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2022 | Buch

Ambivalenzen der Optimierung

herausgegeben von: Gerhard Schweppenhäuser, Judith-Frederike Popp, Christian Alexander Bauer

Verlag: Springer Fachmedien Wiesbaden

Buchreihe: Würzburger Beiträge zur Designforschung

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Über dieses Buch

Innovation, Wachstum und Optimierung sind normative Grundlagen des Designs, der Technologie, der Wirtschaft, der Gesellschaft und der Kultur. Unter dem Vorzeichen der Digitalisierung zeichnen sich neue ›Optima‹ ab, in denen Menschen zum Bestandteil entgrenzter Netzwerkstrukturen werden. Die in Würzburg entstandenen Aufsätze des vorliegenden Bandes gehen ambivalenten Aspekten dieser Entwicklung mit wissenschaftlichen und gestalterischen Methoden nach. Der Gastbeitrag geht der Frage nach, was dialektisches Denken in Diskurs und Praxis der Gestaltung bedeutet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Vorbemerkung der Herausgeberin und der Herausgeber
Zusammenfassung
Innovation, Wachstum und Optimierung sind mittlerweile zur normativen Grundlage des Designs, der Technologie und der Wirtschaft geworden – und darüber hinaus auch zur normativen Grundlage diverser Horizontsetzungen im Bereich von Gesellschaft und der Kultur. Unter dem Vorzeichen der Digitalisierung laufen allerorten ungeheure Wandlungsprozesse ab. Es zeichnen sich neue Optima ab, in denen Subjekte zum integralen Bestandteil entgrenzter Netzwerkstrukturen werden.
Judith-Frederike Popp, Gerhard Schweppenhäuser, Christian Bauer
„Die Bemühung, sich vollkommener zu machen“: Ambivalenzen der Optimierung
Zusammenfassung
Design ist Gestaltung, die darauf aus ist, ein mögliches Optimum zu verwirklichen: die beste (funktionstüchtigste) Dingform, die beste (wirkungsvollste) Problemlösung, oder den besten (maximal effektiven und konsensfähigen) Prozess. Doch was ist ein Optimum? Der Beitrag geht dieser Frage entlang der Diskussion zentraler philosophischer Motive der Neuzeit nach. Gemessen am Optimierungsziel der Aufklärung, nämlich einem moralisch und kulturell informierten gesellschaftlichen Zusammenleben, erweist sich die permanente, autotelische Optimierung der kapitalistischen Wirtschaftsweise, als „etwas Bestimmungsloses“ (Hegel), das kein außerhalb seiner selbst liegendes, human-vernünftiges Ziel mehr kennt und, pradoxerweise, nur durch periodische Selbstzerstörung hindurch fortbesteht.
Gerhard Schweppenhäuser
Biospekulatives Design. Die Konstruierbarkeit des Menschen
Zusammenfassung
Self-Enhancement, Medikalisierung, prädiktive Gentests, bioethische Engpässe: Der Fortschritt in der Medizin hat in den letzten Jahren enorm Fahrt aufgenommen und viele neue Möglichkeiten hervorgebracht. Erstmals haben wir nicht nur die Option, unser Leben so zu gestalten, wie wir möchten, sondern auch uns selbst: unseren Körper, unsere Gene, die Bedingungen unseres Lebens als Solche. Der Mensch wird immer mehr zu einem konstruierbaren Objekt.
Anne Matlok
Systemdialog – Entdeckung neuer Informationsräume durch digitale Begleiter
Zusammenfassung
Das Forschungsvorhaben der Arbeit „Systemdialog“ besteht darin, die Fähigkeiten künstlicher Intelligenz als Möglichkeit zu begreifen, um die Momente der Begegnung zwischen Mensch und Maschine neu zu gestalten, und zwar mit dem Menschen als Dreh- und Angelpunkt zukünftiger Entwicklungen. An die Stelle der Betrachtung eines Systems als Wirkungsfeld aus algorithmischer Logik und User Interface rückt dabei eine Bewertung der Maschine als digitaler Akteur.
Tobias Rachl
Design durch, für und über ethisches Denken
Zusammenfassung
Designer sind Menschen und haben als solche Teil an einem Gesellschaftsvertrag. Wer sich dafür entscheidet, Designer zu sein, entscheidet sich dafür, Menschen mit seinen Arbeiten auf die eine oder andere Art zu beeinflussen. Die Wirkung dessen, was Designer in das Gefüge der Gesellschaft einbringen, sollte immer ein Schlüsselfaktor ihrer Arbeit sein.
Luisa Wolf
Dialektisches Denken und Design
Zusammenfassung
Die folgende Skizze gilt einer Perspektive auf Designgegenstände und -praktiken, die im Kontext der aktuellen Debatten tendenziell ebenso anachronistisch wie irritierend anmuten mag. Der Mainstream der jüngeren Designdebatten ist stark von der Designforschung und von Spielarten der Designtheorie geprägt, die die Besonderheit des Designs zugleich im Sinne einer positiven Wertschätzung des Designs begreifen (und diese Besonderheit entweder voraussetzen oder aber Design letztlich als neues Paradigma anderer vormals separater Bereiche wie der Kunst verstehen; so als sei Unterscheiden qua Unterscheiden bereits Ungerechtigkeit). Nicht selten finden sich hier Beiträge, die tatsächlich weniger wissenschaftlichen Ansprüchen genügen, als vielmehr implizit oder explizit eine Form von „Pitches“ für das Design betreiben.
Daniel Martin Feige
Metadaten
Titel
Ambivalenzen der Optimierung
herausgegeben von
Gerhard Schweppenhäuser
Judith-Frederike Popp
Christian Alexander Bauer
Copyright-Jahr
2022
Electronic ISBN
978-3-658-36165-5
Print ISBN
978-3-658-36164-8
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-36165-5

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