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Über dieses Buch

​James Bond 007 ‒ die erfolgreichste Kinofilmserie der Welt nimmt auf seine Fangemeinde seit über 50 Jahren Einfluss: Bond zeigt den Zuschauern das Gute und Schlechte auf der Welt, repräsentiert Länder, belegt Räume mit Assoziationen und erschafft Weltbilder. Er verkörpert Ideale, Identitäten sowie einen bestimmten Stil und lebt interkulturelle Kompetenz vor. Anhand der Analyse der inhaltlichen Strukturen und Repräsentationsmuster der Filme wirft dieser Sammelband einen kritischen Blick auf die Wirkungsmacht des berühmten Geheimagenten. Für die zweite Auflage wurde der Band aktualisiert und Bezüge zum neuesten, dem 25. James-Bond-Film hergestellt.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

„Mr. Bond…you defy all my attempts to plan an amusing death for you“

Zur kollektiven Wirkung und kulturellen Bedeutung von James Bond-Filmen
Zusammenfassung
James Bond 007 – die erfolgreichste Kinofilmserie der Welt nimmt auf seine Fangemeinde seit Jahrzehnten Einfluss: Bond zeigt den Zuschauern das Gute und das Schlechte auf der Welt, repräsentiert Länder, belegt Räume mit Assoziationen und erschafft Weltbilder. Er verkörpert Ideale, Identitäten und lebt Interkulturelle Kompetenz vor. Vor diesem Hintergrund führt formuliert der einführende Beitrag die Zielsetzung einer kritischen Auseinandersetzung mit der Wirkmacht des Geheimagenten.
Christoph Barmeyer, Jörg Scheffer

„May I ask what motive our Russian friends would have for wishing to destroy American spacecraft?“

James Bond zwischen Fiktion und Realität – Wie viel Wahrheit steckt in den Filmen von 007?
Zusammenfassung
James Bond-Filme beziehen sich in verschiedener Weise auf politische oder gesellschaftliche Fragestellungen, die zu der jeweiligen Zeit in der Öffentlichkeit diskutiert wurden. Jochen Zettler zeigt, dass dieser Bezug in manchen Filmen offenkundig ist (z. B. Kalter Krieg in You Only Live Twice oder Octopussy), in anderen wiederum nahezu unmerklich (z. B. soziale Konflikte in Bolivien aufgrund von Trinkwassermangel im Film Quantum of Solace). Stets versuchten die Filme jedoch, die damalige Stimmungslage – in mehr oder weniger realistisch anmutenden Storylines – einzufangen und hieraus mögliche Szenarien abzuleiten. Der Beitrag führt anhand ausgewählter Sequenzen vor Augen, inwieweit eine solche, den Zuschauer einfangende Realitätsnähe in den James Bond-Filmen tatsächlich angelegt ist – und ob die filmische Interpretation spätere Ereignisse bereits vorwegnehmen kann.
Jochen Zettler

„Mr. Bond, you can’t kill my dreams. But my dreams can kill you“

Von der Fiktion in die Realität: Die politische Macht der James Bond-Filme
Zusammenfassung
Andreas Landes, Nina Jakob und Andreas Schatz vertreten in ihrem Beitrag die These, dass James Bond-Filme allgemein – und Die Another Day in besonderer Weise – dazu beitragen, einen Rezeptionsrahmen für aktuelle weltpolitische Geschehnisse zu konstruieren. Sie zeigen, dass die dargebotenen geographisch-politischen Repräsentationen Nordkoreas in Die Another Day nicht nur Auswirkungen auf die Zuschauer, sondern auch auf Bevölkerung und Politik generell haben. Auf der Grundlage der Critical Geopolitics und der Popular Geopolitics, die den konzeptionellen Hintergrund zur Einordnung und Analyse liefern, wird die Frage nach politischen Implikationen von geopolitischen Repräsentationen und deren (un-)bewusstem Einsatz im Film gestellt.
Andreas Landes, Nina Jakob, Andreas Schatz

„Welcome to Our Culture, Mr. Bond!“

Interkulturelle Kompetenz und Fremdheitsdarstellungen in James Bond-Filmen
Zusammenfassung
In James Bond-Filmen wird Zuschauern aufgrund der Handlungen in verschiedenen Erdregionen nicht nur kulturelle Fremdheit vorgelebt, sondern auch immer wieder die Fähigkeit eines reisenden Agenten gezeigt, mit kultureller Alterität erfolgreich umzugehen. Aus interkultureller Perspektive stellt sich dabei allerdings die Frage, ob dies tatsächlich im Sinne einer interkulturellen Kompetenzvermittlung geschieht. Auf der Grundlage einer Auseinandersetzung mit dem Konzept der interkulturellen Kompetenz analysiert der Beitrag kritisch Bonds Kulturkontakte, ihre filmische Darstellung und ihre Implikationen für die interkulturelle Bildung einer weltweiten Fangemeinde.
Christoph Barmeyer, Jörg Scheffer

„Istanbul, Moneypenny. Where the moonlight on the Bosphorus is irresistible“

James Bond und das Spiel mit dem Eigenen und Fremden, dem Nahen und Fernen
Zusammenfassung
Der Beitrag analysiert die oft bewunderten und als Erfolgsfaktor vielfach herausgestellten exotischen Räume, in denen sich James Bond bei der Erfüllung seiner Mission bewegt. Dabei kommt dem Spiel mit den Gegensatzpaaren Eigenes-Fremdes sowie Nahes-Fernes in Bezug auf die Selbstvergewisserung und Fremdverortung der Zuschauer eine wichtige Rolle zu. Besonders die Bedeutung exotischer Räume als wichtiges stilistisches und diegetisches Element der James Bond-Filme wird von der Autorin eingehender untersucht: Es stellt sich heraus, dass ein Exotismus betrieben wird, der die fremden Schauplätze idealisiert und in vielerlei Hinsicht entproblematisiert, um den Zuschauer erfolgreich in seinen Bann zu ziehen. Als Folge muss die Gefahr einer dauerhaften Verfestigung einseitiger Raumbilder konstatiert werden, die den Genuss der 007-Filme stets begleitet.
Tatjana Urban

„Flattery will get you nowhere—But don’t stop trying“

Entwicklung des Weiblichkeitsdiskurses anhand der Bond-Girls
Zusammenfassung
Naomi Bergmann und Isabella Graßl betrachten die Geschlechterdarstellung und -dynamik in den James Bond-Filmen. Sie argumentieren, dass die Filme als Teil der Populärkultur gesellschaftliche Tendenzen aufnehmen und so historisch sowie soziokulturell bedingte Veränderungen im Bereich der Geschlechterverhältnisse sichtbar machen. Mit einem Querschnitt durch die Bond-Reihe illustrieren sie die Entwicklung des Zusammenspiels der fünf James Bond-Darsteller mit den jeweiligen Bond-Girls, zeigen so tieferliegende Strukturen auf, aber auch, dass Bonds Männlichkeit und die Weiblichkeit der Bond-Girls in den letzten Jahren eine Entwicklung in Richtung einer beidseitigen Emanzipation gemacht haben.
Naomi Bergmann, Isabella Graßl

„Red wine with fish … Well that should have told me something“

Habitus und Stil von James Bond als Stellvertreter der englischen upper middle class
Zusammenfassung
Ausgehend von der Annahme, dass der Habitus – nach dem Konzept von Pierre Bourdieu – die Gesellschaft in soziale Gruppen gliedert und ein Klassifikationssystem liefert, untersucht Alice Biret den fiktionalen Charakter James Bonds und ordnet ihn einem sozialen Raum zu. Aufgezeigt wird dabei, über welche praktischen Handlungen und intuitiven Denkmuster Bond, seiner Gesellschaftsschicht entsprechend, verfügt. Dabei kommen Manieren, Geschmäcker und Abneigungen, sowie Sprache und Ausdrucksfähigkeit ebenso zum Vorschein wie Handlungsprinzipien und Glaubensinhalte, die sich auch in seiner materiellen Umgebung durch Konsumprodukte, Einrichtungsgegenständen und Kleidung zeigen. Anhand ausgewählter Filmstellen wird die soziale Welt von James Bond erschlossen, die einem Massenpublikum vermittelt wird.
Alice Biret

„White face in Harlem, good thinking Bond!“

Der „westliche Blick“: eine kritische Analyse des Bond-Films Live and Let Die
Zusammenfassung
Susanne Hampel und Stefanie Zillessen nähern sich in ihrem Beitrag dem Phänomen Bond über dessen Verortung als westliche, weiße Heldenfigur. Wie stark ist Bonds filmische Adaption durch (s)einen „westlichen Blick“ geprägt – und ist ein solcher in einer „globalisierten Weltgesellschaft“ überhaupt noch existent? Exemplarisch wird mit dieser Fokussierung der 1973 erschienene Film Live and Let Die kritisch analysiert, der sich seit Erscheinen mit Rassismusvorwürfen konfrontiert sieht. Unter Einbezug der literarischen Vorlage und der soziohistorischen Entstehungsumstände wird der „westliche Blick“ auf afrikanische Kulturpraktiken in der filmischen Umsetzung identifiziert und unter Aspekten der Fremd- und Eigenwahrnehmung, identitätsstiftender Abgrenzungsmotivwahl, sowie aktuellen medialen Rezeptionen und Bezügen zum Thema einzuordnen versucht.
Susanne Hampel, Stefanie Zillessen

„I’m beginning to like you, Mr. Bond“

Die Neuinterpretation von James Bonds archetypischem Heldenbild durch Daniel Craig
Zusammenfassung
Der Beitrag von Susanne Reich untersucht schließlich die Neuinterpretation von James Bonds archetypischem Heldenbild durch den Schauspieler Daniel Craig als Helden der jüngsten Bond-Filme. Mit Bezug auf Joseph Campbell und Carl G. Jung wird diskutiert, inwiefern James Bond einen Helden im klassischen mythologischen Sinne darstellt. Dafür werden archetypische Charaktereigenschaften von 007 denen urtypischer Heldenfiguren gegenübergestellt. Anstoß zu dieser Fragestellung gibt der nachhaltige Erfolg des Geheimagenten, der mit Skyfall sein fünfzigjähriges Jubiläum feierte – trotz finanzieller Krisen der MGM-Studios und anfänglicher Auflehnung der Fangemeinde gegen Daniel Craig als neuen Bond-Darsteller. So können die archetypischen Qualitäten eines Helden, wie sie 007 aufweist, das langjährige Bestehen und den weltweiten Erfolg der Filmreihe möglicherweise psychologisch begründen.
Susanne Reich
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