen. Kern der Kritik ist, dass sich die tatsächliche Führungspraxis in Unternehmen nicht mit dem Führungsverhalten deckt, wie es in Führungsgrundsätzen beschrieben wird. Wissenschaftliche Methoden zur Entwicklung und Einführung von Führungsgrundsätzen fehlen bislang und es zeigt sich, dass die subjektiv-theoretischen Vorstellungen der Unternehmensmitglieder in diesem Prozess weitestgehend unberücksichtigt bleiben.
Das vorliegende Buch leistet hier einen wichtigen Forschungsbeitrag. Es wird ein Modell vorgestellt und empirisch überprüft, welches das Verhalten von Führungskräften entsprechend schriftlich fixierter Führungsgrundsätze zu erklären vermag. Den theoretischen Ausgangspunkt bilden dabei Subjektive Führungstheorien, die mit weiteren Konstrukten der Organisationspsychologie – dem organisationalen Commitment und der subjektiven Kosten- und Nutzenbilanzierung einer Person – in Zusammenhang gebracht werden. Auf Basis einer kritischen Literaturanalyse und der Evaluierung des Forschungsstandes wird ein heuristisches Modell entwickelt und im Rahmen zweier empirischer Untersuchungen in einem mittelständischen Unternehmen überprüft. Die gewonnenen Erkenntnisse bieten vielfältigen praktischen Nutzen und zeigen, welche Aspekte bei der Implementierung von Führungsgrundsätzen und der Entwicklung von flankierenden Maßnahmen zu berücksichtigen sind.
Das Buch wendet sich an Dozenten und Studenten der Psychologie und der Wirtschaftswissenschaften. Interessant ist es zudem für Führungskräfte und Unternehmensberater, die wissenschaftlich fundierte Handlungsempfehlungen für die Praxis suchen.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Dass die Mitarbeiterführung im harten wirtschaftlichen Kampf um den Erfolg eines Unternehmens eine entscheidende Bedeutung hat, ist keine originelle Feststellung mehr, sondern gilt bereits als Binsenweisheit. Daher ist auf wissenschaftlicher und praktischer Ebene seit jeher das Bestreben feststellbar, das Phänomen der Führung zu definieren und zu erklären. Die wissenschaftliche Führungsforschung blickt auf eine etwa einhundertjährige Geschichte zurück (Yukl & Van Fleet, 1992) und hat immer wieder neue Facetten von Führung in den Mittelpunkt des Interesses gerückt.
Wera Aretz

Kapitel 2. Begrifflich-theoretische Analyse des Gegenstandes: Objektive und Subjektive Theorien von Führung

Die Führungsforschung ist ein sehr „unübersichtliches Gelände“. Sie versucht durch verschiedenste theoretische Ansätze und Modelle, Bedingungen, Prozesse, Ursachen und Konsequenzen von Führung zu beschreiben, zu erklären und in ihrer Wirkung vorherzusagen (Wunderer, 2001). Hierzu werden von Wissenschaftlern objektive Theorien aufgestellt, die versuchen Aussagen und Bedingungen miteinander zu verknüpfen, um daraus Schlussfolgerungen abzuleiten.
Wera Aretz

Kapitel 3. Führungsgrundsätze

Schriftlich fixierte Leitbilder, Leitlinien oder Grundsätze sind mittlerweile in den meisten Unternehmen ein Standardinstrument des strategischen Managements und der Personalführung. So einzigartig und unternehmensspezifisch diese Grundsätze auf den ersten Blick auch sein mögen, so stark sind ihre inhaltlichen Überschneidungen bei einer detaillierten Analyse. Im Kontext dieser Arbeit lassen sich schriftlich fixierte Führungsgrundsätze als explizierte Subjektive Führungstheorien auffassen (Schilling, 2004, 2005).
Wera Aretz

Kapitel 4. Untersuchungskonzeption der empirischen Studie

Im Folgenden werden zunächst grundlegende Fragestellungen und Zielsetzungen der nunmehr folgenden empirischen Untersuchung beschrieben, die auf Basis der Bestandsaufnahmen der Literaturanalyse entwickelt wurden. Im Anschluss daran wird das heuristische Untersuchungsmodell der vorliegenden Studie dargestellt, das angenommene Zusammenhänge zwischen den einzelnen Konstrukten veranschaulicht und im Weiteren der Gliederung und Strukturierung der Datenerhebung und Datenanalyse dient (Kapitel 4.2). Abschließend werden die einzelnen Untersuchungsphasen der empirischen Studie überblicksartig dargestellt und auf ihre grundlegenden Zielsetzungen eingegangen (Kapitel 4.3).
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Kapitel 5. Explorative psychologische Pilotstudie

Der im Folgenden beschrieben explorativen Untersuchungsphase kommt im Rahmen der vorliegenden Arbeit aus zwei Gründen eine besondere Bedeutung zu: (1) Explorative Studien ermöglichen definitionsgemäß, einen Gegenstand zu untersuchen, bei dem aufgrund der theoretischen und/oder empirischen Befundlage im vornherein keine eindeutigen und hinreichend begründbaren Hypothesen formuliert werden können (Green & Tull, 1982); (2) Subjektive (Führungs-)Theorien sind individuelle Kognitionsstrukturen die bisher weitgehend idiographisch erhoben und rekonstruiert wurden. Das heißt, dass die persönliche Befragung in Form von Einzelinterviews den Ausgangspunkt der Erhebung und Rekonstruktion darstellt. Die explorative Pilotstudie ist daher eine wichtige Untersuchungsphase, die erst eine standardisierte Fragebogenstudie ermöglicht; sie dient im Rahmen der vorliegenden Arbeit insbesondere (1) der Erhebung subjektiv-theoretischer Vorstellungen zum Gegenstandsbereich der Führung mittels Leitfadeninterviews, (2) der Gewinnung begründbarer Hypothesen auf Basis der Ergebnisse sowie (3) die Gewinnung eines repräsentativen Itempools zur Konstruktion eines standardisierten Fragebogens.
Wera Aretz

Kapitel 6. Standardisierte Fragebogenstudie

Im Anschluss an die psychologische Pilotstudie wurde in der standardisierten Fragebogenstudie, basierend auf den qualitativ ermittelten subjektiven Führungstheorien von Studenten und Führungskräften, eine Quantifizierung der Ergebnisse vorgenommen.
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Kapitel 7. Ergebnisse der Fragebogenstudie

Bevor im Folgenden die empirischen Ergebnisse der im Rahmen der standardisierten Studie durchgeführten schriftlichen Befragungen vorgestellt werden, sollen im Rahmen vorbereitendener Analysen, die Erhebungsinstrumente und die daraus gewonnenen Daten abgesichert werden (Kapitel 7.1). Die dann folgende Auswertung und Darstellung der Ergebnisse orientieren sich an dem in dieser Arbeit entwickelten heuristischen Modell: Zunächst werden die Ergebnisse zum Inhalt Subjektiver Führungstheorien vorgelegt (Kapitel 7.2), dann wird auf die Befunde zur Handlungswirksamkeit (Kapitel 7.3) eingegangen. Weiterhin werden die im heuristischen Modell aufgeführten unabhängigen Variablen dahingehend überprüft, inwieweit sie einen Einfluss auf grundsatzkonformes Führungsverhalten nehmen (Kapitel 7.4): hierzu zählen die subjektive Kosten- und Nutzenbilanz grundsatzkonformen Verhaltens (Kapitel 7.4.1) sowie die Unternehmensbindung (7.4.2).
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Kapitel 8. Zusammenfassende Diskussion und Ausblick

Abschließend bleibt kritisch zu diskutieren, welche Gültigkeit und welche Relevanz die gewonnenen Erkenntnisse unter theoretischer, methodischer und praktischer Perspektive haben. Hierzu wird noch einmal auf die begriffstheoretische und empirische Ausgangslage zurückgegriffen (vgl. Kapitel 8.1), die wesentlichen empirischen Ergebnisse dieser Arbeit zusammengefasst (vgl. Kapitel 8.2) und in einem Ausblick verschiedene Konsequenzen und Möglichkeiten für künftige Studien aufzeigt (vgl. Kapitel 8.3). Schlussendlich wird auf die praktische Relevanz der Untersuchungsergebnisse hingewiesen (vgl. Kapitel 8.4).
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Backmatter

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