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29.09.2021 | Compliance | Nachricht | Onlineartikel

N26 zahlt Millionen-Bußgeld

Autor:
Angelika Breinich-Schilly
1:30 Min. Lesedauer

Mehr als vier Millionen Euro kosten die Digitalbank N26 mangelhafte interne Sicherungsmaßnahmen in Bezug auf Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung in den Jahren 2019 und 2020. Die Aufsichtsbehörde Bafin hatte das Bußgeld Ende Juni verhängt. 

Die von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (Bafin) geforderten 4,25 Millionen Euro hat N26 nach eigenen Angaben bereits beglichen. Im Mai 2019 hatte die Behörde die internen Maßnahmen des Instituts zur Prävention von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung kritisiert und angeordnet, entsprechende interne Sicherungsmaßnahmen zu ergreifen und allgemeine Sorgfaltspflichten einzuhalten. 

Die Aufsicht hatte gefordert, Rückstände im EDV-Monitoring aufzuholen, Prozessbeschreibungen und Arbeitsabläufe schriftlich niederzulegen sowie eine vorgegebene Anzahl von Bestandskunden neu zu identifizieren. Zudem wurde N26 angewiesen, "eine angemessene personelle und technisch-organisatorische Ausstattung zur Einhaltung ihrer geldwäscherechtlichen Verpflichtungen sicherzustellen". 

Sonderbeauftragter überprüft die Mängelbeseitigung

Da die Bafin offenbar mit der Umsetzung nicht zufrieden war, bestellte sie im Mai 2021 zur Überwachung der Behebung der in den vergangenen zwei Jahren monierten Prozess- und IT-Mängel einen Sonderbeauftragten. Dieser berichtet der Behörde fortlaufend über den Umsetzungsfortschritt. 

Laut einer Mitteilung von N26 soll es "um weniger als 50 Fälle in den Jahren 2019 und 2020" gehen. Das Bußgeld sei fristgerecht am 14. Juli 2021 von der Bank überwiesen worden. Alle von der Bafin geforderten Maßnahmen zur Verbesserung von rechtzeitigen Meldungen verdächtiger Aktivitäten seien "bereits vollumfänglich umgesetzt". In den vergangenen Monaten habe das Institut "zahlreiche weitreichende Maßnahmen ergriffen sowie Strukturen und Prozesse etabliert, die den höchsten Standards entsprechen", betont N26. 

Auslöser des Bußgeldverfahrens waren Kriminelle, die Konten bei der Digitalbank über Dritte hatten eröffnen lassen, um diese in betrügerischer Absicht zu nutzen. Der Zeitung "Handelsblatt" liegt nach eigenen Angaben eine Liste von rund 1.600 Konten des Instituts vor, die zwischen Mai 2019 und Juli 2021 eröffnet wurden. Diese seien scheinbar im Internet für Fakeshops oder betrügerische Ebay-Konten genutzt worden. Allein in diesem Jahr seien mehr als 1.000 solcher Kontonummern bekannt geworden, heißt es weiter.

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