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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Projektabbruch als praktisches und theoretisches Problem

Zusammenfassung
Die Geschichte der Forschung und Entwicklung (FuE)1 bei Du Pont weist die Verfolgung und den Abbruch von FuE-Projekten als einen Problembereich von außergewöhnlicher Bedeutung aus. Insbesondere wird deutlich, daß substantiell differierende Auffassungen über die Notwendigkeit und den Zeitpunkt von Projektabbruchentscheidungen einer überzeugenden Entscheidungsregel bedürfen:
“Perhaps the biggest [issue about the management of research is] determining when to stop. Alfred du Pont … believed that the cases of Stabillite and the continuous [black powder] process demonstrated that the [Experimental] Station had been unable to make a determination of when to stop … If a project has value, Alfred maintained in black-and-white terms, ‘it should be determined as soon as possible; if not, further expenditures in its so-called development should be discontinued’. A.J. Moxham [responsible for what would be known later as the development department] approached the issue differently … Moxham stressed that ‘the tendency of all experimenters is to continue to work on with an experiment just as long as any improvement seems to them possible. So tempting is this tendency that sooner than give up an experiment at a time when it has already reached the stage of profit they will retain control of it … because of the very love of the study they are making … Hence it becomes a matter of good business judgement as to when to ‘put in the peg’ and call an experiment finished.’ There was an implicit notion in Moxham’s statement that a research manager should not call an experiment finished until it was ripe for commercialization — a rather different view than the one held by Alfred du Pont.”2
Edgar C. Lange

2. Abbruchkriterien von FuE-Projekten

Zusammenfassung
Ziele sind “Aussagen mit normativem Charakter, die einen von einem Entscheidungsträger gewünschten, von ihm oder anderen anzustrebenden, auf jeden Fall zukünftigen Zustand der Realität beschreiben”1. Dieser Zustand wird zumindest durch Angaben über das Zielobjekt und die Zielausprägungen präzisiert. Letztere umfassen die Zieleigenschaften, die Zielmaßstäbe und die Zielfunktionen2.
Edgar C. Lange

3. Forschungskonzeption

Zusammenfassung
Nach herrschender Meinung definiert die durch von Neumann/Morgenstern1 begründete und von Savage2 erweiterte Risikonutzentheorie rationales Verhalten bei Ungewißheit3. In den letzten Jahren haben empirische Untersuchungen den Nachweis erbracht, daß die Risikonutzentheorie aufgrund systematischer Verletzungen der Rationalitätspostulate nicht immer in der Lage ist, menschliches Verhalten korrekt abzubilden4. Von besonderer Relevanz für die Investitionstheorie erachtet Weber die Nonkonformität menschlichen Verhaltens mit dem Unabhängigkeitsaxiom, das “die Präferenz zwischen zwei riskanten Alternativen (Lotterien) unabhängig von gemeinsamen Komponenten der Lotterien” postuliert5. Entgegen dieser Verhaltensannahme berücksichtigen Individuen bei ihren Entscheidungen häufig gemeinsame Komponenten in Form von vergangenen, aus heutiger Sicht unwiderruflich verursachten Kosten, die auch als “sunk costs” bezeichnet werden6.
Edgar C. Lange

4. Empirische Studie

Zusammenfassung
Zur Überprüfung der Hypothesen wurde eine empirische Untersuchung durchgeführt. Die nachfolgenden Ausführungen widmen sich zunächst der Realisierung und der Zusammensetzung der Stichprobe. Dabei beschränkt sich die Diskussion nicht auf eine Beschreibung der teilnehmenden Unternehmen und der erhobenen FuE-Projekte. Aus den gewonnenen Erkenntnissen lassen sich nämlich erste Vermutungen über die Qualität von Abbruchentscheidungen ableiten. Die Hypothesen und die erzielten Schlußfolgerungen werden in den Kapiteln 6 und 7 aufgegriffen und detailliert überprüft.
Edgar C. Lange

5. Ideale Abbruchentscheidungen

Zusammenfassung
Ideale Abbruchentscheidungen setzen die Existenz von “optimalen” Abbruchkriterien voraus, die erfolgreiche und erfolglose FuE-Projekte eindeutig diskriminieren. Die Überprüfung der Hypothesen soll nachfolgend zeigen, inwieweit die aus theoretischen und empirischen Arbeiten abgeleiteten Abbruchkriterien Anspruch auf diese Fähigkeit erheben dürfen. Um dem Leser das Rückblättern zu ersparen, werden die Hypothesen jeweils vor den Befunden ohne weitere Ableitung wiederholt.
Edgar C. Lange

6. Reale Abbruchentscheidungen

Zusammenfassung
Aus der Gegenüberstellung von abgebrochenen und technisch erfolgreich abgeschlossenen FuE-Projekten sollen Aussagen über die tatsächlichen Entscheidungskriterien bei Projektabbrüchen gewonnen werden. Der Grad der Übereinstimmung zwischen diesen realen und den zuvor ermittelten idealen Abbruchkriterien erlaubt Schlußfolgerungen über die Qualität der getroffenen Projektabbruchentscheidungen. Ihre substantielle und zeitliche Korrektheit präzisieren weitere Analysen, die auch Antwort auf die Frage nach der Notwendigkeit der Abbruchentscheidungen geben1.
Edgar C. Lange

7. Empfehlungen für die Verfolgung und den Abbruch von FuE-Projekten

Zusammenfassung
Die ersten Erkenntnisse über die Qualität von Abbruchentscheidungen vermittelte die strukturelle Analyse der abgebrochenen, erfolglosen und erfolgreichen FuE-Projekte1. Die Ähnlichkeit ihrer geplanten und realisierten Entwicklungszeiten begründete Zweifel an der Fähigkeit des FuE-Managements, Abbruchentscheidungen frühzeitig vornehmen zu können. Weiterhin ließ sich nicht überzeugend erklären, weshalb vorzugsweise kleine FuE-Projekte eingestellt werden. Insgesamt entstand daher der Eindruck, daß sachliche und zeitliche Fehlentscheidungen in FuE vorkommen. Die anschließende Analyse der abgebrochenen FuE-Projekte bestätigte und präzisierte die gezogenen Schlußfolgerungen: Ein Viertel aller Projektabbrüche sind sachlich und weitere zwei Drittel zeidich nicht zu rechtfertigen. Infolgedessen empfiehlt sich jedem Unternehmen die strukturelle Betrachtung von abgebrochenen, erfolglosen und erfolgreichen FuE-Projekten zur qualitativen Einschätzung der bisherigen Abbruchentscheidungen.
Edgar C. Lange

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