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Über dieses Buch

Dieses Lehrbuch zur Grünen Stadt untersucht Stadtnatur als Ideal, Leistungsträger und Konzept für Stadtgestaltung. Es beantwortet wichtige aktuelle Fragen, die sich zu den ökologischen und kulturellen Grundlagen, zur Entwicklung und Struktur und zum ökologischen Leistungsvermögen von Stadtnatur weltweit stellen. Das Buch erklärt, was Stadtnatur ist, wie sie entstand und wie sie sich im Kontext zu den natürlichen und kulturellen Bedingungen ihrer Standorte entwickelte. Zudem wird beschrieben, was urbane Biodiversität ausmacht und welche Rolle differenzierte Stadtnatur im Konzept der Grünen Stadt einnimmt. Theorien der Stadtentwicklung und Ökologie werden mit praktischen Anwendungen der Stadtplanung verbunden und mit vielen Fallstudien und Beispielen veranschaulicht. Die großen Potenziale von Stadtnatur werden im Detail aufgezeigt. Um Probleme in der Stadt zu bewältigen oder zu mildern, bedarf es eines zielgerichteten, an die besonderen Bedingungen der verschiedenen Stadtnatur-Arten angepassten Stadtnatur-Managements, das Naturschutz wie Naturgestaltung gleichermaßen einschließt und dabei immer den Bezug zu den Stadtbewohnern im Auge behält.
Das Lehrbuch spricht besonders Studierende und Lehrende der Fächer Stadtplanung, Ökologie, Geographie, Sozialwissenschaften sowie Praktiker der Stadtgestaltung an.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Was Stadtnatur ist

Zusammenfassung
Der Terminus „Grün“ gerät in der Alltagssprache derzeit in Gefahr belanglos zu werden, zumindest aber unkonkret und bedeutungsvariabel. Dies trifft auch auf „Grüne Stadt“ zu. Hier können sehr vielfältige Inhalte von Verkehr über Energie bis zu Natur einbezogen werden.
Jürgen Breuste

2. Wie die Stadtnatur entstand

Zusammenfassung
Stadtnatur war lange Zeit ausschließlich gestaltete Natur in städtischem Kontext. Sie entstand mit der Entwicklung von Städten, nahm damit auch unterschiedliche Gestaltungs- und Akzeptanzformen an. Sie begann als vorwiegend private Natur im persönlichen Umfeld, als Gärten für Herrscher- und Besitzeliten, wurde als moden- und trendunterworfene Schmucknatur deren Statussymbol. Als Nutznatur der Obstgärten und Landwirtschaftsflächen verblieb sie lange in den Städten, bis der Wert ihrer Flächen sie in Konkurrenz zu anderen Nutzungen an den Stadtrand verdrängte bzw. ganz verschwinden ließ.
Jürgen Breuste

3. Wie Stadtnatur im Kontext von Natur und Kultur besteht

Zusammenfassung
Stadtnatur entstand in Anpassung an, aber auch manchmal im Gegensatz zur Natur der Stadtumgebung. Mit dem Export der Idee der „schönen“ Stadtnatur aus dem humiden Europa wurde die öffentliche Stadtgestaltung mit Gärten, Sträuchern und Bäumen auch in andere, sogar aride Zonobiome übertragen. Auch dort wurden grüne Garten- und Parkoasen bevorzugt und mit großem Aufwand angelegt und gepflegt. Die Idee der persischen (Paradies-)Gärten verbreitete sich zwar bis nach Indien, blieb aber eine isolierte Stadtnatur für ausschließlich Eliten, ebenso wie chinesische und japanische Gärten.
Jürgen Breuste

4. Was Stadtnatur leistet

Zusammenfassung
Was Stadtnatur konkret leistet, haben Stadtbürger bisher empfunden und hielten sich dort auf, wo diese nachgefragten Leistungen optimal im Vergleich angeboten wurden. Messbar waren diese Leistungen jedoch meist nicht. Der besonders schöne Park, der Auenabschnitt mit vielen Vogelarten, der Platz, wo Kinder am flachen Wasser gefahrlos spielen können oder die schattige Allee waren lediglich als Kategorien lokal bekannt und genutzt.
Jürgen Breuste

5. Welche Stadtnatur welche Leistung erbringt

Zusammenfassung
In Städten finden sich Naturelemente, die auch außerhalb von ihnen vorkommen. Das Besondere ihrer Urbanität ist jedoch die Dichte ihrer Verbreitung, die Intensität ihrer Nutzung und die Variabilität ihrer oft kleinteiligen Struktur. Ziel in der Stadt ist es, diese Naturelemente so zu erhalten, neu zu etablieren, zu pflegen und zu entwickeln, damit sie den Bedürfnissen der Stadtbewohner möglichst gerecht werden können. Dazu sollten die Leistungen von Stadtnatur unterschiedlichster Art klug bedacht werden, damit sie auch sich ändernden Bedürfnissen der Stadtbewohner gut entsprechen. Viele Ansprüche an Stadtnatur widersprechen sich oder werden nur von bestimmten Bevölkerungsgruppen geäußert. Manche können überhaupt nicht gleichzeitig realisiert werden (s. Kap. 7). Es bedarf also eines gestaltenden Moderationsprozesse der Leistungen von Stadtnatur und der Bedürfnisse der diese Leistungen wahrnehmenden Bevölkerung. Zuerst sollte Klarheit darüber bestehen, welche Leistungen von welcher Stadtnatur überhaupt erbracht werden können und wie diese bereits jetzt genutzt werden. Das ist der Gegenstand dieses Kapitels. Zur besseren Übersicht wurden vier häufig auftretende, stadttypische Naturtypen ausgewählt betrachtet. Sie sind die Hauptleistungsträger, auch überregional und z. T. weltweit verbreitet, und sie werden am intensivsten genutzt: Stadtparke, der Stadtbaumbestand (Urban Forest), Stadtgärten und Stadtgewässer.
Jürgen Breuste

6. Was urbane Biodiversität ausmacht

Zusammenfassung
Biodiversität wird oft verkürzt nur als Artenvielfalt wahrgenommen. Die Struktur der Lebensräume gehört jedoch dazu und macht Artenvielfalt erst verständlich. Dies trifft auch auf urbane Biodiversität zu. Sie ist wie die Stadtnatur als Ganzes gestaltete Biodiversität basiert auf städtischen Strukturen und deren Pflege und Management. Biodiversität wird in der Stadt gestaltet, kann damit also auch vergrößert oder reduziert werden.
Jürgen Breuste

7. Was Stadtnatur im Konzept der Grünen Stadt ausmacht

Zusammenfassung
Die Grüne Stadt ist Leitbild und Vision. Das inhaltlich breite Konzept der Grünen Stadt enthält als Kern die Stadtnatur. Im Konzept der Grünen Stadt wird Stadtnatur „konzeptualisiert“.
Jürgen Breuste

8. Welche Wege es zu einer Grünen Stadt gibt es?

Zusammenfassung
Die Wege zur Grünen Stadt können vielfältig sein und entwickeln sich im lokalen und regionalen Kontext. Dieses Kapitel beschreibt in acht Punkten die „Hauptstraßen“ einer „Road Map“ zur Grünen Stadt. Das Bemühen um eine Grüne Stadt wird immer zunächst mit ersten Schritten beginnen, um eine Perspektive für die anzugehenden Aufgaben zu gewinnen. Immer wird es darum gehen, Raum für Stadtnatur zu erhalten, neu zu gewinnen und diesen zu vernetzen. Stadtnatur allen zugänglich machen, bedeutet auch, vorhandene Potenziale an Stadtnatur zu erschließen. Generell geht es darum, den Nutzen von Stadtnatur für die Bürger der Stadt zu vergrößern und dabei alle Naturarten einzubeziehen. Dazu ist es notwendig, Stadtnatur zum Naturerlebnisraum und zum Lernort für Naturerfahrung zu machen. Der klassische Konflikt zwischen „Schützen“ und „Nutzen“ von Natur muss in der Stadt zugunsten eines Naturschutzkonzepts, das Schützen durch Nutzen in den Mittelpunkt stellt, aufgehoben werden.
Jürgen Breuste

Backmatter

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