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"Interoperabilität ist mehr als nur OPC UA"

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Der VDMA koordiniert die zahlreichen Arbeiten an Schnittstellenstandards für die vernetzte Produktion im Big Picture. Andreas Faath über aktuelle Entwicklungen und warum Hersteller sich künftig stärker auf ihr Alleinstellungsmerkmal konzentrieren können.

Andreas Faath ist Leiter der Abteilung Machine Information Interoperability beim Verband Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA).


In Zukunft sollen Maschinen, Komponenten und IT-Systeme in der Produktion herstellerunabhängig interoperabel zusammenarbeiten. Wie weit ist die Industrie heute in dieser Entwicklung?

Die Industrie hat in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht. Viele Unternehmen beteiligen sich aktiv an der Gestaltung von interoperablen Schnittstellen und bei der Erstellung von OPC UA-Companion Specifications. Für die Industrie geht es darum, wettbewerbsfähig zu bleiben. Die Bedeutung für die gesamte Industrie zeigt sich dabei auch darin, dass sich alle führenden Cloud-Anbieter wie Amazon Web Services, Google Cloud Plattform, IBM Cloud, Microsoft Azure, Siemens Mindsphere und SAP Cloud Plattform für OPC UA als eine einheitliche Lösung zum Informationsaustausch entschieden haben.

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Künftig sollen Daten herstellerübergreifend aus der Produktion bis in die Cloudumgebung ausgetauscht werden können. Die Arbeit an den nötigen Schnittstellenstandards koordiniert der VDMA.

Wie steht es um die Interoperabilität bestehender Maschinen?

Vor allem im Mittelstand haben Maschinen eine relativ lange Lebensdauer von oft mehreren Jahrzehnten. Aber die Zahl der veröffentlichten OPC UA Companion Specifications steigt und so auch die Einsatzmöglichkeiten in der Praxis. Für bestehende Maschinen und Komponenten lassen sich Retrofitlösungen implementieren. So wird auch das Brownfield interoperabel.

Im Jahr 2020 hat der VDMA den ersten Teil der sogenannten Weltsprache der Produktion veröffentlicht: Schnittstellenstandards, mit denen Daten herstellerübergreifend aus der Produktion bis in die Cloudumgebung ausgetauscht werden können. Hat die Entwicklung interoperabler Produkte dadurch einen Schub erfahren hat?

Bis die Schnittstellenstandards umfassend eingesetzt werden und die gesamte Industrie wirklich flächendeckend interoperabel ist, wird noch ein wenig Zeit vergehen. Es ist jedoch festzustellen, dass schon zahlreiche Produkte über eine OPC UA-Schnittstelle verfügen und die Unternehmen intensiv an der Umsetzung arbeiten. Es ist abzusehen, dass in den nächsten Produktgenerationen OPC UA als Kommunikationsarchitektur inklusive der OPC UA Companion Specifications in zahlreichen Branchen als standardisiertes Schnittstellenvokabular eingesetzt werden. Unsere Aktivität mit dem Namen OPC UA for Machinery werden dies weiter beschleunigen.

Wie profitieren Unternehmen von den Spezifikationen?

Zum einen sinkt der Aufwand für die Schnittstellenentwicklung. Somit bleibt mehr Zeit, sich auf die wettbewerblich relevanten Alleinstellungsmerkmale zu fokussieren. Außerdem sind Produkte leichter in bisher schwer zugängliche Produktionslandschaften zu integrieren. Die Kaufentscheidung für ein Produkt konzentriert sich damit stärker auf dessen Alleinstellungsmerkmale und Vorteile. So werden Innovation und die Weiterentwicklung der Produkte gefördert. Hinzu kommt, dass Informationen in der eigenen Produktion transparenter werden und Hersteller somit Effizienzpotentiale identifizieren können. Dadurch werden neue Geschäftsmodelle und Kooperationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette möglich.

Lesen Sie das gesamte Interview mit Andreas Faath in der maschinenbau 5/2022. Darin erläutert Faath unter anderem, ob jemals sämtliche Teilnehmer eines Produktionsnetzwerks kommunizieren werden und warum Unternehmen jetzt Mut beweisen sollten.

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