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Über dieses Buch

Wolfgang Schlicht stellt in diesem essential die wesentlichen Erkenntnisse der Implementierungsforschung vor. Er zeigt die Komplexität von Interventionen auf, die gesundes Verhalten aufbauen, riskantes Verhalten reduzieren oder das Gesundheitsverhalten behindernde Umweltbarrieren beseitigen wollen. Um die Wahrscheinlichkeit ihrer Wirkung zu erhöhen und vorhandene Ressourcen effizient zu nutzen, sollten sie systematisch erfolgen. Die methodischen Hintergründe, die notwendigen Werkzeuge und erforderlichen Schritte des komplexen Intervenierens werden in diesem essential in ihren Grundzügen erläutert.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Einleitung

Statt systematisch vorzugehen herrscht in der Praxis der Prävention und Gesundheitsfördreung häufig eine „hemdsärmelige“ Vorgehensweise. Die Akteure trennen nicht zwischen Absichten und dazu passenden Zielen. Sie definieren Absichten und Ziele eher implizit statt explizit. Sie wählen Interventionskomponenten, die sie gut beherrschen, ohne zu fragen, ob diese die beabsichtigten Effekte unter den gegebenen Umständen bedingen können. Bei einem unsystematischen Vorgehen wird auch nicht gemessen. Die Akteure können also auch nicht steuernd eingreifen. Sie spielen Glücksspiele, landen hin und wieder sogar einen zufälligen Treffer und unterliegen dann der Illusion, ein System entwickelt zu haben, das den Zufall ausschließt.
Wolfgang Schlicht

Kapitel 2. Gesundheit, Prävention und Gesundheitsförderung

Gesundheit ist ein Begriff, der individuell und kontextabhängig mal eng oder mal weit gefasst wird. Mit der Ottawa-Charta für Gesundheitsförderung der WHO gewinnen Gesundheitsziele an Relevanz, die das Alltagsleben von Bevölkerungsgruppen adressieren. Diese Ziele sind an einem Verständnis orientiert, das Gesundheit als einen dynamischen Prozess begreift, der es Menschen ermöglicht, ihre individuellen Bedarfe und Bedürfnisse zu befriedigen. Prävention mindert oder verhindert gesundheitliche Risiken, die der Bedarfs- und Bedürfnisbefriedigung entgegen stehen. Gesundheitsförderung schafft bedarfsgerechte gesundheitliche Ressourcen und stärkt die Resilienz.
Wolfgang Schlicht

Kapitel 3. Komplexe Probleme – komplexe Interventionen

Probleme sind – anders als Aufgaben – auch deshalb schwierig zu lösen, weil kein vordefinierter Lösungsweg existiert. Komplexe Probleme steigern die einem Problem inhärente unvermeidliche Unsicherheit noch einmal, weil sie multipel beschaffen, vernetzt, dynamisch, intransparent, polytelisch und affektiv besetzt sind. Interventionen greifen in das komplexe Geschehen ein. Sie werden zu komplexen Interventionen, wenn sie Programme verwenden, die mehrere Einzelkomponenten und -aktivitäten kombinieren, um damit eine strategische Absicht zu verfolgen.
Wolfgang Schlicht

Kapitel 4. Erkenntnisse – Werkzeuge – Modelle

Die Anforderungen an ein systematisches Vorgehen in der Komplexen Intervention beinhalten als Qualitätskriterien mindestens ein evidenzbasiertes Vorgehen und eine Orientierung an Theorien. Evidenz basiert auf Wissen, das in der Wissenschaft als Gesetzes- und technologisches Wissen vorliegen kann. Für die Interventionspraxis ist technologisches Wissen maßgeblich. Auf ihm lassen sich interventionsspezifische logische Modelle gründen, die einer Intervention zwingend vorausgehen sollten. In der einschlägigen Literatur werden Planungsmodelle referiert, die den Interventionsprozess strukturieren helfen.
Wolfgang Schlicht

Kapitel 5. Bedarfe – Absichten – Ziele – Impact

Für komplexe Interventionen in der Prävention und Gesundheitsförderung wird eine eigene Fachsprache verwendet. Wesentlich ist eine Unterscheidung von Bedarf und Bedürfnis, von Absicht, Ziel und Impact. Die Formulierung der einzelnen Aspekte einer Intervention sollte bewertbare, messbare und zeitlich zugeordnete Indikatoren enthalten. An den Akronymen SMART und ZWERG kann sich Interventionspraxis orientieren. Goal Attainment Scaling erlaubt die Beurteilung von multiplen Absichten und Zielen.
Wolfgang Schlicht

Kapitel 6. Evaluation

In der Bewertung von Interventionen interessiert nicht nur, „was am Ende rausgekommen ist“. Auch der Prozess und die Kontexte sind von Belang, will man Interventionen wiederholbar abbilden. Die Evaluationsforschung unterscheidet 1) methodenorientierte, 2) nutzenorientierte und 3) bewertungsorientierte Evaluationstypen. Der erstgenannte Typus setzt auf ein methodisches Vorgehen, das den Erfolg misst, der zweitgenannte will auch die Nützlichkeit eines Vorgehens bewerten und der drittgenannte Typus will die Erwartungen und Meinungen aller Betroffenen und Stakeholder abbilden. Aufgrund der an Interventionen beteiligten Personengruppen, die nicht per se identische Interessen verfolgen, bieten sich konstruktivistische Evaluationen an, die gemeinsam geteilte und disparate Interessen herausarbeiten. Neu in der Bewertung komplexer Interventionen ist das umfassende ‚Integrate-Health Technology Assessment Model‘.
Wolfgang Schlicht

Kapitel 7. Ein wenig Theorie zum Schluss

Theorientierung ist eine Forderung, die der Interventionspraxis häufig am wenigsten behagt. Theorien erscheinen zu abstrakt und damit zu wirklichkeitsfern. Dabei ist Wirklichkeitsbezug gerade ein Kennzeichen „guter Theorie“. In der Wissenschaft finden sich Theorien unterschiedlicher Reichweite. Für die Interventionspraxis ist neben der Vorstellung, wie „die Dinge in der Welt zusammengehen“, zielführend, sich an Theorien mittlerer Reichweite zu orientieren. Die Forderung an die Interventionspraxis lautet, „theorieaffin“ zu agieren. Das gelingt, wenn eine Programmtheorie formuliert wird, die als Fundament eines logischen Modells taugt.
Wolfgang Schlicht

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