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07.01.2019 | Verbindungstechnik | Nachricht | Onlineartikel

Faszination Kleben: Auto der Zukunft im Visier

Autor:
Dr. Hubert Pelc

Die Zukunft des Automobils hat längst begonnen. Zahlreiche neue Anbieter bringen weltweit die gemeinsame Mobilität auf Touren – Digitalisierung und Elektrifizierung treiben die Entwicklung des Autos an. Wohin die Reise gehen kann, beleuchtete 3M mit der Fachveranstaltung „Faszination Kleben“ am 4. und 5. Dezember 2018 im Technologiezentrum in Neuss.


Mehr als 100 Teilnehmer trafen sich im 10. Jahr der fest etablierten Veranstaltung, darunter OEMs, Zulieferer und Experten aus der Wissenschaft. Der Untertitel „Black Box. Zukunftskonzept Automobil“ spiegelt die momentane Situation passend wider: Themen wie Elektromobilität, Connectivity und autonomes Fahren werden die Automobilindustrie drastisch verändern. „Es wird im Auto Funktionen geben, die wir uns heute überhaupt noch nicht vorstellen können“, schilderte der Designexperte Professor Lutz Fügener von der Hochschule Pforzheim. Prof. Stefan Bratzel, Director des Center of Automotive Management (CAM), prognostizierte, dass sich bislang noch weitestgehend getrennte Geschäftsfelder wie Automotive, Telekommunikation und Digital Business im Auto der Zukunft miteinander verzahnen werden.

Referenten erhellten die Black-Box

Die insgesamt sechs Vorträge der Veranstaltung trugen dazu bei, die Black-Box etwas zu erhellen. Neben Professor Fügener und Prof. Bratzel referierten Annemie Kleemann, Technologieentwicklerin Hörmann Automotive, Florian Daniel, Principal Automotive Roland Berger, Christoph Rochaz, Technical Manager des Geschäftsbereichs 3M Automotive and Aerospace Solutions sowie Prof. Thomas Druyen, Direktor Institut für Zukunftspsychologie und Zukunftsmanagement an der Sigmund Freud Privatuniversität Wien. In Workshop-Sessions diskutierten die Teilnehmer anschließend beispielsweise, wie Inspirationen aus der Luftfahrt automobile Bodenkonstruktionen der Zukunft beeinflussen oder wie sich das Exterieur eines Fahrzeugs in der Ära der Elektromobilität verändern wird.

Hybrides Fügeverfahren im leichten Nutzfahrzeug

Annemie Kleemann beleuchtete am Beispiel der Entwicklung eines Chassis für elektrifizierte leichte Nutzfahrzeuge, welche Rolle das Kleben im Umgang mit den sich ändernden Marktanforderungen in Bezug auf neue Fertigungsverfahren, Leichtbaukonstruktionen und Design spielen wird. Crash-Schutz für Batterien, die Maximierung des Ladevolumens oder die Verringerung des Fahrzeuggewichts machen hier neue Entwicklungen notwendig. Kleemann stellte eine ovale Chassis-Form vor, die bei einem Seitencrash die Kraft umleitet und so die innenliegende Batterie schützt. Die Grundstruktur des Chassis wird von differential gefertigten Mehrkammerprofilen aus gebogenen Spaltprofilen gebildet. Die Längsträger werden mit einem hybriden Verfahren (Kleben mit einem Strukturklebeband und Laserschweißen oder Blindnieten) gefügt. Diese Methode verbindet die Vorteile zweier Fügeverfahren, dazu gehören die Handlings-Festigkeit, das Verhindern von Spaltkorrosion und eine leichte und saubere Verarbeitung.

Selbstklebende Türdichtung reduziert Geräuschpegel

Christoph Rochaz von 3M zeigte auf, wie der Multitechnologiekonzern die Anforderungen seiner automobilen Kunden in neue Prozesse, Technologien und Lösungen für die Serienproduktion transformiert. Er verdeutlichte dies am Beispiel der selbstklebenden Türdichtung. Neben positiven Aspekten wie Designfreiheit und geringerem Transportvolumen reduziert sie ganz erheblich die Geräuschbelastung. Bei einer Frequenz von 4.000 Hertz, wie sie bei schneller Fahrt auf einer Autobahn entstehen kann, verringern sich Außengeräusche um sechs Dezibel. Auch bei einem weiteren Test, bei dem die viskoelastische Eigenschaft des Klebebandes die Dauerwechselbeanspruchung gedämpft hat, setzte sich der Klebstoff gegen Verbindungen aus Metallschrauben und Kunststoffklipsen durch. Zahlreiche weitere Anwendungsbeispiele zeigen, dass das Kleben in vielen Anwendungsfällen bereits heute mechanische Fügeverfahren erfolgreich ersetzt und das Gewicht eines Fahrzeugs deutlich reduzieren kann.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

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