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Über dieses Buch

Simon Dombrowski zeigt, dass das Entstehen und die Dynamik der explosionsartig wachsenden deutschen Märkte für biologische Lebensmittel nicht ohne die Koordinationsleistungen von Wirtschaftsverbänden wie Bioland, Demeter oder Naturland zu erklären ist. Sowohl die Marktsoziologie als auch die Verbandstheorie hat diese Leistungen bisher weitgehend übersehen. Mit seiner Arbeit schließt der Autor an aktuelle Debatten um die Organisation von Märkten an und verdeutlicht, dass Wirtschaftsverbände in Zukunft stärker bei der Analyse von Ordnungsbildungsprozessen auf Märkten berücksichtigt werden müssen. ​

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Zusammenfassung
In den Wirtschaftswissenschaften werden Märkte in der Regel als spontane Ordnungen verstanden. Sie entstehen wie von einer „unsichtbaren Hand“ gesteuert durch die voneinander unabhängige Anpassung von Produzenten und Konsumenten an Preissignale. Ergebnis dieses Koordinationsprozesses, so die Annahme, ist eine pareto-effiziente Verteilung von knappen Gütern (siehe z. B. Hayek 1945, 1993; Samuelson 1948: 36).
Simon Dombrowski

Kapitel 2. Die soziale Ordnung von Märkten

Zusammenfassung
Bereits in der berühmten Definition des französischen Mathematikers und Wirtschaftswissenschaftlers Antoine Augustin Cournot zeigt sich, dass Märkte sozial voraussetzungsvolle Gebilde sind. Damit Produkte gleich sein können, müssen sie zunächst gleich gemacht werden, z. B. indem sie nach gleichen Standards hergestellt werden. Damit an verschiedenen Orten annähernd gleiche Preise herrschen, müssen sich Verfahren für die Festsetzung von Preisen etablieren und Verfahren oder technische Infrastrukturen errichtet werden, um einen Preisaustausch zwischen verschiedenen Handelsorten zu ermöglichen.
Simon Dombrowski

Kapitel 3. Verbände und Märkte

Zusammenfassung
Im Kapitel 2 wurde gezeigt, dass verbandliche Koordination ein bisher nicht systematisch untersuchter Koordinationsmechanismus zwischen Produzenten auf Märkten ist. In diesem Kapitel diskutiere ich die These, dass die soziale Ordnung von Märkten ebenso bisher nur selektiv in der Verbandsforschung diskutiert wurde. Insbesondere gibt es bisher keine Arbeiten, die eine systematische Verknüpfung zwischen Wirtschaftsverbänden und der sozialen Ordnung von Märkten herstellen.
Simon Dombrowski

Kapitel 4. Daten und Methoden

Zusammenfassung
Verbandliche Koordination ist eine bisher nicht systematisch untersuchte Koordinationsform zwischen Produzenten in Märkten. Die Funktion von Verbänden als Marktorganisatoren ist bisher in der Verbandsforschung noch nicht näher betrachtet worden. Ziel der hier vorgenommenen empirischen Studie ist es daher, zu untersuchen, wie verbandliche Koordination die soziale Ordnung von Märkten beeinflusst.
Simon Dombrowski

Kapitel 5. Koordinationsprobleme auf Märkten

Zusammenfassung
In diesem Kapitel sollen Hauptkategorien für das Kategoriesystem der qualitativen Inhaltsanalyse zur Extraktion und Ordnung der Daten aus den Zeitschriften der Anbauverbände entwickelt werden (siehe Abschnitt 4.3). Das Kategoriesystem ermöglicht einerseits die dichotome Kategorisierung des vorliegenden Materials in relevante und nichtrelevante Daten. Andererseits ermöglicht das Kategoriesystem die Ordnung der als relevant klassifizierten Daten für die weitere Analyse.
Simon Dombrowski

Kapitel 6. Verbandliche Koordination auf den deutschen Biomärkten

Zusammenfassung
Die Konstitution und Entwicklung der deutschen Märkte für biologische Lebensmittel ab 1946 geht einher mit allgemeinen Umbrüchen in der landwirtschaftlichen Erzeugung in Deutschland, die etwa von Frank Uekötter (2012: 331) als die „stille Revolution der Nachkriegszeit“ bezeichnet werden. Nach dem Zweiten Weltkrieg hat sich die Struktur der Landwirtschaft in Deutschland grundlegend verändert. 1949 gab es in der Bundesrepublik Deutschland 1.648 Millionen landwirtschaftliche Betriebe mit einer Durchschnittsgröße von 8,06 ha.
Simon Dombrowski

Kapitel 7. Diskussion

Zusammenfassung
Im Kapitel 6 wurde die Geschichte der deutschen Märkte für biologische Lebensmittel rekonstruiert, um die Fragestellung zu untersuchen, wie verbandliche Koordination die soziale Ordnung dieser Märkte beeinflusst hat. Die Ergebnisse der Fallstudie sollen an dieser Stelle zusammengefasst werden. Ziel ist es, zu zeigen, dass die Entstehung und Ordnung der deutschen Märkte für biologische Lebensmittel nicht ohne die Koordinationsleistungen der Anbauverbände und deren Folgen verstanden werden kann.
Simon Dombrowski

Kapitel 8. Fazit und Ausblick

Zusammenfassung
Dieser Arbeit liegt die Annahme zugrunde, dass sich die Art und Weise, wie Produzenten ihre Handlungen auf Märkten koordinieren, auf die soziale Ordnung von Märkten auswirkt. In der marktsoziologischen Theorie wurde die Koordination zwischen Produzenten bisher im Wesentlichen als Prozess der wechselseitigen Beobachtung oder Beeinflussung untersucht. Die Organisation von Märkten wurde erst vor kurzem zu einem Untersuchungsgegenstand der Marktsoziologie.
Simon Dombrowski

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