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09.12.2012 | Energietechnik | Im Fokus | Onlineartikel

Leistungsstarke und günstigere Photovoltaik dank Farbstoffsolarzellen

Autor:
Andreas Burkert

Um die noch sehr hohen Kosten für die Photovoltaik zu reduzieren, hat ein australisch-deutsches Team Farbstoffsolarzellen entwickelt. Statt eines Halbleitermaterials fängt ein Farbstoff das Licht ein.

Die Photovoltaik ist noch immer eine sehr teure Technologie. Eine deutlich kostengünstigere Variante zu den traditionellen Solarzellen könnten Farbstoffsolarzellen sein. Dabei fängt ein Farbstoff statt eines Halbleitermaterials das Licht ein. Besonders vielversprechend scheinen Tandem-Zellen aus einer konventionellen n-Typ- und einer "inversen" p-Typ-Farbstoffsolarzelle. Einem australisch-deutsches Team gelang nun eine deutliche Steigerung des Wirkungsgrades bei p-Typ-Farbstoffsolarzellen durch Verwendung eines Elektrolyten auf Basis eines Kobaltkomplexes.

Konventionelle n-Typ-Farbstoffsolarzellen arbeiten mit einer so genannten Photoanode, einer positiven Elektrode, die mit einem n-Halbleiter, beispielsweise Titandioxid, und einem Farbstoff beschichtet ist. Trifft Licht darauf, werden die Farbstoffmoleküle angeregt und setzen Elektronen, also negative Ladungen (daher das "n" in der Bezeichnung), frei und "injizieren" sie in den n-Halbleiter. Ein so genannter Redoxmediator, der als Bestandteil des Elektrolyten zwischen den Elektroden frei beweglich ist, regeneriert den Farbstoff, d.h. er versorgt ihn wieder mit Elektronen, die von der Gegenelektrode stammen.

Beim p-Typ läuft der Prozess genau entgegengesetzt: Ein spezieller Farbstoff und ein p-Halbleiter befinden sich auf einer Photokathode. Der durch Licht angeregte Farbstoff "saugt" Elektronen aus dem Valenzband des p-Halbleiters, z.B. Nickeloxid, heraus. Es wird also quasi ein "Elektronenloch", eine positive Ladung (daher "p-Typ"), vom Farbstoff übertragen. Der Redoxmediator nimmt dem Farbstoff die Elektronen wieder ab und gibt sie an die Gegenanode weiter.

 

Steigern der Leistung von photovoltaischen Zellen

Eine vielversprechender Ansatz, um die Leistung von photovoltaischen Zellen zu steigern, ist die Kombination einer n- und einer p-Typ-Farbstoffsolarzelle zu einer Tandem-Zelle. Trotz einiger Fortschritte hinken die p-Typen in ihren Leistungsdaten aber immer noch deutlich hinter ihren n-Gegenstücken her. Einem internationalen Team aus Wissenschaftlern von der Monash University und der Commonwealth Scientific and Industrial Research Organization (Australien) sowie der Universität Ulm ist nun eine weitere deutliche Verbesserung der Effizienz von p-Typ-Zellen geglückt, indem sie einen anderen Redoxmediator wählten.

Das üblicherweise eingesetzte System aus Iodid und Tri-Iodid ersetzten die Forscher um Udo Bach und Leone Spiccia durch einen bekannten Kobalt-Komplex, Tris(ethylenediamin)cobalt (II)/(III), bei dem das Kobalt zwischen den Oxidationsstufe +2 und +3 wechseln kann. Der Vorteil dieses System: Sein Redoxpotential liegt wesentlich niedriger. Aus diesem Grund ist die Leerlaufspannung, ein entscheidender Kennwert für Solarzellen, doppelt so hoch. Gleichzeitig ist die treibende Kraft hoch genug, um eine rasche und effiziente Regenerierung des verwendeten Farbstoffs zu gewährleisten. Zellen auf dieser Basis erreichen eine Energieumwandlungseffizienz von 1,3%, während die bisherigen Systeme maximal 0,41% erreichten. Auch bei diffusem Sonnenlicht bedeckter Tage zeigt die p-Typ-Farbstoffsolarzelle mit dem Kobalt-basierten Redoxmediator vielversprechende Leistungsdaten.

Die Hintergründe zu diesem Inhalt

2010 | OriginalPaper | Buchkapitel

Alternative Solarzellen-Konzepte

Quelle:
Photovoltaik

2007 | OriginalPaper | Buchkapitel

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Quelle:
Photovoltaik

2012 | OriginalPaper | Buchkapitel

Solarzellen

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Optische Sensorik

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