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23.04.2012 | Wertpapiergeschäft | Im Fokus | Onlineartikel

Finanzierungsalternative für den Mittelstand

Autor:
Bianca Baulig
2 Min. Lesedauer

Mittelständische Unternehmen stoßen immer häufiger in Größenordnungen vor, in denen eine Finanzierung allein durch Bankkredite nicht mehr möglich ist. Ein alternatives Finanzierungsinstrument kann in einem solchen Fall die Platzierung einer Mittelstandsanleihe sein. Ein erfolgreiches Beispiel hierfür ist die Anleihe der Scholz Gruppe.

Die Anleihe der Scholz Gruppe, einem Recyclingunternehmen im Bereich Eisen- und Nichteisenmetallen, ist mit einem jährlichen Zinssatz von 8,5 Prozent und einer Laufzeit von fünf Jahren ausgestaltet und wurde bei institutionellen Investoren und Privatanlegern in Deutschland und Österreich platziert. Die Zeichnungsfrist wurde bereits am ersten Tag vorzeitig beendet, nachdem das Emissionsvolumen in Höhe von 150 Millionen Euro deutlich überzeichnet war. Die Anleihe ist zum Handel am Entry Standard der Frankfurter Wertpapierbörse sowie dem dritten Markt der Börse Wien zugelassen.

Bereits im vergangenen Jahr war für den Markt der Mittelstandsanleihen ein wachsender Trend zu erkennen. Das kumulierte Emissionsvolumen lag mit rund 1,5 Milliarden Euro auf dem gleichen Niveau wie das des Primärmarktes für Aktienemissionen. Neben Scholz wurden im laufenden Jahr bereits acht weitere Anleihen mit einem kombinierten Emissionsvolumen von über 270 Millionen Euro in die Platzierung gegeben. Wie Peter Thilo Hasler, Vorstand der Blättchen & Partner AG, die die Scholz Gruppe bei ihrer Emission begleitet, gegenüber dem BANKMAGAZIN sagte, zeige dies, dass der Kapitalmarkt aufnahmebereit ist, „zumindest für qualitativ hochwertige Emittenten“, wie Hasler betont. Das Zinsumfeld sei attraktiv, inflationäre Anzeichen dagegen Mangelware.

Eine Anleihe für Privatanleger

Wie die Autoren Konrad Bösl und Thilo Hasler in ihrem Buch „Mittelstandsanleihen“ ausführen, handelt es sich bei derartigen Anleihen um „kleinvolumige Anleihen zwischen 25 und 150 Millionen Euro“. Bislang wurden Anleihen dieser Größenordnung von den etablierten Emissionsbanken nicht platziert, „da institutionelle Fondsmanager restriktive Anforderungen an die Unternehmensgröße und das Handelsvolumen stellen“, so die Autoren. Ein weiteres Merkmal der Mittelstandsanleihe ist deren geringer Nennbetrag, der in der Regel nicht mehr als 1000 Euro beträgt. Zielinvestoren sind daher vorwiegend Privatanleger, daneben aber auch Vermögensverwalter, kleinere Kapitalsammelstellen sowie Family Offices.

Im Interview mit BANKMAGAZIN (Ausgabe 5/2012) betonte Hasler die Wichtigkeit der Banken bei der Platzierung, da diese die Steuerung und Koordination der Beteiligten übernimmt. „Damit nimmt die Emissionsbank eine zentrale Rolle bei der Emission einer Mittelstandsanleihe ein, da ein fehlerhaftes Management der an der Emission beteiligten Parteien den Erfolg massiv gefährden kann“, lautet sein Resumee.

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