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05.07.2009 | Automobil + Motoren | Nachricht | Onlineartikel

Ford: Neues Aufbereitungsverfahren ermöglicht Einsatz von Flüssigholz im Fahrzeugbau

Autor:
Caterina Schröder

Das Ford Forschungszentrum Aachen untersucht eine neue Aufbereitungstechnik für einen Holz-Kunststoff-Verbundwerkstoff. Diese zur Herstellung vom so genannten Flüssigholz genutzte Verarbeitungstechnik leitet sich aus den herkömmlichen Produktionsverfahren der Kautschukindustrie ab. Dabei kommt ein Innenmischer zum Einsatz, der für die komplette Ummantelung der Holzfasern mit Kunststoff zuständig ist. Dies soll die Wasseraufnahme verhindern und somit die Dauerhaltbarkeit erhöhen. Zudem arbeitet der Innenmischer ökologischer, da er unvorbehandeltes Holz und sogar Holzabfälle verwerten kann.

Ein weiterer Vorteil: Das neue Verfahren versiegelt die Holzfasern laut Ford deutlich besser und dämmt somit die Geruchsbelästigung weitgehend ein. Dadurch eigne sich der Werkstoff auch zu Anwendungen im Innenraum, zum Beispiel für Verkleidungsteile. Darüber hinaus könnten künftig auch Komponenten im Motorraum aus Flüssigholz hergestellt werden, beispielsweise der Batterieträger.

Flüssigholz weist laut Ford eine exzellente Recyclingfähigkeit auf und kann bis zu fünf Mal wiederverarbeitet werden. Die Gesamt-CO2-Bilanz des Verbundwerkstoffs wird als nahezu neutral bezeichnet. Dennoch kam Flüssigholz bisher vor allem wegen seiner Zähflüssigkeit und damit einhergehenden schweren Formbarkeit nicht im Automobil zum Einsatz. Denn aufgrund dieser Zähflüssigkeit, die auf seinem hohen Holzanteil (zwischen 60 und 80 Prozent) beruht, war Flüssigholz mit den herkömmlichen Aufbereitungstechniken für das Spritzgießverfahren ungeeignet. Dieses Spritzgießverfahren wiederum, mit dem nahezu sämtliche Kunststoffteile in Großserie gefertigt werden, gilt als der einzig wirtschaftliche Prozess bei der Massenproduktion.

Die Entwicklung geschieht innerhalb eines Projekts, das mit einer Laufzeit von drei Jahren im Rahmen des Technologie- und Innovationsprogramms NRW im Mai 2009 gestartet wurde. Weitere Projektpartner sind neben der Universität Paderborn Maschinenhersteller, Materialhersteller, Aufbereiter sowie Verarbeiter in der Verpackungsindustrie. Das Land NRW fördert das Projekt mit zirka 400.000 Euro, das Gesamtbudget beträgt über eine Million Euro.

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