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Über dieses Buch

Auf globaler Ebene lassen sich für die vergangenen Dekaden drei dominierende Verwaltungsparadigmen identifizieren: Public Administration, New Public Management und Public Governance. Tobias Polzer untersucht, wie sich diese Paradigmen in den Reformen des österreichischen Bundeshaushaltsgesetzes über die letzten 30 Jahre widerspiegeln. Die Studie zeigt zum einen, dass in jedem Zeitabschnitt Kernideen aus allen drei Paradigmen im Reformdiskurs auftreten. Darüber hinaus findet keine Ablösung von Reformparadigmen statt; vielmehr kann eine Hybridisierung und Sedimentierung des Feldes beobachtet werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung: Problemstellung und Aufbau der Arbeit

Öffentliche Verwaltungen weltweit unterlagen in den letzten Jahrzehnten in allen Politikbereichen weitreichenden Reformen. Auf globaler Ebene lassen sich in der Literatur für die vergangenen drei Dekaden drei dominierende Verwaltungs- bzw. Reformparadigmen identifizieren, die Orientierung für Reformen bieten und als „‚umbrella‘ term[s]“ (von Maravić und Reichard 2003: 85) oder „(Staats-)Leitbilder“ (Beer 2011: 52 bzw. Fleischer und Jann 2011: 70) für ähnliche Ideen und Themen dienen: Public Administration (PA), New Public Management (NPM) und Public Governance (PG).
Tobias Polzer

Kapitel 2. Phänomenbereich: Reformen des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens

Der Spruch „[r]es publica est semper reformanda“ (Finz 2002: 1), wonach Verwaltungsreformen eher den Dauer- als den Ausnahmezustand darstellen (Mayntz 1997, Schedler und Siegel 2004), weist auch Gültigkeit für Österreich auf. Im Bereich des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesen bzw. Public Financial Management (PFM), welches im Zentrum dieser Dissertation steht, waren in den letzten Dekaden international und national deutliche Akzentverschiebungen zu beobachten (Broadbent und Guthrie 2008, Liguori und Steccolini 2014, Meyer 1998, Seiwald et al. 2013).
Tobias Polzer

Kapitel 3. Konzeptioneller Hintergrund

In einem jüngeren Aufsatz zur Frage, welchen Beitrag die soziologische Perspektive für die Accounting-Forschung leisten kann, halten Covaleski und Dirsmith fest, „that we have had few field studies that have examined accounting in the contexts in which it operates“ (2012: 131, vgl. Hopwood 1983 und Hopper und Powell 1985). Wenn also, wie in der Einleitung festgestellt wurde, „accounting [should be seen] as both shaped by, and shaping, wider social processes“ (Chapman et al. 2009: 2), liegt ein Rückgriff auf ein sozialwissenschaftliches Rahmenkonzept für die Untersuchung nahe. Die neo-institutionalistische Organisationsforschung bietet nun ein Instrumentarium an, mit Hilfe dessen die Verbreitung von Konzepten und Praktiken in Gesellschaften untersucht werden kann (Walgenbach und Meyer 2008) und stellt somit eine geeignete konzeptionelle Grundlage für das Dissertationsprojekt dar.
Tobias Polzer

Kapitel 4. Empirische Untersuchung

Ausgehend von der Feststellung, dass Individuen Realität durch den Gebrauch von Sprache erzeugen (Berger und Luckmann 1967), gelangen Loewenstein und Ocasio zu der Erkenntnis, dass „social systems develop specialized vocabularies of organizing that structure organizational thought and action“ (2005: 3). Die drei Reformparadigmen PA, NPM und PG sind – aufbauend auf den Erkenntnissen von Mills (1940) – durch jeweils spezifisches Vokabular gekennzeichnet; ein Auftreten dieses Vokabulars kann als ein Signal dafür gedeutet werden, dass auf ein jeweiliges Paradigma Bezug genommen wird.
Tobias Polzer

Kapitel 5. Schlussfolgerungen, Fazit und Ausblick

Diese Arbeit beschäftigte sich mit den Reformen des österreichischen BHG seit seiner Erstkodifizierung 1986 bis zur letzten großen Haushaltsrechtsreform, die in den Jahren 2007 und 2009 verabschiedet wurde. Österreich galt im internationalen Vergleich bezogen auf Reformen in der öffentlichen Verwaltung als „‚Reformnachzügler‘“ (Wutscher und Hammerschmid 2005: 116) und auch im Bereich des öffentlichen Haushalts- und Rechnungswesens wurde lange Zeit großer Reformbedarf gesehen (Blaha 1974, Hafner 1984, Schwab 1977, Wagner 1979). Mit der jüngsten Bundeshaushaltsrechtsreform wird jedoch durch den Hauptpromotor der Reform behauptet, dass Österreich sich „towards a best practice example of steering the budget and the administration“ (Steger 2010: 5) bewegt hat.
Tobias Polzer

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