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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Renaissance

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Italien

Zusammenfassung
Die in Italien entstehende Renaissance ist als Reaktion des zu individuellem Leben erwachten Menschen gegen seine „Anonymität“ im Mittelalter verstanden worden. Die Entwicklung der Persönlichkeit und ihr betonterer Diesseitsbezug bedeuten jedoch keine Abwendung von Religiosität und Kirche. Den Rang eines Menschen bestimmen nun nicht mehr nur Geburt und materielles Vermögen, sondern ebenso Bildung, Können und humanistische Gesinnung. Der Einsatz für den materiell schwächer Gestellten erfährt gerade durch diese Voraussetzungen eine kaum bisher gekannte Belebung.
Martin Grassnick

Frankreich

Zusammenfassung
Der in Frankreich ab 1495 einsetzende italienische Einfluß ist die Folge einer sich der Befreiung vom englischen Joch und der Einigung des Landes anschließenden, über die Grenzen hinausführenden Eroberungspolitik. Karl VIII. (1483–1498), der dem Hause Aragon das Königreich Neapel entrissen hat, wird durch ein Bündnis zwischen Österreichern, Spaniern und Venezianern gezwungen, den Rückmarsch in die Heimat anzutreten. Von italienischer Kultur und vor allem Architektur fasziniert, tut er dies jedoch nicht, ohne durch die Anwerbung italienischer Künstler und Handwerker für die Ausschmükkung seiner eigenen Paläste gesorgt zu haben. Sie bildet den Grundstock für eine Bautätigkeit, die sich zu einer wahren und eigentlich nur noch mit dem Barock zu vergleichenden Bauleidenschaft entwickeln soll. Insgesamt sind es 22 Künstler bzw. Handwerker, die Karl VIII. anwirbt; unter ihnen befindet sich der Gartenbauer Pacello de Marcolino, der zunächst mit dem Anlegen eines Ziergartens am Schloß von Amboise, später auch in Blois beauftragt wird. Die von Pacello in Frankreich heimisch gemachte italienische Gartenarchitektur führt schließlich zu kontinuierlicher Entwicklung bis zu dem etwa 200 Jahre später lebenden berühmten Gartenarchitekten Le Nôtre, auf den die Gestaltung zahlreicher Gärten, insbesondere desjenigen von Versailles zurückgeht. Der von den 22 Italienern berühmteste ist Fra Giocondo, ein Ingenieur, Architekt und Philosoph aus Verona, der sechs Jahre lang als Berater der königlichen Bauten wirkt und insgesamt zehn Jahre in Frankreich bleibt, bis ihn Papst Julius II. nach Rom beruft.
Martin Grassnick

Deutscher Sprachraum

Zusammenfassung
Die Kultur der Renaissance ist weitgehend städtisch; sie wird z.B. in Italien, insbesondere von der Schicht der Patrizier, in Frankreich vom Hochadel getragen.
Martin Grassnick

Barock/Rokoko

Frontmatter

Italien

Zusammenfassung
Der oft als Baukunst der Gegenreformation oder des Absolutismus bezeichnete Barock, der sich vorwiegend in katholischen Ländern entfaltet, umfaßt in seinem Ursprungsland Italien den Zeitraum ab etwa 1560, im Norden den Zeitraum bis spätestens zum Beginn der Französischen Revolution im Jahre 1789.
Martin Grassnick

Frankreich

Zusammenfassung
Wichtigstes neues Element des französischen Gotteshauses ist die Vierungskuppel. Vor allem die frühen Kirchenfassaden orientieren sich — wenngleich ebenfalls nüchterner wirkend als ihre italienischen Vorbilder — häufig an Il Gesù (z.B. St. Roch in Paris). Zentralgrundrisse stellen in dieser Entwicklungsphase Ausnahmen dar.
Martin Grassnick

Deutscher Sprachraum

Zusammenfassung
Auch im deutschen Sprachraum erfolgt die Orientierung häufig am Muster der römischen Il-Gesù-Kirche, dies bisweilen unter Fortlassung der Vierungskuppel. Die weitaus größte Zahl der Bauten mit Vierungskuppel orientiert sich bezüglich deren Gestaltung am Vorbild der Petersdomkuppel.
Martin Grassnick

Gartenarchitektur

Zusammenfassung
Wird der mittelalterliche Garten geprägt durch eine starke äußere Abtrennung und durch ein im Inneren vorherrschendes additives Prinzip, so erweckt er eigentlich erst wieder während der italienischen Hoch- und Spätrenaissance — hier auf das römische Vorbild von an terrassierten Hängen sich emporziehender Gärten zurückgreifend — ein ausgeprägt künstlerisches Interesse, das in Italien den Gegensatz Berg-Tal nutzt und in der Barockzeit eine bis dahin nicht gekannte Steigerung erfährt.
Martin Grassnick

Klassizismus/Revolutionsarchitektur

Frontmatter

Kulturgeschichtlicher Überblick / Allgemeine Anmerkungen zur Architektur

Zusammenfassung
Der Begriff „Klassizismus“ erfaßt zwei zeitlich unterschiedliche Kunstströmungen, eine erste bei Palladio in der zweiten Hälfte des 16. Jh.s beginnende und daher als „palladianischer Klassizismus“ bekannte, eine zweite, etwa um 1770 einsetzende, die sich als Ergebnis einer in besonderem Maße literarischen Rückschaubewegung begreift, als „Neoklassizismus“ bezeichnet wird und versucht, insbesondere an der römischen und griechischen Antike anzuknüpfen. Im Gegensatz zu Renaissance und Barock entstehen in klassizistischer Zeit bisweilen Bauten, die man mit Gebäuden aus der Antike verwechseln könnte.
Martin Grassnick

Historismus

Frontmatter

Neugotik bis Eklektizismus

Zusammenfassung
Nachdem noch in der ersten Hälfte des 19. Jh.s durch die Gebildeten der damaligen Welt die Klassik als anzustrebendes kulturelles Ideal propagiert worden war und — in allen Variationen abgewandelt — sich im Klassizismus niedergeschlagen hatte, erfolgt gegen Mitte des 19. Jh.s im Rahmen eines sich verstärkenden Nationalbewußtseins eine Umorientierung auf die christlichen Vorbilder des Mittelalters, ohne jedoch auf die Renaissance als eine zumindest in südlicheren Teilen Europas vermittelndere Form dieses Prozesses überzugehen — man erinnere sich nur an die Bauten von Klenzes in München. Neben der Neugotik der 2. Stufe, die an die von England in der zweiten Hälfte des 18. Jh.s ausgehende 1. Stufe mehr oder minder abrupt anschließt und zusehends akademischer gebraucht wird, setzen die anderen historisierenden Baustile des Jahrhunderts in der Regel mit einiger Verzögerung ein.
Martin Grassnick

Industrielle Revolution und ihre Folgen/ Eisen und Eisenbeton

Frontmatter

Industrielle Revolution

Zusammenfassung
Verstärkte Hygiene und höhere Bodenerträge führen um 1760 zu einem erstmaligen Anstieg der Bevölkerung, Mechanisierung, rationellere Bewirtschaftung, Bauernlegen und eine neue Fluraufteilung zugunsten der adligen Landbesitzer zu einem in England, dem damals führenden Industriestaat, sich bildenden Überangebot an Arbeitskräften. Auswanderung oder Ansiedlung in der Nähe von Städten mit entsprechenden Industriegebieten ist die Folge. Ein ständig wachsendes Heer von Arbeitern führt zu ungesunden Verhältnissen, deren Auswirkungen bekannt und folgenschwer sind: hohe Profite auf der einen, Hungerlöhne auf der anderen Seite.
Martin Grassnick

Moderne

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Erneuerung des Bauens durch Rückbesinnung

Zusammenfassung
In Amerika bestimmt bis in die fünfziger Jahre des 19. Jh.s die Orientierung an der europäischen Architektur das Geschehen, da das Land keine eigenen Ausbildungsstätten für Architekten besitzt. Als bedeutendster Vertreter derjenigen Generation, die noch in Europa ihre Ausbildung erhält (1859–1862: Ecole des Beaux Arts), aber eine eigene Linie verfolgt, kann Richardson angesehen werden, der mit seinen Schöpfungen sogar europäische Architekten, wie den Holländer Berlaee, beeinflußt.
Martin Grassnick

Jugendstil und verwandte Entwicklungen

Zusammenfassung
Der wegen der Identifikationsmöglichkeit mit Strömungen der Gegenwart wiederentdeckte Jugendstil ist in seinen Quellen und Ausdrucksmitteln außerordentlich stark gefächert, bisweilen gegensätzlich, bisweilen sich als Protest u. a. gegen Stilkunst und gegen neue Sachlichkeit wendend, bisweilen genügsam bis zur reinen Flächendekoration eines eklektizistischen, oft mit neobarocken Einzelformen angereicherten Bauwerks.
Martin Grassnick

Expressionismus

Zusammenfassung
Wie der Jugendstil ist der zwischen etwa 1910 und 1925 zu datierende Expressionismus kein eigenständiger Stil, sondern eine bestimmte Entwicklungsphase im Schaffen einzelner Architekten, etwa auch solcher, die, wie Peter Behrens, vom Jugendstil hergekommen sind.
Martin Grassnick

De Stijl

Zusammenfassung
Einflüsse des Kubismus bestimmen nicht nur den Expressionismus bzw. eine seiner Spielarten, eben diejenige, die sich harter Facettierungen bedient, sondern in entsprechendem Maße eine Gruppe holländischer Künstler, die sich 1917 zusammenschließt, die Gruppe „De Stijl“, die sich in einer gleichnamigen Zeitschrift artikuliert.
Martin Grassnick

Konstruktivismus

Zusammenfassung
Daß die Bewunderung der Technik zwar phantasieanregend sein, ihre Mystifizierung aber keine architektonischen und gesellschaftlichen Ziele erreichbarer machen kann, beweist die sich nach dem Ersten Weltkrieg in Moskau zusammenschließende Gruppe der „Konstruktivisten“: eine Gruppe, die sich zunächst aus Bildhauern rekrutiert, bald aber — ausgehend von bildhauerischer Denkweise — alle Künste zu erfassen sucht.
Martin Grassnick

Neue Sachlichkeit

Zusammenfassung
Entgegen der landläufigen Meinung besagt der bereits gegen Ende des 19. Jh.s von dem amerikanischen Bildhauer Horatio Greenough geprägte Satz „Form follows function = Die Form folgt der Funktion“ nicht, wie dies die meisten Anhänger der neuen Architektur — bezeichnet als „Internationaler Stil“, „Internationale Architektur“ (Gropius), „Rationalismus“, „Neue Sachlichkeit“ (Hitchcock/Johnson) — annehmen, die Unbedingtheit des rechten Winkels. Trotz und gerade wegen des legitimen und vor allem wünschenswerten Strebens nach Objektivität dürfen Architekten wie Aalto und Wright — letzterer übrigens als Hauptvertreter des „organischen Funktionalismus“ — nicht als von der neuen Bewegung unabhängig betrachtet werden.
Martin Grassnick

Bauhaus

Zusammenfassung
1915 arbeitet Walter Gropius, der die Nachfolge van de Veldes in der Leitung der Weimarer Kunstgewerbeschule antritt, ein Reformprogramm für eine zukünftige Ausbildungsstätte aus, welche die Einheit von Kunst und Handwerk wiederherstellen soll. Gropius gelingt der Zusammenschluß der Kunstgewerbeschule mit der gleichfalls in Weimar gelegenen Hochschule für Bildende Künste. 1919 nimmt das auf diese Weise gebildete Staatliche Bauhaus seine Arbeit auf.
Martin Grassnick

Nachkriegstendenzen

Zusammenfassung
In den ersten aus dem Jahre 1922 stammenden Le Corbusierschen Entwürfen einer Stadt der Gegenwart findet sich bereits die Idee der „Wohneinheit“, der Unité d'Habitation, eines längsgerichteten, frei stehenden Hochhauses auf Stützen, das eine Reihe von Gemeinschaftseinrichtungen aufweist. Verwirklichung findet dieser Gebäudetyp erstmalig bei einem für 2000 Menschen bestimmten, 1947–1952 in Marseille errichteten Hochhaus, dessen Proportionen nach dem Modulor festgesetzt und dessen Dachplastik als dazu wirkungsvoller Kontrapunkt gestaltet werden. Regelrechte Wohnstraßen — vergleichbar denjenigen des Fourierschen Phalanstère — übernehmen die Erschließung. Maisonettewohnungen sorgen für eine Einsparung an Erschließungsfläche und für ein großzügiges, auch die dritte Dimension einbeziehendes Wohnen. Der aus Louis Sullivans Büro hervorgegangene Frank Lloyd Wright, der zu den Pionieren heutiger Architektur gehört und sich wie Le Corbusier in kein herkömmliches Denkschema pressen läßt — er propagiert das System des fließenden Grundrisses —, wendet sich nach einer Phase der Bevorzugung konventioneller Materialien dem Stahlbeton und einer Vielfalt architektonischer Formen zu. Eines seiner spektakulärsten Bauwerke ist sein Wohnhaus „Falling Water“ (1936/1937), das sich — aus einem Werksteinkern und einem System von Stahlbetonkragplatten bestehend — in kühner Weise mit der umgebenden Landschaft verbindet.
Martin Grassnick

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