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25.11.2013 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

DLR testet Lenkassistenten zur Kollisionsvermeidung

Autor:
Christiane Brünglinghaus

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat im Rahmen eines EU-Projekts einen Lenkassistenten getestet. Das System soll dabei helfen, Kollisionen im Straßenverkehr zu vermeiden. Bei einer Abschlussveranstaltung in Aachen/Lommel (Belgien) haben die Forscher nun die Ergebnisse des Forschungsprojekts präsentiert.

Das am DLR getestete Lenkassistenzsystem soll den Fahrer bei drohenden Auffahrunfällen durch eine automatische, ausweichende Lenkbewegung unterstützen, erläutern die DLR-Wissenschaftler. "Öffnet sich zum Beispiel unvermittelt die Tür eines parkenden Autos oder schert auf der Autobahn plötzlich jemand dicht vor dem eigenen Fahrzeug ein, kann so ein Ausweichassistent helfen, eine Kollision zu vermeiden", erklärt Professor Dr. Karsten Lemmer vom DLR-Institut für Verkehrssystemtechnik. In drei Simulatorstudien sowie einer Realfahrzeugstudie im Versuchsfahrzeug FasCar untersuchten die Verkehrsforscher des DLR, wie die Testfahrer sich im Zusammenspiel mit dem Lenkassistenten verhalten.

Assistenzsystem lenkt im Notfall mit

Für die Testfahrten fuhren die Teilnehmer der Studie im Versuchsfahrzeug FasCar mit einer Geschwindigkeit von 50 km/h auf einer geraden Teststrecke, erklären die Forscher. Unvermittelt schnellte an einem Seil ein großes Netz als Hindernis auf die Fahrbahn, dem der Fahrer alleine mit Bremsen nicht ausweichen konnte. In dieser Testsituation habe der Ausweichassistent blitzschnell eine automatische Lenkbewegung ausgeführt und damit die Kollision vermieden.

Das Fahrerverhalten für Situationen in höheren Geschwindigkeitsbereichen wurde hingegen im dynamischen Fahrsimulator des DLR untersucht. Die Probanden mussten dabei auf Hindernisse wie zum Beispiel plötzlich einscherende Autos auf der Autobahn reagieren. Getestet wurden unterschiedliche Konzepte der Vorwarnung wie akustische oder optische Hinweise und der Einstellung des Ausweichassistenten wie zum Beispiel die Stärke der Lenkbewegung.

Die Fahrversuche hätten Folgendes gezeigt: Das Ausweichassistenzsystem könne dabei helfen, die Zahl der Unfälle mit einem plötzlich auftauchenden Hindernis deutlich zu verringern. Zudem ließ sich die Unfallschwere von nicht zu vermeidenden Kollisionen vermindern. Die Unterstützung des Lenkassistenten sei von den Studienteilnehmern gut angenommen worden. Viele der Fahrer hätten den Eingriff des Lenkassistenten nicht einmal bewusst wahrgenommen oder dachten, sie selbst hätten mit einer ausweichenden Lenkbewegung auf das Hindernis reagiert.

EU-Projekt Interactive arbeitet an Kollisionsvermeidungssystemen

Die am DLR durchgeführten Untersuchungen sollen einen Beitrag zum EU-Projekt Interactive (Accident avoidance by active intervention for Intelligent Vehicles) liefern. In dem Projekt arbeitet das DLR mit 30 Partnern wie Ford, BMW und VW an Systemen zur Fahrerunterstützung in kritischen Situationen zusammen.

Mit der Volvo Technology Corporation, dem Centro Ricerche Fiat und der Allround Team GmbH entwickelte das DLR Erkenntnisse zur Auslegung von Kollisionsvermeidungssystemen. Die aktuellen Forschungsergebnisse seien auch ein wichtiger Baustein zur Lösung noch ausstehender rechtlicher Fragen zur Automatisierung im Straßenverkehr. Die Partner aus der Fahrzeugindustrie arbeiteten an der technischen Umsetzung eines Ausweichassistenzsystems für den späteren Einsatz in Serienmodellen.

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