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05.02.2018 | Verwaltungsmanagement | Nachricht | Onlineartikel

Zensus 2021: Fragen per Smartphone beantworten

Autor:
Alexander Ebert

"Online first" lautet die Devise für die nächste Zensusbefragung. Die Erhebung 2021 soll so weit wie möglich via Internet ablaufen. Davon erwartet sich das Statistische Bundesamt einige Innovationen.

Wie viele neue Schulen brauchen wir? Wie viele Seniorenheime und wie viele Studienplätze müssen geschaffen werden? Damit die Politik verlässliche Daten bekommt, findet in Deutschland regelmäßig ein Zensus statt. Alle zehn Jahre, so die Vorgabe der EU, müssen die Mitgliedsländer Volks-, Gebäude- und Wohnungszählungen durchführen. So soll der statistische Bestand über Zahl und Struktur der Bevölkerung, der Haushalte und Familien sowie der Gebäude und Wohnungen aktuell gehalten werden.

Zensus 2011 bereits per Datenregister

Der jüngste Zensus erfolgte 2011. Damals bereits registergestützt. Bei dieser Methode greifen die Verwaltungen – soweit möglich - auf vorhandene Daten zurück. 2012 wollen die statistischen Ämter daran festhalten und die Bürger mit noch weniger Aufwand belasten – aber auch selbst kostengünstiger und genauer arbeiten.

Dafür wurde im Mai 2017 mit dem Zensusvorbereitungsgesetz die rechtliche Grundlage geschaffen; die Durchführung obliegt den Statistik-Ämtern des Bundes und der Länder. In seinem Aufsatz "Das Innovationspotenzial des Zensus 2021" aus Oktober 2017 benennt das Statistische Bundesamt die wichtigsten Vorzüge der Digital-Strategie. Dazu gehören "der geplante Einsatz mobiler Endgeräte bei den Personenerhebungen, Verbesserungen bei Datenverknüpfung und -abgleich sowie ein optimiertes Veröffentlichungskonzept."

Antworten in fünf Minuten

Für den Zensus 2021 sollen alle Prozesse der Datenerhebung von Beginn an für die Online-Medien konzipiert und medienbruchfrei durchgeführt werden. Das Handy als ständiger Begleiter des Menschen sei deshalb für die gefragte Online-Meldung "das Mittel der Wahl", so die Autoren Michael Neutze, Miriam Pfahl und Stefan Schweinert-Albinus. Dabei böten die Filterfragen des elektronischen Fragebogens die größten Stärken. Beispielsweise bei der Gebäude- und Wohnungszählung: Drei Viertel der rund 20 Millionen  Befragten könnten das Merkmalsprogramm mit maximal sechs Antworten erfüllen – nämlich die Wohneigentümer, die in den eigenen vier Wänden wohnen und die durch ein Screening zu genau diesen Fragen geführt werden. Per Smartphone wäre die Sache in etwa fünf Minuten erledigt.

Papier-Fragebogen bleibt auch 2021

Zwar soll die digitale Befragung 2021 erstmals Priorität bekommen, allerdings bieten die Statistik-Ämter auch weiterhin den Fragebogen in Papier an, um niemanden auszugrenzen. Allerdings sei die Online-First-Strategie kein Selbstzweck, sondern einfach, schneller, genauer und sie schone Ressourcen – insbesondere Personalkosten.

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