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28.07.2015 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Auf allen Technikfeldern nah am Rennwagen: Neuer Audi R8

Autor:
Angelina Hofacker

In 3,2 s von 0 auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 330 km/h: Der neue Audi R8 mit V10-Mittelmotor mit bis zu 449 kW Leistung soll die "dynamische Speerspitze" der Marke darstellen. Kein anderes Auto mit den Vier Ringen ist näher am Rennsport, berichten die Entwickler.

Effizienz und Emotion, Umweltfreundlichkeit und hohe Leistung - in der heutigen Automobilentwicklung liegt die Herausforderung mitunter in dem Balance-Akt zwischen diesen Anforderungen, den es für die Ingenieure zu meistern gilt. Audi setzt beim neuen R8, erstmals vorgestellt auf dem Genfer Autosalon 2015, einen klaren Fokus auf Emotion und Performance. Lässt aber dem Zeitgeist entsprechend auch die Effizienz nicht völlig aus den Augen: Im Vergleich zum Vorgängermodell sei der Verbrauch des R8 um bis zu zehn Prozent gesunken. Dafür sorge unter anderem der Zehnzylinder-Saugmotor mit dualer Einspritztechnik in Kombination mit dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S-tronic. Zylinderabschaltung, ein Start-Stopp-System und die Möglichkeit zum Segelbetrieb sollen ebenfalls für geringeren Verbrauch sorgen. Vor allem ist die zweite Generation des Sportwagens den Entwicklern zufolge aber - als R8 V10 plus mit 449 kW (610 PS) - der stärkste und schnellste Serien-Audi, der je gebaut wurde. Im Rahmen einer Fahrveranstaltung in Portugal konnte die ATZ-Redaktion einen ersten Fahreindruck sowohl auf der Rennstrecke als auch im normalen Straßenverkehr gewinnen.

Motorsport und Serie zusammen gedacht

Bei der zweiten Generation des R8 ist das Fahrzeugkonzept den Entwicklern zufolge komplett überarbeitet worden. Beim neuen R8 haben die Ingenieure die Serien- und Rennsportvariante parallel entwickelt, erklärte Alwyn Watkins im Rahmen der Presseveranstaltung bei Portimão. Watkins ist Technischer Projektleiter und verantwortlich für die R8-Plattform also die Basis für beide Fahrzeuge. Das Gleichteile-Kontingent zwischen Audi R8 und Audi R8 LMS beträgt laut Watkins rund 50 Prozent. Eine enge Zusammenarbeit zwischen Renningenieuren, Motorsportlern und Entwicklern sei dafür nötig gewesen.

Bei dem, nach dem Mittelmotor-Prinzip verbauten, 5,2-l-V10-Otto-Saugmotor haben die Motorexperten von Audi besonderes Augenmerk auf ein schnelles Ansprechverhalten und Kraft über das gesamte Drehzahlband gelegt. Der nach dem Hochdrehzahlkonzept entwickelte Motor (Audi zufolge bis 8700/min) ist in zwei Varianten verfügbar - mit 397 kW (540 PS) Leistung beim R8 V10 und mit 449 kW (610 PS) Leistung beim R8 V10 plus. Das maximale Drehmoment von 540 beziehungsweise 560 Nm stehe in beiden Fällen bei 6500/min bereit. Der Saugmotor besitzt eine Trockensumpfschmierung (der Rennsport lässt grüßen) und ein Cylinder-on-Demand(COD)-System, das bei niedriger Last eine Zylinderbank abschaltet. Zudem setzen die Motorenentwickler auf eine duale Einspritztechnik, die den Kraftstoff je nach Bedarf in die Brennräume und in das Saugrohr injiziert. Wenn der Fahrer bei mehr als 55 km/h Geschwindigkeit vom Gas geht, wird der Motor vom Antrieb getrennt - der neue R8 segelt. Im Stillstand deaktiviert ein Start-Stopp-System den V10. Den Sprint von null auf 100 km/h absolviere der V10 in 3,5 Sekunden, die Spitzengeschwindigkeit betrage 320 km/h. Beim V10 plus sollen es 3,2 Sekunden und 330 km/h sein. Aus dem Stand auf 200 km/h beschleunige das Topmodell in 9,9 Sekunden.

Der Kraftstoffverbrauch (kombiniert, im NEFZ) des Audi R8 V10 liege bei 11,4 l/100 km (CO2-Emission kombiniert 272 g/km). Der Audi R8 V10 plus verbrauche 12,3 l/100 km (CO2-Emission kombiniert 287 g/km). Auf einer Strecke von 110 km (Stadtverkehr, Autobahn, Landstraße), die wir zur einen Hälfte in moderater und zur anderen Hälfte in sportlicher Fahrweise in Portugal absolviert haben, lag unser Verbrauch bei 17,6 l/100 km.

Vollvariable Momementverteilung: Quattro-Antrieb im R8

Im Antriebsstrang des neuen R8 arbeiten das Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe S-tronic, ein optimiertes mechanisches Sperrdifferenzial und eine neue, elektrohydraulisch betätigte Lamellenkupplung zusammen. Das aktiv gekühlte Allradsystem kann den Entwicklern zufolge die Momente frei zwischen den Achsen verteilen. Der Quattro-Antrieb sei für den R8 verbessert worden, um das Modell sowohl auf als auch abseits der Rennstrecke noch dynamischer zu machen. Während unserer Testfahrten konnten wir uns von der Stabilität - auch bei dynamischer Kurvendurchfahrt - überzeugen. Auch die beim Topmodell verfügbaren Bremsscheiben aus Kohlefaser-Keramik vermitteln dem Fahrer ein Gefühl der Sicherheit und überzeugten uns beim durchgeführten Notbremsmanöver.

Die intelligente Fahrdynamikregelung des Quattro-Antriebs ist in das Fahrdynamiksystem Audi Drive Select eingebunden, das vier Grund-Modi bietet (comfort, auto, dynamic und individual). Eine weitere Neuerung im Sportwagenmodell ist der Performance-Modus im Fahrdynamiksystem. Er ermöglicht es dem Fahrer die wichtigsten fahrdynamischen Parameter auf den Reibwert und die Beschaffenheit der Straße abzustimmen. Der Fahrer kann hier zwischen den Modi snow, wet und dry wählen. Für unsere Testfahrten war die Auswahl des snow- oder wet-Modus nicht relevant.

Lichtkonzept des R8

Neben dem optimierten Antriebsstrang und einem neuartigen Leichtbaukonzept, mehr zum neuen Audi Space Frame lesen im Artikel "Audi zeigt R8 mit 449 kW", haben die Audi-Entwickler den Hochleistungssportwagen mit einem Laser-Spot für das Fernlicht ausgestattet. Beim R8 sitzt in jedem Scheinwerfer ein Modul mit je vier leistungsstarken Laserdioden, die 300 Mikrometer Durchmesser aufweisen. Sie generieren einen blauen Laserstrahl mit einer Wellenlänge von 450 Nanometern, erklärt Stefan Reich, Bauteilverantwortlicher des Audi-R8-Scheinwerfers. Ein Phosphorkonverter wandelt ihn in weißes Licht um, das eine für das menschliche Auge angenehme Farbtemperatur von 5500 Kelvin hat. Der Laser-Spot für das Fernlicht, der außer Orts ab 70 km/h aktiv wird, soll dem Fahrer ein Plus an Sicht und Sicherheit bringen. Eine intelligente Kamerasensorik erkennt andere Verkehrsteilnehmer und blendet entsprechend ab.

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In den folgenden Jahren könnte die Lasertechnik in Zusammenspiel mit der Matrix-LED-Technik eine spannende Symbiose eingehen. So arbeitet Audi gemeinsam mit Partnern aus Industrie und Wissenschaft im Förderprojekt "Intelligentes Laserlicht für kompakte und hochauflösende adaptive Scheinwerfer" (iLaS) am Scheinwerfer der Zukunft. Mit der Matrix-Laser-Technik und ihrer hohen Auflösung soll die Fahrbahnausleuchtung noch flexibler und hochvariabler werden - in jeder Situation. Die Matrix-Laser-Technik baut auf dem Laser-Spot für das Fernlicht auf, den der Ingolstädter Automobilhersteller im Jahr 2014 im Audi R8 LMX erstmals in Serie gebracht hat. Lichtstarke Laser ermöglichen es erstmals, die Projektortechnik in einen kompakten und gleichzeitig leistungsstarken Scheinwerfer zu integrieren, erklären die Audi-Ingenieure.

Seit der Markteinführung im Jahr 2007, hat Audi die erste R8-Generation eigenen Angaben zufolge knapp 27.000-mal verkauft. Die zweite Generation des Hochleistungssportwagens ist seit Mitte Mai 2015 europaweit bestellbar, die Auslieferung in Deutschland soll im Herbst 2015 erfolgen. Zehn Wochen nach seiner Weltpremiere auf dem Genfer Automobilsalon gelang übrigens der Rennvariante des R8, dem neun R8 LMS, mit dem Sieg auf dem Nürburgring ein erfolgreiches 24-Stunden-Renndebüt.

Antriebsstrang des Audi R8 V10 plus

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