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22.09.2014 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Projekt Afas entwickelt fahrerloses Absicherungsfahrzeug für Autobahnen

Autor:
Angelina Hofacker
2:30 Min. Lesedauer

Die Entwicklung und Einführung eines vollautomatisierten Absicherungsfahrzeugs, das fahrerlos beweglichen Arbeitsstellen auf Autobahnen hinterherfährt: das ist Ziel des Projekts Afas. Die Projektpartner entwickeln dafür einen Prototyp, der unter realen Verkehrsbedingungen getestet werden soll.

Wanderbaustellen, beziehungsweise bewegliche Arbeitsstellen an Autobahnen, stellen für das Betriebspersonal ein hohes Risiko dar. Denn es kommt immer wieder zu schwerwiegenden Auffahrunfällen mit dem Absicherungsfahrzeug, berichten die Forscher der Hochschule Karlsruhe. Die Hochschule Karlsruhe - Technik und Wirtschaft beteiligt sich deshalb als Mitinitiator am Forschungs- und Entwicklungsprojekt Afas - automatisch fahrerlos fahrendes Absicherungsfahrzeug für Arbeitsstellen auf Bundesautobahnen.

Im Fokus des Projekts steht die Entwicklung eines Lkw mit Absperrtafel, der erstmalig unbemannt vollautomatisiert fährt und damit die Sicherheit - insbesondere des Betriebspersonals - erhöhen soll. Der Prototyp soll unter realen Verkehrsbedingungen auf dem Seitenstreifen von Autobahnen getestet werden. Die Wissenschaftler der Hochschule Karlsruhe analysieren in diesem Projekt die Anforderungen aus dem Straßenbetriebsdienst. Außerdem wollen die Forscher den Einsatz des Fahrzeugs in der Praxis begleiten und auswerten.

Erstmaliger Einsatz von fahrerlosen Fahrzeugen

Die hohen Sicherheitsanforderungen an den fahrerlosen Betrieb sollen weitgehend mit Serienkomponenten für Steuerung, Lenkung, Bremse, Sensorik und Umfelderkennung erfüllt werden, berichten die Karlsruher Forscher. Hierfür eigne sich der Straßenbetriebsdienst auf Autobahnen mit niedrigen Einsatzgeschwindigkeiten, fehlendem Querverkehr und geschultem Personal besonders gut. Die Entwicklung des Absicherungsfahrzeugs soll einerseits einen Beitrag für die Sicherheit der Straßenwärter auf Autobahnen leisten, und andererseits auch den erstmaligen Einsatz eines vollautomatisierten Fahrzeugs im realen Straßenverkehr ermöglichen.

Der Hochschule Karlsruhe kommt im Projekt die Aufgabe zu, die Anforderungen des Straßenbetriebsdienstes sowie verfügbare Daten und Informationen für die Steuerung des Fahrzeugs zu analysieren, auf deren Grundlage das Fahrzeug entwickelt werden kann. Hierfür analysieren die Wissenschaftler Einsatzdaten aus dem Straßenbetriebsdienst mehrerer Bundesländer und protokollieren Einsätze vor Ort, sodass die Einsatzbedingungen in Szenarien umfassend beschrieben werden können. Weiterhin sollen Daten zum Zustand von Seitenstreifen und Markierung zusammengestellt werden, damit die Fahrzeugentwickler die einzusetzende Sensorik und Steuerung darauf abstimmen können. Für das Steuerungskonzept ist es beispielsweise wichtig, erläutern die Forscher, wie hoch die Häufigkeit von Unterbrechungen des Seitenstreifens oder anderer Störungen ist.

Wissenschaftliche Begleitung der Pilotphase

Die Pilotphase, wenn das autonome Absperrfahrzeug im realen Verkehr eingesetzt wird, wollen die Karlsruher Forscher wissenschaftlich begleiten. Dabei soll auch das Verhalten der Verkehrsteilnehmer untersucht werden: ob diese das vollautomatisiert fahrende Fahrzeug als solches erkennen, und ob dies Einfluss auf ihre Fahrweise hat. Hierfür sind Befragungen, Videobeobachtungen und Messungen von Geschwindigkeiten und Abständen vorgesehen. Weiterhin sollen die Auswirkungen auf die Arbeitsabläufe im Straßenbetriebsdienst analysiert werden, um einen effizienten Einsatz vollautomatisierter Absperrfahrzeuge auf Autobahnen zu gewährleisten.

Das auf vier Jahre ausgelegte Projekt wird von der Bundesregierung mit rund 3,4 Millionen Euro gefördert. Neben der Hochschule Karlsruhe sind die Bundesanstalt für Straßenwesen (BASt), Hessen Mobil, Man Truck & Bus, das Institut für Regelungstechnik der Technischen Universität Braunschweig sowie TRW Automotive, Wabco und ZF Lenksysteme als Projektpartner beteiligt.

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