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2024 | Buch

Gesellschaftliche Dynamiken depressiver Erkrankungen bei älteren Menschen

Eine Analyse stressbezogener Effekte in europäischen Wohlfahrtsregimen

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Über dieses Buch

Depressivität ist nicht bloß ein individuelles Thema, sondern zeichnet sich, wie auch andere Formen psychischer Leiden, durch einen nicht vernachlässigbaren Grad an sozialer Variabilität aus. Forschung zu den sozialen Determinanten psychischer Gesundheit weist folglich insbesondere darauf hin, welche Rolle die gesellschaftliche Umwelt für die Entstehung von Erkrankungen spielt und kann somit der Konzeption neuer Präventionskonzepte dienlich sein. Das vorliegende Buch beschäftigt sich mit der Depressivität von Personen über 50 Jahren in verschiedenen europäischen Wohlfahrtssystemen. Durch einen vergleichenden Ansatz mithilfe von Daten des "Survey of Health, Ageing and Retirement in Europe" (SHARE) werden regimespezifische Effektdynamiken im Hinblick auf Stressexposition, die Ausstattung mit Bewältigungsressourcen und Depressivität aufgedeckt. Hiermit soll einerseits auf die Möglichkeit wohlfahrtsstaatlicher Einflussfaktoren auf die psychische Gesundheit hingewiesen sowie auch eine Synthese von Regimetheorie und soziologischer Stressforschung vorangetrieben werden.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter
Kapitel 1. Einleitung und Problemstellung der Arbeit
Zusammenfassung
„Mental Health“ ist ein Themenkomplex, der nun schon seit mehreren Jahren auch in der Soziologie behandelt wird und im Zuge der letzten Jahre zunehmend an Brisanz gewonnen hat. Die Dringlichkeit, mehr Wissen hierzu zu erarbeiten ergibt sich nicht zuletzt auch durch die Tatsachen, dass psychische Erkrankungen de facto alle Lebensbereiche betreffen können, aus statistischer Sicht aktuell für eines von fünf in Invalidität verbrachten Lebensjahren verantwortlich sind und Suizid als zweithäufigste Todesursache für Personen im Alter von 15–29 identifiziert werden kann. Zudem verursachen allein Depressionen und Angststörungen laut WHO (2021) bereits einen globalen ökonomischen Schaden von etwa einer Trillion US-Dollar (ebd.).
Christopher Etter
Kapitel 2. Theoretische Perspektiven
Zusammenfassung
Medizin- und Gesundheitssoziologie sind sogenannte „spezielle Soziologien“ (oft auch „Bindestrich-Soziologien“ genannt), in denen soziologische Theorien und Methoden der empirischen Sozialwissenschaft zum Zweck der Erforschung spezifischer gesellschaftlicher Teilbereiche verwendet werden (vgl. Hillmann 2007, S. 846). Auch wenn sie primär als zugehörige Elemente der akademischen Disziplin „Soziologie“ gesehen werden können, so müssen sie auch im Kontext der interdisziplinären Gesundheitswissenschaften (Health Sciences, Public Health) mitgedacht werden (vgl. Hurrelmann & Richter 2013, S. 11). Da die Geschichte der Medizin- und Gesundheitssoziologie durch zahlreiche wichtige Ereignisse, Institutionen und Persönlichkeiten geprägt ist, kann im Kontext dieser Arbeit leider kein allzu umfassendes Bild der Disziplin(en) gezeichnet werden.
Christopher Etter
Kapitel 3. Forschungsfragen und Hypothesen
Zusammenfassung
Auf Basis der vorgestellten theoretischen Ansätze können folgende Forschungsfragen und Hypothesen abgeleitet werden.
Christopher Etter
Kapitel 4. Datengrundlagen und Operationalisierung
Zusammenfassung
Die vorliegenden Analysen greifen auf zweierlei Datensätze zurück. Um den theoriegeleiteten Vergleich von Individeualdaten zwischen Wohlfahrtsstaatstypen zu gewährleisten, muss zuerst eine empirische Regimetypologie abgeleitet werden. Dies stellt ein rein makrosoziologisches Analysevorhaben auf Basis von Länderdaten dar.
Christopher Etter
Kapitel 5. Ergebnisse
Zusammenfassung
Als explorative Methode zur Entdeckung von Mustern in Datenmengen ist die Clusteranalyse ein Verfahren, welches häufig zur Typenbildung verwendet wird. Hierbei ist der wichtigste Grundgedanke, dass die Elemente im jeweiligen Cluster homogen sein und sich somit gleichzeitig von den Elementen in anderen Clustern unterscheiden sollten. Für sich genommen testet die Clusteranalyse keine Hypothesen, sodass ihre Ergebnisse vor allem theoretisch-fundiert interpretiert werden müssen. Fromm (2012, S. 191 f.) unterscheidet zusammenfassend drei zentrale Zwecke clusteranalytischer Vorgehensweisen.
Christopher Etter
Kapitel 6. Zusammenfassung der Befunde und Beantwortung der Hypothesen
Zusammenfassung
Nach der Berechnung der Regressionen für jedes Cluster findet sich in Tabelle 6.1 ein Vergleich der Varianzaufklärung (also des korrigierten R2) für alle Modelle der sequenziellen Analysen nach Regimetypen.
Christopher Etter
Kapitel 7. Diskussion: Limitationen, Anregungen und Ausblick
Zusammenfassung
Bereits Pearlin (1989) problematisiert die Darstellung von Stress-Modellen mithilfe einfacher multipler Regressionsmodelle und betont die zentrale Rolle der Analyse komplexer Interaktionen zwischen Stressoren und Mediatoren für die sozialwissenschaftliche Gesundheitsforschung. Obwohl versucht wurde, dieser Tatsache durch den Rückgriff auf ein sequenzielles Regressionsverfahren Rechnung zu tragen, kann davon ausgegangen werden, dass insbesondere die Verwendung von Strukturgleichungsmodellen differenziertere Analysemöglichkeiten im Hinblick auf die verschiedenen Wirkungspfade der Komponenten des Stress-Prozesses bieten könnte. Zudem empfiehlt sich zur Modellierung von Stress-Proliferationsprozessen vor allem die Arbeit mit Längsschnittdaten, um zeitabhängige Dynamiken besser abbilden zu können.
Christopher Etter
Backmatter
Metadaten
Titel
Gesellschaftliche Dynamiken depressiver Erkrankungen bei älteren Menschen
verfasst von
Christopher Etter
Copyright-Jahr
2024
Electronic ISBN
978-3-658-44016-9
Print ISBN
978-3-658-44015-2
DOI
https://doi.org/10.1007/978-3-658-44016-9