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12.08.2019 | Bankstrategie | Nachricht | Onlineartikel

Investitionsvolumen in der Finanzbranche nimmt ab

Autor:
Angelika Breinich-Schilly

Finanzinstitute und Dienstleister kämpfen mit sinkenden Umsätzen und investieren weniger, sagt der aktuelle CFS-Index. Zudem wird ein harter Brexit der Branche weitere Anstrengungen abverlangen.

"Die Rückgänge bei den Kernindikatoren Umsatz, Ertrag und Investitionen bei insgesamt unveränderter Beschäftigungslage unterstreicht die schwierige Lage der Branche, deren verschlechterte Aussichten nun neben den Banken auch die Dienstleister erfasst hat", erläutert Jan Pieter Krahnen, Direktor des Center for Financial Studies (CFS), die Ergebnisse des aktuellen Branchen-Index. Dieser bildet vierteljährlich das Geschäftsklima in der deutschen Finanzbranche ab.

Sowohl das Umsatzwachstum als auch das Geschäftsvolumen der Finanzinstitute habe sich dem Index zufolge im zweiten Quartal rückläufig entwickelt. Und die Branche rechnet mit einem weiteren leichten Rückgang für das laufende Quartal. Demgegenüber bleiben die Umsatzerwartungen der Dienstleister auf dem niedrigen Niveau des Vorquartals, wobei sie für das laufende Quartal unverändert optimistisch sind.

Weniger Geld für neue Produkte und Prozesse

Insgesamt wurden in der Finanzbranche die Ausgaben für Investitionen in Produkte und Prozesse in den vergangenen drei Monaten zurückgeschraubt. Der entsprechende Sub-Index der Finanzinstitute sinkt um 5,8 Punkte auf 106,1 Punkte. Die Dienstleister verzeichnen einen Rückgang um 4,9 Punkte auf 109,9 Punkte. Für das laufende Quartal erwarten die Finanzinstitute einen weiteren leichten Rückgang, die Dienstleister sind optimistischer.

Erfreulich ist, dass sich der Stellenabbau bei den Banken und Sparkassen verlangsamt hat. Für das dritte  Quartal wird mit einem nahezu konstanten Niveau bei den Jobkürzungen gerechnet. Die Dienstleister melden unverändert zum Vorquartal ein konstantes Mitarbeiterwachstum und erwarten im Herbst noch mal einen Anstieg der Mitarbeiterzahlen.

Finanzbranche rechnet mit hartem Brexit

Bei ihrer Einschätzung zur künftigen Rolle des Finanzplatzes Deutschland im internationalen Wettbewerb haben sich die Meinungen der Finanzinstitute und Dienstleister nach einem zuvor gegenläufigen Trend angenähert. "Wahrscheinlich wissen wir erst nach dem 31. Oktober als dem nächsten möglichen Brexit-Tag, wohin die Reise geht", meint Lutz Raettig, Präsident der Finanzplatzinitiative Frankfurt Main Finance. 

Die deutsche Finanzindustrie geht überwiegend von einem harten Brexit aus, wie das CFS in einer aktuellen Umfrage ermittelte. Dabei halten 55 Prozent der Befragten einen ungeordneten Austritt Großbritanniens für wahrscheinlich. Ein knappes Drittel (31 Prozent) glaubt sogar, das dieses Szenario "sehr wahrscheinlich" eintreten wird. Nur elf Prozent sind optimistischer eingestellt. 63 Prozent sagen, der deutschen Finanzsektor sei auf den Fall eines harten Brexits "ausreichend vorbereitet", während 36 Prozent noch weiterem Handlungsbedarf sehen.

"Wenn man die inzwischen hohe Wahrscheinlichkeit eines harten Brexit berücksichtigt, sind die Umfrageergebnisse eher besorgniserregend. Denn viel Zeit für Anpassungsmaßnahmen bleibt den Marktteilnehmern nicht mehr", kommentiert CFS-Geschäftsführer Brühl die Umfrageergebnisse.

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