Skip to main content
main-content

Über dieses Buch

Das Handelsrecht zählt zum zivilrechtlichen Pflichtfachstoff und ist damit Gegenstand der staatlichen Pflichtfachprüfung. Zudem ist es durchweg in die wirtschaftsrechtlichen Schwerpunktbereiche integriert. Vor dem Hintergrund der hierdurch notwendigen Abgrenzung konzentriert sich das Lehrbuch auf die Grundstrukturen des Handelsrechts und diejenigen Bereiche, die in den Prüfungen von allen Studierenden beherrscht werden müssen. Deshalb stehen vor allem die Schnittstellen des Handelsrechts zum Bürgerlichen Recht im Zentrum des Lehrbuches und widmen den wechselseitigen Verzahnungen besonderes Augenmerk. Die Neuauflage berücksichtigt die seit dem Jahre 2010 publizierte Rechtsprechung und Literatur und hat die zwischenzeitlichen Rechtsänderungen eingearbeitet.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

§ 1 Das Handelsrecht als Sonderprivatrecht

Schrifttum zur Ausbildung: Raisch, Die rechtsdogmatische Bedeutung der Abgrenzung von Handelsrecht und bürgerlichem Recht, JuS 1967, S. 533 ff.; K. Schmidt, Vom Handelsrecht zum Unternehmens-Privatrecht?, JuS 1985, S. 249 ff.; Wolter, Was ist heute Handelsrecht?, Jura 1988, S. 169 ff. Zur Vertiefung: Baumann, Strukturfragen des Handelsrechts, AcP Bd. 184 (1984), S. 45 ff.; F. Bydlinski, Handels- oder Unternehmensrecht als Sonderprivatrecht, 1990; Heinemann, Handelsrecht im System des Privatrechts, Festschrift für Fikentscher, 1998, S. 349 ff.; Horn, Allgemeines Handelsrecht, 50 Jahre Bundesgerichtshof – Festgabe aus der Wissenschaft, Bd. II, 2000, S. 3 ff.; Krejci/K. Schmidt, Vom HGB zum Unternehmensgesetz, 2002; Leßmann, Vom Kaufmannsrecht zum Unternehmensrecht?, Festgabe Zivilrechtlehrer 1934/35, 1999, S. 361 ff.; Neuner, Handelsrecht – Handelsgesetz – Grundgesetz, ZHR Bd. 157 (1993), S. 243 ff.; K. Schmidt, Das HGB und die Gegenwartsaufgaben des Handelsrechts, 1983; Zöllner, Wovon handelt das Handelsrecht?, ZGR 1983, S. 82 ff.
Hartmut Oetker

§ 2 Der Kaufmann als subjektive Anknüpfung des Handelsrechts

Schrifttum zur Ausbildung: Nickel, Der Scheinkaufmann, JA 1980, S. 566 ff.; MönkeMöller, Die „Kleingewerbetreibenden“ nach neuem Kaufmannsrecht, JuS 2002, S. 31 ff.; Petersen, Kaufmannsbegriff und Kaufmannseigenschaft nach dem Handelsgesetzbuch, Jura 2005, S. 831 ff.; Petig/Freisfeld, Die Kaufmannseigenschaft, JuS 2008, S. 770 ff.; Schulz, Die Neuregelung des Kaufmannsbegriffs, JA 1998, S. 890 ff.; Wiedemann/Fleischer S. 13 ff. Zur Falllösung: Bitter/Schumacher S. 143 ff. (Fall 1–5); Ensthaler/Ensthaler S. 11 ff. (Fall 1); Fezer S. 1 ff., 13 ff., 22 ff., 31 ff. (Fall 1–4); Hopt S. 13 ff., 33 ff., 47 ff., 61 ff. (Fall 1–4); Martinek/Bergmann Fall 1–3; Saar/Müller 1. Klausur. Zur Vertiefung: Dreher, Der neue Handelsstand, in: Lieb (Hrsg.), Die Reform des Handelsrechts, 1999, S. 1 ff.; Heinemann, Handelsrecht im System des Privatrechts, Festschrift für Fikentscher, 1998, S. 349 ff.; Henssler, Gewerbe, Kaufmann und Unternehmen, ZHR Bd. 161 (1997), S. 13 ff.; Kaiser, Reform des Kaufmannsbegriffs – Verunsicherung des Handelsverkehrs?, JZ 1999, S. 495 ff.; Kort, Zum Begriff des Kaufmanns im deutschen und französischen Handelsrecht, AcP Bd. 193 (1993), S. 452 ff.; Limbach, Die Lehre vom Scheinkaufmann, ZHR Bd. 134 (1970), S. 289 ff.; v. Olshausen, Wider den Scheinkaufmann des ungeschriebenen Rechts, Festschrift für Raisch, 1995, S. 147 ff.; K. Schmidt, „Deklaratorische“ und „konstitutive“ Registereintragungen nach §§ 1 ff. HGB, ZHR Bd. 163 (1999), S. 87 ff.; ders., „Unternehmer“ – „Kaufmann“ – „Verbraucher“, BB 2005, S. 837 ff.; Schmitt, Die Rechtsstellung der Kleingewerbetreibenden nach dem Handelsrechtsreformgesetz, 2003; Schulze-Osterloh, Der Wechsel der Eintragungsgrundlagen der Kaufmannseigenschaft (§§ 1, 2, 105 Abs. 2 HGB) und der Anwendungsbereich des § 5 HGB, ZIP 2007, 2390 ff.; Siems, Kaufmannsbegriff und Rechtsfortbildung. Die Transformation des deutschen Handelsrechts, 2. Aufl. 2003; Treber, Der Kaufmann als Rechtsbegriff im Handels- und Verbraucherrecht, AcP Bd. 199 (1999), S. 525 ff.
Hartmut Oetker

§ 3 Der Schutz des Privatrechtsverkehrs durch das Handelsregister

Schrifttum zur Ausbildung: Hager, Das Handelsregister, Jura 1992, S. 57 ff.; Hofmann, Das Handelsregister und seine Publizität, JA 1980, S. 264 ff.; Körber/Schaub, § 15 HGB in der Fallbearbeitung, JuS 2012, S. 303 ff.; Kreutz, Die Bedeutung von Handelsregistereintragung und Handelsregisterbekanntmachung im Gesellschaftsrecht, Jura 1982, S. 626 ff.; Sandberger, Die handelsrechtliche Register-Rechtsscheinhaftung nach der Neufassung des § 15 HGB, JA 1973, S. 215 ff.; K. Schmidt, Sein-Schein-Handelsregister, JuS 1977, S. 209 ff.; Wiedemann/Fleischer S. 40 ff. Zur Falllösung: Bitter/Schumacher S. 158 ff. (Fall 9–12); Ensthaler/Ensthaler S. 22 ff. (Fall 2); Fezer S. 134 ff., 153 ff., 183 ff. (Fall 12, 13 und 15); Hadding/Hennrichs S. 97 f. (Fall 15); Hopt S. 61 ff. (Fall 4); Martinek/Bergmann Fall 4–7; Müller-Laube, Die Folge unterlassener Registereintragungen, JuS 1981, S. 754 ff.; Timm/Schöne S. 21  ff., 31 ff. (Fall 1–2). Zur Vertiefung: A. Hueck, Gilt § 15 I HGB auch beim Erlöschen und bei der Änderung nicht eingetragener, aber eintragungspflichtiger Rechtsverhältnisse?, AcP Bd. 118 (1920), S. 350 ff.; John, Fiktionswirkung oder Schutz typisierten Vertrauens durch Handelsregister?, ZHR Bd. 140 (1976), S. 236 ff.; Oetker, Zur Anwendbarkeit des § 15 Abs. 1 HGB auf Primärtatsachen, Gedächtnisschrift für Sonnenschein, 2003, S. 635 ff.; v. Olshausen, Rechtsschein und „Rosinentheorie“, AcP Bd. 189 (1989), S. 223 ff.; Reinicke, Sein und Schein bei § 15 Abs. 1 HGB, JZ 1985, S. 272 ff.; Schilken, Abstrakter und konkreter Vertrauensschutz im Rahmen des § 15 HGB, AcP Bd. 187 (1987), S. 1 ff.; Zimmer, § 15 Abs. 2 HGB und die allgemeine Rechtsscheinhaftung, 1997.
Hartmut Oetker

§ 4 Das Recht der Firma

Schrifttum zur Ausbildung: Hofmann, Der Grundsatz der Firmenwahrheit, JuS 1972, S. 235 ff. [veraltet]; Scheibe, Der Grundsatz der Firmenwahrheit, JuS 1997, S. 414 ff. [veraltet]; Schulz, Die Neuregelung des Firmenrechts, JA 1999, S. 247 ff.; Wiedemann/Fleischer S. 69 ff. Zur Falllösung: Bitter/Schumacher S. 151 ff. (Fall 6–8); Fezer S. 44 ff., 57 ff. (Fall 5 und 6); Hadding/Hennrichs S. 26 ff. (Fall 1); Martinek/Bergmann Fall 8. Zur Vertiefung: Bartels, Die Handelsfirma zwischen Namensrecht und Kennzeichenschutz, AcP Bd. 209 (2009), S. 309 ff.; Beater, Mantelkauf und Firmenfortführung, GRUR 2000, S. 119 ff.; Bokelmann, Das Recht der Firmen- und Geschäftsbezeichnungen, 5. Aufl. 1999; Clausnitzer, Deutsches Firmenrecht versus Europäisches Gemeinschaftsrecht, DNotZ 2008, S. 484 ff.; Fezer, Liberalisierung und Europäisierung des Firmenrechts, ZHR Bd. 161 (1997), S. 52 ff.; v. Gamm, Die Unterlassungsklage gegen Firmenmißbrauch nach § 37 II HGB, Festschrift für Stimpel, 1995, S. 1007 ff.; Heckschen, Firmenbildung und Firmenverwertung – aktuelle Tendenzen, NotZ 2006, 346 ff.; Heinrich, Firmenwahrheit und Firmenbeständigkeit, 1982; Hönn, Akademische Grade, Amts-, Dienst- und Berufsbezeichnungen sowie Titel (Namensattribute) in der Firma in firmen- und wettbewerbsrechtlicher Sicht, ZHR Bd. 153 (1989), S. 386 ff.; Hüffer, Das Namensrecht des ausscheidenden Gesellschafters als Grenze zulässiger Firmenfortführung, ZGR 1986, S. 137 ff.; Jung, Firmen von Personenhandelsgesellschaften nach neuem Recht, ZIP 1998, S. 677 ff.; Kern, Die Verwertung der Personalfirma im Insolvenzverfahren, BB 1999, S. 1717 ff.; Kögel, Neues Firmenrecht und alte Zöpfe: Die Auswirkungen der HGB-Reform, BB 1998, S. 1645 ff.; Köhler, Namensrecht und Firmenrecht, Festschrift für Fikentscher, 1998, S. 494 ff.; Kraft, Die Führung mehrerer Firmen, 1966; Kuchinke, Die Firma in der Erbfolge, ZIP 1987, S. 681 ff.; Lettl, Das Recht zur Fortführung der Firma nach Unternehmensveräußerung, WM 2006, 1841 ff.; Lindacher, Firmenbeständigkeit und Firmenwahrheit, BB 1977, S. 1976 ff.; Lutter/Welp, Das neue Firmenrecht der Kapitalgesellschaften, ZIP 1999, S. 1073 ff.; Möller, Das neue Firmenrecht in der Rechtsprechung – Eine kritische Bestandsaufnahme, DNotZ 2000, S. 830 ff.; Pahlow, Firma und Firmenmarke im Rechtsverkehr, GRUR 2005, 705 ff.; Parmentier/Steer, Die Konzernfirma nach dem Ende der Unternehmensverbindung, GRUR 2003, S. 196 ff.; Raffel, Die Verwertbarkeit der Firma im Konkurs, 1995; W.-H. Roth, Das neue Firmenrecht, in: Bayer-Stiftung (Hrsg.), Die Reform des Handelsstandes und der Personengesellschaften, 1999, S. 31 ff.; ders., Zum Firmenrecht der juristischen Personen i.S. des § 33 HGB, Festschrift für Lutter, 2000, S. 651 ff.; Steinbeck, Die Verwertbarkeit der Firma und der Marke in der Insolvenz, NZG 1999, S. 133 ff.; dies., Konvergenz zwischen Firmen- und Kennzeichenrecht?, Festschrift für Horn, 2006, S. 589 ff.; Uhlenbruck, Die Firma als Teil der Insolvenzmasse, ZIP 2000, S. 401 ff.; Wamser, Die Firmenmehrheit, 1997; Weber, Das Prinzip der Firmenwahrheit im HGB und die Bekämpfung irreführender Firmen nach dem UWG, 1984; Wertenbruch, Die Firma des Einzelkaufmanns und der OHG/KG in der Insolvenz, ZIP 2002, S. 1931 ff.; Zimmer, Der nicht eingetragene Kaufmann: ein „eingetragener Kaufmann“ im Sinne des § 19 Abs. 1 Nr. 1 HGB?, ZIP 1998, 2050 ff. Speziell zur Haftung des Erwerbers bzw. Erben bei einer Firmenfortführung s. die Angaben unten § 4 E, S. 106.
Hartmut Oetker

§ 5 Die handelsrechtliche Vertretungsmacht

Schrifttum zur Ausbildung: Beater, Vertretungsbefugnisse bei Wandel der Kaufmannseigenschaft, JA 1991, S. 355 ff.; Bork, Notiz zur Dogmatik des § 54 HGB, JA 1990, S. 249 ff.; Drexl/Mentzel, Handelsrechtliche Besonderheiten der Stellvertretung, Jura 2002, S. 289 ff., 375 ff.; Honsell, Die Besonderheiten der handelsrechtlichen Stellvertretung, JA 1984, S. 17 ff.; Müller, Prokura und Handlungsvollmacht, JuS 1998, S. 1000 ff.; Petersen, Scheinvollmachten im Handelsrecht, Jura 2012, S. 683 ff.; Wiedemann/Fleischer S. 137 ff. Zur Falllösung: Bayer, Der entflammte Prokurist, JA 1986, S. 292 ff.; Bitter/Schumacher S. 169 ff. (Fall 17–20); Ensthaler/Steinhauer S. 35 ff. (Fall 4); Fezer S. 134 ff., 173 ff. (Fall 12 und 14); Hackbarth, Unklare Vertretungsverhältnisse, JuS 1994, S. 496 ff.; Hadding/Hennrichs S. 42 ff. (Fall 5–8); Hohmeister, Die finanzschwache Metzgerei, JA 1997, S. 852 ff.; Hopt S. 113 ff. (Fall 7); Kollhosser/Grote, Prokuraerteilung mit Folgen, JA 1992, S. 217 ff.; Lettl Fälle, S. 62 ff. (Fall 8); Leßmann/Vogel, Neue Fenster für das zahntechnische Labor, Jura 1997, S. 305 ff.; Löwenheim/Dalichau, Der vergeßliche Prokurist, JuS 1974, S. 656 ff.; Martinek/Bergmann Fall 11–13; Oetker, Ein eigenmächtiger Prokurist, JuS 2001, S. 251 ff.; Richter, Erteilung der Prokura und gutgläubiger Erwerb, JuS 2007, S. 647 ff.; Saar/Müller 6. Klausur; Schultz/Henrichs, Die fragwürdige Prokura, JuS 1964, S. 27 ff.; Simitis/Dorndorf, Der ungetreue Prokurist, JuS 1965, S. 400 ff.; Timm/Schöne, Handels- und Wirtschaftsrecht Bd. I, 3. Aufl. 2004, S. 53 ff., 76 ff. (Fall 8), 96 ff. (Fall 23–25); Wank S. 110 ff. (Fall 13). Zur Vertiefung: Beuthien, Gemischte Gesamtvertretung und unechte Gesamtprokura im deutschen Gesellschaftsrecht, Festschrift für Kim, 1995, S. 127 ff.; R. Fischer, Der Mißbrauch der Vertretungsmacht, Festschrift für Schilling, 1973, S. 3 ff.; Krebs, Ungeschriebene Prinzipien der handelsrechtlichen Stellvertretung als Schranke der Rechtsfortbildung – speziell für Gesamtvertretungsmacht und Generalvollmacht, ZHR Bd. 159 (1995), S. 635 ff.; K. Schmidt, Die Prokura in Liquidation und Konkurs der Handelsgesellschaften, BB 1989, S. 229 ff.; Tietz, Vertretungsmacht und Vertretungsbefugnis im Recht der BGB-Vollmacht und der Prokura, 1990.
Hartmut Oetker

§ 6 Der Kaufmann als Absatzmittler

Schrifttum zur Ausbildung: Bullinger, Grundzüge des Handelsvertreterrechts, Jura 1979, S. 459 ff.; K. Schmidt, Vom Handelsvertreterrecht zum modernen Vertriebsrecht – Handelsrecht, Vertriebspraxis und Kartellrecht, JuS 2008, S. 665 ff.; Tscherwinka, Das Recht des Handelsvertreters, JuS 1991, S. 110 ff.; Wiedemann/Fleischer S. 162 ff. Zur Falllösung: Ensthaler/Gesmann-Nuissl S. 45 ff. (Fall 5); Fezer S. 201 ff. (Fall 16); Hadding/Hennrichs S. 59 ff. (Fall 9–11); Lettl Fälle, S. 73 ff. (Fall 10 und 11); Martinek/Bergmann Fall 14–16; Wank S. 169 ff. (Fall 18). Zur Vertiefung: Emde, Handelsvertreterrecht – Relevante Vorschriften bei nationalen und internationalen Verträgen, MDR 2002, S. 190 ff.; ders./Kelm, Der Handelsvertretervertrag in der Insolvenz des Unternehmens, ZIP 2005, S. 58 ff.; Fischer, Der Handelsvertreter im deutschen und europäischen Recht, ZVglRWiss. Bd. 101 (2002), S. 143 ff.; Hopt, Moderne Vertriebsformen und Einzelheiten ihrer handelsrechtlichen Zulässigkeit, ZIP 1996, S. 1809 ff.; Kindler/Menges, Die Entwicklung des Handelsvertreter- und Vertragshändlerrechts seit 2005, DB 2010, S. 1109 ff.; Martinek, Vom Handelsvertreterrecht zum Recht der Vertriebssysteme, ZHR Bd. 161 (1997), S. 67 ff.; ders., Vertriebsrecht und vertikale Integration in der BGH-Rechtsprechung, 50 Jahre Bundesgerichtshof – Festgabe aus der Wissenschaft, Bd. II, 2002, S. 101 ff.; Preis/Stoffels, Die Inhaltskontrolle der Verträge selbständiger und unselbständiger Handelsvertreter, ZHR Bd. 160 (1996), S. 442 ff.; Rittner, Das Handelsvertreterrecht in der Rechtsprechung des Bundesgerichtshofs, 50 Jahre Bundesgerichtshof – Festgabe aus der Wissenschaft, Bd. II, 2000, S. 57 ff.; J. Schmidt, Vertragsfreiheit und EG-Handelsvertreterrichtlinie, ZHR Bd. 156 (1992), S. 512 ff.; Schwarz, Das internationale Handelsvertreterrecht im Lichte von „Ingmar“ – Droht das Ende der Parteiautonomie im Gemeinschaftsprivatrecht, ZVglRWiss. Bd. 101 (2002), S. 45 ff.
Hartmut Oetker

§ 7 Die allgemeinen Vorschriften für Handelsgeschäfte

In seinem Vierten Buch fasst das Handelsgesetzbuch wesentliche Bestimmungen für Handelsgeschäfte zusammen. Hierbei greift es wie das Bürgerliche Gesetzbuch auf die klassische Gesetzestechnik zurück und stellt die Vorschriften für alle Handelsgeschäfte oder zumindest eine Gruppe von ihnen in einem Allgemeinen Teil (Erster Abschnitt: §§ 343 bis 372 HGB) an den Anfang. Mit dem Zweiten Abschnitt des Vierten Buchs (§§ 373 ff. HGB) beginnt der „Besondere Teil“, der – vergleichbar dem „Besonderen Schuldrecht“ – für im Handelsverkehr weit verbreitete Vertragstypen spezielle Regelungen aufstellt. Sie gestalten insbesondere den Handelskauf (§§ 373 bis 382 HGB), das Kommissionsgeschäft (§§ 383 bis 406 HGB), das Frachtgeschäft (§§ 407 bis 452d HGB), das Speditionsgeschäft (§§ 453 bis 466 HGB) sowie das Lagergeschäft (§§ 467 bis 475h HGB) aus.
Hartmut Oetker

§ 8 Der Handelskauf

Die Vorschriften des Vierten Buchs über einzelne Handelsgeschäfte beginnen in Anlehnung an die Systematik des Besonderen Schuldrechts mit dem Handelskauf, den die §§ 373 bis 381 HGB aber nicht abschließend und in sich geschlossen ausgestalten. Vielmehr beschränkt sich das Handelsgesetzbuch auf einige zentrale Abweichungen und Ergänzungen zu den Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs, die ansonsten wegen Art. 2 Abs. 1 EGHGB auch für den Handelskauf gelten würden. Die rechtlichen Probleme des Handelskaufs lassen sich deshalb stets nur durch einen gemeinsamen Blick auf die §§ 373 bis 381 HGB und die §§ 433 ff. BGB bewältigen. Dabei beginnt die Beantwortung der beim Handelskauf auftretenden Rechtsfragen regelmäßig mit den bürgerlich-rechtlichen Bestimmungen. Erst in einem zweiten Schritt ist zu prüfen, ob die speziellen handelsrechtlichen Vorschriften zu abweichenden Antworten führen, weil diese das ansonsten eingreifende bürgerlich-rechtliche Gesetz verdrängen. Ergänzend gelangen beim Handelskauf zudem die allgemeinen Regelungen für Handelsgeschäfte (§§ 343 bis 372 HGB) sowie – wegen Art. 2 Abs. 1 EGHGB – subsidiär die Vorschriften des Allgemeinen Schuldrechts zur Anwendung.
Hartmut Oetker

§ 9 Das Kommissionsgeschäft

Schrifttum zur Ausbildung Jülch, § 816 I BGB beim Kommissionsgeschäft – Versuch einer Systematisierung der Rechtsfragen und der Risikoallokation, JA 2011, S. 407 ff.; Wiedemann/Fleischer S. 324 ff. Zur Falllösung: Bitter/Schumacher S. 247 ff. (Fall 39–44); Dressler, Die Landmaschinenkommission, JuS 1969, S. 170 ff.; Fezer S. 257 ff. (Fall 21); Hopt S. 228 ff. (Fall 13); Martinek/Bergmann Fall 25; Saar/Müller 15. Klausur; Timm/Schöne S. 113 (Fall 9); Wank S. 175 ff. (Fall 19); Wüst, Geschäfte der Arras-GmbH, JuS 1990, S. 390 ff. Zur Vertiefung: G. Hager, Die Prinzipien der mittelbaren Stellvertretung, AcP Bd. 180 (1980), S. 239 ff.; Koller, Interessenkonflikte im Kommissionsverhältnis, BB 1978, S. 1733 ff.; K. Schmidt, Festschrift für Medicus zum 80. Geburtstag, 2009, S. 467 ff.; Schütte, Leistungsstörungen im Kommissionsrecht, 1988.
Hartmut Oetker

§ 10 Das Vertragsrecht der Transportgeschäfte

Von den weiteren im Handelsgesetzbuch geregelten Handelsgeschäfte sollen die in den §§ 407 bis 475h HGB zusammengefassten Transportgeschäfte in ihren Grundzügen dargestellt werden. Im Einzelnen handelt es sich um den Frachtvertrag (§§ 407 bis 450 HGB) mit den Unterarten des Umzugsvertrags (§§ 451 bis 451h HGB) und des Vertrags über den multimodalen Transport (§§ 452 bis 452d HGB), den Speditionsvertrag (§§ 453 bis 466 HGB) sowie den Lagervertrag (§§ 467 bis 475h HGB). Ihre jetzige Ausprägung erhielten die Bestimmungen zu den vorgenannten Verträgen vor allem durch das Transportrechtsreformgesetz, das die zuvor geltenden Vorschriften harmonisiert und die zum Teil verstreuten Einzelregelungen zusammengeführt hat. Im Zuge des Gesetzes zur Reform des Seehandelsrechts wurden diese nochmals überarbeitet und insbesondere den neu gefassten haftungsrechtlichen Bestimmungen des Seefrachtrechts angeglichen.
Hartmut Oetker

Backmatter

Weitere Informationen

Premium Partner

BranchenIndex Online

Die B2B-Firmensuche für Industrie und Wirtschaft: Kostenfrei in Firmenprofilen nach Lieferanten, Herstellern, Dienstleistern und Händlern recherchieren.

Whitepaper

- ANZEIGE -

Wieviel digitale Transformation steckt im Informationsmanagement? Zum Zusammenspiel eines etablierten und eines neuen Managementkonzepts

Das Management des Digitalisierungsprozesses ist eine drängende Herausforderung für fast jedes Unternehmen. Ausgehend von drei aufeinander aufbauenden empirischen Untersuchungen lesen Sie hier, welche generellen Themenfelder und konkreten Aufgaben sich dem Management im Rahmen dieses Prozesses stellen. Erfahren Sie hier, warum das Management der digitalen Transformation als separates Konzept zum Informationsmanagement zu betrachten
und so auch organisatorisch separiert zu implementieren ist. Jetzt gratis downloaden!

Bildnachweise