Skip to main content
main-content

Tipp

Weitere Artikel dieser Ausgabe durch Wischen aufrufen

31.08.2022

Das Wärme- und Wohnen-Panel zur Analyse des Wärmesektors: Ergebnisse der ersten Erhebung aus dem Jahr 2021

verfasst von: Manuel Frondel, Andreas Gerster, Kathrin Kaestner, Michael Pahle, Antonia Schwarz, Puja Singhal, Stephan Sommer

Erschienen in: Zeitschrift für Energiewirtschaft

Einloggen, um Zugang zu erhalten
share
TEILEN

Zusammenfassung

Das neu etablierte Wärme- und Wohnen-Panel ermöglicht durch die Verknüpfung von Informationen zum Gebäudebestand, dem Endenergiebedarf und detaillierten Angaben zu den sozioökonomischen Charakteristika der Haushalte sowie durch wiederholte systematische Erhebungen eine fundierte Evaluierung der Effektivität klimapolitischer Maßnahmen im Wärmesektor in Deutschland. Dieser Beitrag präsentiert die wichtigsten deskriptiven Ergebnisse der ersten Panel-Erhebung unter ca. 15.000 privaten Haushalten aus dem Jahr 2021. Neben der unvermeidlichen Abfrage der Gebäudecharakteristika und der Heiztechnik lag der Schwerpunkt der ersten Erhebung auf den energetischen Modernisierungstätigkeiten privater Haushalte sowie auf der Bewertung und Akzeptanz von Klimaschutzinstrumenten im Gebäudesektor. Überdies wurde die Akzeptanz verschiedener Aufteilungsvarianten der Kostenbelastung der Anfang 2021 eingeführten CO2-Bepreisung auf Mieter und Vermieter untersucht. Zu den zentralen Resultaten gehören, dass die Aufteilung der Kostenbelastung der CO2-Bepreisung gemäß der Energieeffizienz der Gebäude die höchste Zustimmung unter den Befragten genießt. Bezüglich der Akzeptanz von Klimaschutzinstrumenten im Gebäudesektor ist bemerkenswert, dass ein Einbauverbot von Gaskesseln und eine Gebäudeklimaabgabe nur bei rund 30 % der Befragten Zustimmung findet, während ein Einbauverbot von Ölkesseln von fast 70 % der Befragten begrüßt wird. Überraschenderweise heizen dabei lediglich rund 20 % derjenigen, die das Einbauverbot von Ölkesseln ablehnen, mit Öl, während dieses Verbot von einem größeren Anteil von ca. 30 % derjenigen Befragten abgelehnt wird, die mit Gas heizen. Befragt nach ihrer Informiertheit über die CO2-Bepreisung gibt fast die Hälfte aller Befragten an, eher nicht informiert zu sein, lediglich ein sehr geringer Teil von 3,4 % der Befragten fühlt sich sehr gut informiert. Ähnlich verhält es sich bei energetischen Gebäudemodernisierungen: Knapp über die Hälfte der Eigentümer fühlt sich nicht gut über energetische Sanierungen informiert.
Anhänge
Nur mit Berechtigung zugänglich
Fußnoten
1
Der Endenergiebedarf eines Gebäudes ist die Menge an Energie, die theoretisch nötig ist, um die gewünschte Raumtemperatur zu ermöglichen sowie das während eines Jahres benötigte Warmwasser zu erzeugen. Darin berücksichtigt sind auch Verteil- und Kesselverluste.
 
2
Der Modernisierungsanteil ist in Hochhäusern am höchsten: Fast 70 % der Mieter und 81 % der Eigentümer geben an, dass in ihren Hochhäusern mindestens eine Modernisierungsmaßnahme vorgenommen wurde. Dabei ist allerdings zu relativieren, dass die Stichprobe nur wenige Eigentümer mit Wohnungen in Hochhäusern beinhaltet.
 
3
Zur Auswertung des Zustimmungsanteils wurden die Antworten jeweils zu einer binären Variable umkodiert, sodass ein Wert von 1 (4 und 5 auf der ursprünglichen Skala) Zustimmung und eine 0 (1, 2 und 3 auf der ursprünglichen Skala) keine Zustimmung darstellt.
 
4
Die Zustimmung zu diesen Maßnahmen wurde auf einer Skala von 1 (stimme gar nicht zu) bis 5 (stimme voll und ganz zu) abgefragt. Zur Auswertung des Zustimmungsanteils wurden die Antworten jeweils zu einer binären Variable umkodiert, sodass ein Wert von 1 (4 und 5 auf der ursprünglichen Skala) Zustimmung und eine 0 (1, 2 und 3 auf der ursprünglichen Skala) keine Zustimmung darstellt.
 
5
Die Zustimmung zu diesen Maßnahmen wurde auf einer Skala von 1 (stimme gar nicht zu) bis 5 (stimme voll und ganz zu) abgefragt. Zur Auswertung des Zustimmungsanteils wurden die Antworten jeweils zu einer binären Variable umkodiert, sodass ein Wert von 1 (4 und 5 auf der ursprünglichen Skala) Zustimmung und eine 0 (1, 2 und 3 auf der ursprünglichen Skala) keine Zustimmung darstellt.
 
6
Die Zustimmung wurde jeweils auf einer Skala von 1 (stimme gar nicht zu) bis 5 (stimme voll und ganz zu) abgefragt. Zur Auswertung des Zustimmungsanteils wurden die Antwortoptionen 4 und 5 als Zustimmung gewertet, die übrigen als keine Zustimmung.
 
7
Zur Auswertung des Zustimmungsanteils wurden die Antwortoptionen 4 und 5 als Zustimmung gewertet, die übrigen als keine Zustimmung.
 
8
Selbst unter Zuhilfenahme der Abrechnung oder des Mietvertrags kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Befragten zum Teil falsche Angaben gemacht haben, da sie sich beispielsweise auf die gesamten Nebenkosten statt nur auf die Heizkosten bezogen haben. Auch wenn sich die Verzerrungen durch falsche Schätzungen oder Angaben nach unten und oben im Mittel teils ausgleichen und die Daten auf extreme Ausreißer überprüft wurden, gilt insgesamt zu beachten, dass die hier berichteten Heizkosten jeweils auf Angaben der Befragten beruhen.
 
9
Hochhäuser werden überwiegend über Fernwärme versorgt. Bei Fernwärme werden die Gesamtkosten über die Nebenkosten umgelegt. Bei anderen Zentralheizungen, wie beispielsweise einer Gasheizung, wird nur der Gasbedarf, nicht aber der Gaskessel, auf die Nebenkosten umgelegt. Der Kessel ist stattdessen Teil der Kaltmiete. Durch die Abfrage der Abschlagszahlungen oder Nebenkosten für Mieter kann dieser Unterschied ein Grund dafür sein, dass die Heizkosten in Hochhäusern tendenziell höher sind.
 
Literatur
Zurück zum Zitat Frondel M, Helmers V, Mattauch L, Pahle M, Sommer S, Schmidt CM, Edenhofer O (2022) Akzeptanz der CO2-Bepreisung in Deutschland: Die große Bedeutung der Rückverteilung der Einnahmen. Persp Wirtschaftspol 23(1):1–16 CrossRef Frondel M, Helmers V, Mattauch L, Pahle M, Sommer S, Schmidt CM, Edenhofer O (2022) Akzeptanz der CO2-Bepreisung in Deutschland: Die große Bedeutung der Rückverteilung der Einnahmen. Persp Wirtschaftspol 23(1):1–16 CrossRef
Metadaten
Titel
Das Wärme- und Wohnen-Panel zur Analyse des Wärmesektors: Ergebnisse der ersten Erhebung aus dem Jahr 2021
verfasst von
Manuel Frondel
Andreas Gerster
Kathrin Kaestner
Michael Pahle
Antonia Schwarz
Puja Singhal
Stephan Sommer
Publikationsdatum
31.08.2022
Verlag
Springer Fachmedien Wiesbaden
Erschienen in
Zeitschrift für Energiewirtschaft
Print ISSN: 0343-5377
Elektronische ISSN: 1866-2765
DOI
https://doi.org/10.1007/s12398-022-00328-1