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04.01.2013 | Energietechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Hocheffizienter Elektrokatalysator für Brennstoffzellen und Metall-Luft-Batterien

Autor:
Andreas Burkert
2:30 Min. Lesedauer

Für effiziente Batterie und Brennstoffzellen sind leistungsfähige Elektroden sind das A und O jeder elektrochemischen Zelle. Einem koreanisch-amerikanischen Forscherteam gelang es nun, ein neuartiges Elektrodenmaterial zu entwickeln, das auf preiswertem Melaminschaum und Ruß basiert.

Ein Elektrodenmaterial aus preiswertem Melaminschaum und Ruß soll die Leistungsfähigkeit von Brennstoffzellen und Metall-Luft-Batterien verbessern. Die hohe Porosität erleichtert den schnellen Massentransport erheblich und eine hohe Zahl an katalytisch aktiven Zentren verstärkt die Sauerstoff reduzierende Aktivität von Kathoden für Brennstoffzellen und Metall-Luft-Batterien drastisch.
Die Reaktion, die in Brennstoffzellen sowie in Metall-Luft-Batterien an der Kathode stattfindet, ist eine Reduktion von Sauerstoff. Die Sauerstoff-Reduktions-Reaktion ist aufgrund ihrer schleppenden Reaktionsgeschwindigkeit jedoch deutlich gehemmt. Die Leistungsfähigkeit der Zellen ist geringer, als sie eigentlich sein könnte. Die katalytische Kathode muss dafür sorgen, dass Sauerstoff mit Wasser unter Aufnahme von Elektronen zu OH-Ionen reagiert, in alkalischer Lösung. Das Problem: Bei einem komplexen System, an dem feste, flüssige und gasförmige Partner beteiligt sind, laufen Transportprozesse oftmals nicht schnell genug ab und hemmen so den Prozess, besonders bei der Entladung mit höheren Stromdichten.

Kathoden aus einem porösen Kohlenstoffträger (Ruß), auf dem ein katalytisch aktives Edelmetall wie Platin fein dispergiert ist, können diese kinetische Hemmung zwar sehr effektiv verringern, aber sie sind teuer und nicht sehr stabil und daher nicht für den breiten Einsatz praktikabel. Ein koreanisch-amerikanisches Forscherteam um Jaephil Cho vom Ulsan National Institute of Science and Technology (Südkorea) und Meilin Liu vom Georgia Institute of Technology (USA) konnte nun eine kostengünstigere Alternative entwickeln.

Tetrapodenstruktur vergrößert das Volumen

Die Tetrapodenstruktur (griechisch tetra: vier, podes: Füße) eines Wellenbrechers diente ihnen als Inspiration für die Synthese eines neuen hocheffizienten Elektrokatalysators. Tetrapoden, deren vier "Füße" in die Ecken eines imaginären Tetraeders weisen, werden an der Küste, Dämmen oder Molen aufgeschichtet, um die Kraft der gegen das Ufer schlagenden Wasserwellen zu mindern. Gleichzeitig bieten diese Schichten dank ihrer zahlreichen großen Hohlräume Unterschlupf für marine Lebewesen. Wenn man Melaminharz pyrolisiert und mörsert, entstehen mikroskopisch kleine Bruchstücke, die an Tetrapoden erinnern.

Die Wissenschaftler behandelten Melaminharz mit Eisenchlorid und mit stickstoffdotiertem Ketjenblack, elektrisch leitfähigen Rußpellets, verkohlten es und laugten es mit Schwefelsäure aus. Die entstehenden, mit Rußnanopartikeln besetzten Nano-Tetrapoden bieten eine sehr hohe spezifische Oberfläche, eine hohe Zahl an katalytisch aktiven Zentren (Fe/Fe3C und CN-Gruppen) sowie viele Poren, die einen raschen Massentransport ermöglichen. Kathoden aus dem neuen Elektrodenmaterial zeigten eine hohe Beständigkeit und elektrochemische Leistungsdaten, die mit denen der edelmetallbasierten Kathoden konkurrieren können - bei einem wesentlich geringeren Preis. Sie sind ein vielversprechenden Ausgangspunkt für eine neue Generation preiswerter und hochleistungsfähiger Metall-Luft-Batterien und Brennstoffzellen.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
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