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2012 | Buch

Ursachen und Konsequenzen der Finanzkrise

Münsteraner Bankentage 2009

herausgegeben von: Prof. Dr. Andreas Pfingsten

Verlag: Gabler Verlag

Buchreihe: ifk edition

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Über dieses Buch

In den Jahren 2007 und 2008 begann eine der bislang größten Bank- und Finanzkrisen. Diesmal war die Realwirtschaft nicht so sehr der Ausgangspunkt als vielmehr das Opfer. Inzwischen hat ein Großreinemachen wesentliche Schäden beseitigt, aber längst ist noch nicht alles repariert. Ob wir uns bereits in einer Zeit nach der Krise oder noch in der Krise befinden, ist deswegen umstritten. Im vorliegenden Band wird von Praktikern und Wissenschaftlern eine Zwischenbilanz von Ursachen und Konsequenzen gezogen. Hierauf bauen Überlegungen auf, wie ausgewählte Elemente einer Neuordnung des Finanzsystems aussehen könnten bzw. sollten. ​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Geldpolitik in Zeiten der Finanzkrise
Zusammenfassung
Damals befanden wir uns noch in einer konjunkturellen Hochphase, auch wenn in jenem Jahr am US-Immobilienmarkt die Dynamik bereits merklich nachließ und dies im Nachhinein ein wichtiges Signal drohenden Unheils war. Deutschland hingegen befand sich in mitten in einem unvorhergesehen starken Aufschwung, der viele der bis dahin drängenden Probleme – eine seit Jahren schwache konjunkturelle Dynamik, eine angespannte Lage der öffentlichen Finanzen und eine hohe Arbeitslosigkeit – beseitigte.
Axel A. Weber
Zukünftige Rolle der Spezialbanken dargestellt am Beispiel einer Nischenbank
Zusammenfassung
Ich möchte heute zu dem Thema „Zukünftige Rolle der Spezialbanken“ referieren, dargestellt am Beispiel einer Nischenbank. Die von der Finanzmarktkrise in bedeutendem Maße betroffenen Kreditinstitute kommen aus allen Gruppen des deutschen Geschäftsbankensektors. Es traf private Kreditbanken, unabhängig von ihrer Größe, genauso wie einzelne Mitglieder der Sparkassenfinanzgruppe und der Genossenschaftsgruppe. Es zeigt sich daher, dass das Ausmaß, in dem Kreditinstitute von den Erschütterungen des Finanzsystems betroffen sind, nicht von der Zugehörigkeit zu einer der genannten Bankengruppen abhängig ist. Die Betroffenheit von der aktuellen Finanzmarktkrise ist vielmehr abhängig von der individuellen Geschäftspraxis eines Institutes – insbesondere von seiner Risikohaltung – und von dem Einfluss der Kriseneffekte auf die Branchen seiner Kunden. Dieses möchte ich Ihnen am Beispiel der Bank für Sozialwirtschaft aufzeigen.
Arnd Verleger
Altersvorsorge zwischen Kapitalmarkt und Verhaltensanomalien
Zusammenfassung
Das Thema Altersvorsorge ist gesellschaftspolitisch sehr wichtig und gab in den letzten Jahren Anlass zu vielen politischen Diskussionen. In meinem Vortrag wird es nicht konkret darum gehen, wie die Altersvorsorge nach der Finanzkrise aussieht und was sich konkret durch die Krise geändert hat. Ich möchte stattdessen allgemeiner auf dieses Thema eingehen und Ihnen ein paar grundsätzliche Phänomene näherbringen, die sehr praxisrelevant und zugleich sehr intuitiv sind. Aus aktuellem Anlass werde ich aber immer wieder auch den Bezug zur Finanzkrise herstellen.
Thomas Langer
Finanzmarktkrise und Bankenimage – was Sparer über Einlagensicherheit wissen und wie sie Banken (ein)schätzen
Zusammenfassung
Die jüngste Finanzmarktkrise ist, von realen Ursachen ausgehend, zu einer umfassenden Vertrauenskrise geworden. Ein weitgehender Vertrauensverlust seitens der Sparer kann grundsätzlich gravierende Konsequenzen haben. So ist seit Diamond/Dybvig (1983) bekannt, dass selbst ohne reale Gründe ein Bank-Run entstehen kann. In einer Situation, in der viele Banken Verluste erlitten haben, wächst diese Gefahr erheblich. Und in der Tat wurde ein Bank-Run beispielsweise bei der britischen Bank Northern Rock beobachtet (BBC News, 2007); eine systemgefährdende Ansteckung ist davon allerdings nicht ausgegangen – vermutlich weil Regierungen mit weitreichenden Zusicherungen an Sparer rechtzeitig reagiert haben.
Michael Goedde-Menke, Thomas Langer, Andreas Pfingsten, Norbert Sträter
Die aktuelle Finanzkrise – Ursachen, Folgen und Herausforderungen
Zusammenfassung
Als der wesentliche makroökonomische Grund der aktuellen Krise sind die zu niedrigen Zinse nach 2001 insbesondere in den Vereinigten Staaten von Amerika zu nennen. In ihrer Folge sind Blasen an den Immobilien- und an anderen bedeutenden Märkten entstanden, denn es lohnte sich angesichts des niedrigen Zinsniveaus für viele Marktteilnehmer, den Finanzhebel stark zu erhöhen – und zwar in allen Bereichen der Wirtschaft, nicht nur im Bankgewerbe. Diese Exzesse mussten korrigiert werden.
Andreas R. Dombret
Finanzmarktkrise und Konsequenzen für das Risikomanagement in Banken
Zusammenfassung
Ich bin seit einem Jahr als CRO bei der WestLB AG in Düsseldorf und somit sozusagen mitten hineingesprungen in die aktuelle Finanzmarktkrise, die zu großen Teilen wohl noch nicht überwunden ist. Aus dieser Perspektive will ich Ihnen gerne im Folgenden eine Reihe von Beobachtungen genereller Natur, aber auch spezifisch für unser Haus, erläutern. Ich hatte ursprünglich geplant, ebenfalls der Logik von Herrn Dombret zu folgen und zunächst die Ursachen der aktuellen Krise zu beschreiben und daraus abgeleitet einige Lösungsansätze zu formulieren. Aber da die Problembeschreibung natürlich sehr deckungsgleich gewesen wäre, werde ich mich diesbezüglich kurz halten. Grob formuliert, glaube ich, dass wir nicht nur mitten in einer Finanzkrise stehen, sondern es vermutlich in den nächsten zwölf bis vierundzwanzig Monaten auch mit realwirtschaftlichen Herausforderungen zu tun haben werden.
Thomas Groß
Die aktuelle Finanzmarktkrise – Zusammenhänge, Hintergründe und Lehren für die Verbriefungsindustrie
Zusammenfassung
Mitte 2007 glaubte man, dass es vor allem schlechte, amerikanische Hypothekenkredite, sogenannte Subprime-Kredite, waren, die die Krise auslösten. Entsprechend beruhigt war die Welt, als sie erfuhr, dass der fragliche Markt nur eine Größe von lediglich etwa einer Billionen Dollar hatte. Die Verluste wurden entsprechend auf obere zwei- bis untere dreistellige Milliardenbeträge geschätzt. Ein Grund zur Sorge wurde also nicht gesehen. Auch der FED-Chairman Ben Bernanke äußerte sich noch am 17. Mai 2007 zu den Subprime-Loans folgendermaßen: „Credit market innovations have expanded opportunities for many households. Markets can overshoot, but, ultimately, market forces also work to rein in excesses. For some, the self-correcting pullback may seem too late and too severe. But I believe that, in the long run, markets are better than regulators at allocating credit.“ Doch im Zuge der weiteren Entwicklung wurde deutlich, dass Subprime-Kredite nur die Spitze eines Eisbergs waren und dass der größere, noch verborgene Teil das eigentliche Problem ausmacht.
Hartmut Bechtold
Politische Schlussfolgerungen aus der Finanzkrise
Zusammenfassung
Die Kreditwirtschaft steckt in besonders schwierigen Zeiten – die Finanzmarktkrise hat ihren Ruf stark beeinträchtigt. Leider ist der Reputationsschaden oftmals flächendeckend und richtet sich nicht zielgenau auf jene, die in die Krise verwoben waren, sondern teilweise auch auf die Sparkassen und die Genossenschaftsbanken. Man wird leider insgesamt verhaftet, wenn die Weltwirtschaft beeinträchtigt ist und Regierungen durch solche Entwicklungen zum Eingreifen gezwungen werden. Es sind Zeiten, in denen mit einem Mal die Maßstäbe verrutscht sind, in denen Summen gehandelt werden, von denen wir vorher nicht einmal wagten zu albträumen. Die Beträge, die jetzt in Rettungsmaßnahmen gesteckt worden sind, waren vorher undenkbar und unvorstellbar.
Karl-Peter Schackmann-Fallis
Backmatter
Metadaten
Titel
Ursachen und Konsequenzen der Finanzkrise
herausgegeben von
Prof. Dr. Andreas Pfingsten
Copyright-Jahr
2012
Verlag
Gabler Verlag
Electronic ISBN
978-3-8349-3550-2
Print ISBN
978-3-8349-3549-6
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-8349-3550-2

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