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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Einführung

Frontmatter

1. Problemstellung und Aufbau des Buchs

Zusammenfassung
Internationalisierung ist auch in der Betriebswirtschaftslehre ein seit langem gängiges Schlagwort. Bereits die 44. Jahrestagung des Verbands der Hochschullehrer fur BWL e.V. widmete sich im Jahre 1982 dem Thema „Internationalisierung als Problem der Betriebswirtschaftslehre“. In letzter Zeit ist das Interesse an einer Betriebswirtschaftslehre unter Berücksichtigung grenzüberschreitender Güter- und Faktorströme sicherlich noch gestiegen. Letztlich werden durch grenzüberschreitende Aktivitäten alle betriebswirtschaftlichen Funktionsbereiche betroffen. Genau an diesem Punkt möchte das vorliegende Lehrbuch ansetzen, indem die verschiedenen betriebswirtschaftlichen Teilfunktionen durch ausgewiesene Experten systematisch im Hinblick auf Fragen der betriebswirtschaftlichen Internationalisierung untersucht werden. Als Titel wurde kurz und plakativ “Internationales Management“ gewählt, wohl wissend, dass sich die Entwicklung dieses Teilgebiets der Betriebswirtschaftslehre in den letzten Jahrzehnten vor allem auf dispositive Funktionen wie die strategische Planung und die Organisation internationaler Unternehmenstätigkeit konzentriert hat. Ganz gezielt liegt der grundsätzlichen Konzeption dieses Lehrbuchs ein deutlich breiteres Verständnis von internationalem Management zugrunde, nach dem sich dieses der zielgerichteten Gestaltung sämtlicher unternehmerischer Funktionsbereiche unter Beachtung der besonderen Probleme aus grenzüberschreitenden unternehmerischen Aktivitäten widmet. „Internationales Management“ dient insofern als Synonym zu „Betriebswirtschaftslehre der internationalen Unternehmung“.
Wolfgang Breuer, Marc Gürtler

2. Grundlagen

Zusammenfassung
Im Schrifttum finden sich frühe Versuche, die Entwicklung des „nationalen Unternehmens“ hin zu einem „internationalen Unternehmen“ begrifflich abzubilden (als erster vermutlich Lilienthal (1960)) und unterschiedliche Internationalisierungsgrade als Maß für den Entwicklungsstand der Internationalisierung der Unternehmen herauszuarbeiten.1 Auch werden Abfolgen von Entwicklungsstadien modellhaft aufgezeigt.2 Im Hinblick auf die begriffliche Kennzeichnung unterschiedlicher Internationalisierungsformen bestand lange ein Dissens hinsichtlich des Bedeutungsgehalts von Begriffen wie internationales, multinationales, transnationales oder globales Unternehmen. Dieses ließ auf einen tendenziell vorwissenschaftlichen Charakter der Diskussion schließen. Des Weiteren ist festzustellen, dass Stufen- oder Phasenkonzepte des grenzüberschreitenden Engagements und der damit einhergehenden Veränderung des Unternehmens weit gehend auf Plausibilitätsüberlegungen beruhen. Dieser Sachverhalt ist im Hinblick auf den vorhandenen Erklärungsbedarf als Mangel anzusehen, da die Genese der Institution „Internationales Unternehmen“ einen unmittelbaren Ansatzpunkt für integrativ orientierte Forschungsanliegen darstellt. Darüber hinaus sind den genetisch orientierten Pha-senbeschreibungen kaum Hinweise auf geeignete Methoden zu entnehmen, mit denen die Veränderung des Gesamtsystems „Unternehmen“zusammenhängend erfasst werden könnte. Hierin liegt möglicherweise ein Grund dafür, dass empirische Entwicklungs-modelle noch in der Minderzahl sind. Unter diesen ragt die Arbeit von Bart-Lett/Ghoshal (1987) heraus.
Klaus Macharzina

Führung der internationalen Unternehmung

Frontmatter

1. Planung

Zusammenfassung
Der folgende Beitrag befasst sich mit den Merkmalen, Formen und Besonderheiten der Planung in internationalen Unternehmen. Zunächst soll daher das Analyseobjekt „internationales Unternehmen“ näher betrachtet werden.
Ingolf Bamberger, Thomas Wrona

2. Organisation

Zusammenfassung
Der Schweizer Chemie- und Pharmakonzern Novartis zählt zu den größten Produzenten der Branche weltweit. Mit einem einzigartigen Organisationskonzept ist es ihm gelungen, alle Gebiete der Erde schnell und kostengünstig mit Medikamenten versorgen zu können. Dabei basiert die Produktion auf zwei grundlegenden Kriterien: „Time-to-Market“ und „Low Cost Manufacturing“. Um diese beiden Kriterien optimal zu erfüllen, wurde die pharmazeutische Entwicklung und Launchproduktion an drei Standorten in der Basler Region konzentriert, während die Produktion nach Markteinführung gleichzeitig auf allen fünf Kontinenten durchgeführt wird.1 Novartis stellt also einen wahren Global Player dar.
Peter-J. Jost, Andreas Hack, Claus van der Velden

3. Personal

Zusammenfassung
Das internationale Personalmanagement ist durch drei Forschungstraditionen gekennzeichnet. Das interkulturelle Personalmanagement, das international komparative Personalmanagement und das Personalmanagement in multinationalen Unternehmen.1
Marion Festing, Rüdiger Kabst, Wolfgang Weber

4. Controlling

Zusammenfassung
Die Entwicklung vieler deutscher Konzerne zeichnet sich durch eine zunehmende Intensivierung und Ausweitung internationaler Aktivitäten aus. Die wachsende Investitionstätigkeit im Ausland hat zum Entstehen sehr heterogener globaler Unternehmensstrukturen geführt, die z.B. neu gegründete Tochtergesellschaften, Akquisitionen und Gemeinschaftsunternehmen umfassen. Die Planung, Steuerung und Kontrolle der ausländischen Investments erfordert die Unterstützung des Managements durch das internationale Controlling. Dessen Leistungsfähigkeit wird durch Störfaktoren beeinträchtigt, welche aus den unterschiedlichen wirtschaftlichen, rechtlichen, politischen und kulturellen Umwelten der ausländischen Tochtergesellschaften sowie aus konzerninternen grenzüberschreitenden Vorgängen resultieren.
Wolfgang Berens, Andreas Hoffjan

Leistungserstellung in der internationalen Unternehmung

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1. Beschaffung und Logistik

Zusammenfassung
Die Internationalisierung von Liefer- und Absatzbeziehungen wird für die Unternehmen aufgrund des ständig steigenden Kosten- und Wettbewerbsdrucks immer wichtiger. Empirisch lässt sich ein Wachstum des Auslandsanteils am Konzernumsatz einer Auswahl der größten deutschen Industriekonzerne beobachten. In einer Studie bei 778 europäischen und nordamerikanischen Großunternehmen berichtete über die Hälfte der befragten Unternehmen über eine geplante deutliche Erweiterung der Auslandsaktivitäten in den nächsten Jahren. Die intensiven internationalen Beschaffungs-, Produktions- und Vertriebsaktivitäten dokumentieren sich in einem überdurchschnittlich ansteigenden grenzüberschreitenden Verkehrsaufkommen. Von 1990 bis 1995 wuchs das Transportvolumen von und nach Deutschland mit einer durchschnittlichen Wachstumsrate von 6,9% pro Jahr doppelt so schnell wie der nationale Fernverkehr und erreichte 1995 mit einem Volumen von 654 Mio. Tonnen erstmals knapp das Niveau des Binnenfernverkehrs.1
Richard Vahrenkamp

2. Produktion

Zusammenfassung
Im Kontext der Analyse internationaler Unternehmenstätigkeit nimmt die Produktion innerhalb der betrieblichen Teilfunktionen eine markante Rolle ein. Die Internationalisierung von Unternehmen wird weithin in erster Linie mit der Internationalisierung ihrer Produktionstätigkeit assoziiert. Dies hat verschiedene Ursachen. Erstens wird in den volkswirtschaftlichen Theorien der internationalen Direktinvestition, die eine wichtige Grundlage für betriebswirtschaftliche Theorien der internationalen Unternehmenstätigkeit bilden, fast ausschließlich der Produktionsbereich betrachtet. Insofern bildet die Analyse internationaler produktionsbezogener Wettbewerbsvorteile sowie der internationalen Produktion einen bedeutenden Ausgangspunkt der Entwicklung des Internationalen Managements als betriebswirtschaftlicher Teildisziplin. Die Internationalisierung von Unternehmen wird primär als die Internationalisierung ihrer Produktionstätigkeit konzeptionalisiert.1
Martin Hemmert

3. Marketing

Zusammenfassung
Das Marketing einer Unternehmung kann nach Kotle 1 charakterisiert werden als Planung, Realisierung und Kontrolle von Programmen, mit deren Hilfe gewünschte Austauschprozesse mit ausgewählten Märkten geschaffen, aufgebaut und aufrechterhalten werden sollen, um die verfolgten betrieblichen Ziele zu verwirklichen. Marketing im Sinne dieses Transaktionsansatzes ist allgemein gültig (im Prinzip sowohl für Absatz-als auch für Beschaffungsmärkte gültig), ziel- und entscheidungsorientiert und umfassend bezüglich der Erfassung von Austauschprozessen (von Güter gegen Entgelt über Güter gegen Güter bis hin zu Informationen gegen Entgelt). Ein internationales Marketing liegt vor, wenn neben dem inländischen Markt auch mindestens ein ausländischer Markt bearbeitet wird.
Ralph Berndt, Adrienne Cansier

Finanzwirtschaftliche Aspekte der internationalen Unternehmung

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1. Finanzierung

Zusammenfassung
Im Zeichen der zunehmenden Globalisierung gewinnt die Internationalisierung von Unternehmen immer mehr an Bedeutung. Multinationale Unternehmen unterscheiden sich in vielen Aspekten grundlegend von nationalen Unternehmen. Aus der simultanen Tätigkeit in verschiedenen Hoheitsgebieten mit unterschiedlichen Währungen, Wirtschaftsund Rechtordnungen resultieren wesentliche Unterschiede im Umfeld multinationaler Unternehmen im Vergleich zu rein nationalen. Wie in diesem Abschnitt gezeigt wird, eröffnen sich multinationalen Unternehmen einerseits besondere Chancen, andererseits unterliegen sie aber auch größeren Risiken. Dieser Umstand kann sich direkt oder indirekt auf Finanzierungsentscheidungen auswirken.
Wolfgang Breuer, Marc Gürtler, Frank Schuhmacher

2. Investition

Zusammenfassung
Nachdem im ersten Abschnitt des Kapitels IV. Fragen grenzüberschreitender Mittelbeschaffung diskutiert worden sind, ist nunmehr auf die Besonderheiten der Mittelverwendung im Rahmen investiver Maßnahmen durch international tätige Unternehmen einzugehen. Gegenstand der Investitionstheorie ist generell die Untersuchung der Frage nach den Determinanten optimaler unternehmerischer Investitionsprogrammentscheidungen. Investitionsprogramme bestehen ihrerseits aus einzelnen Investitionsprojekten. Typischerweise verlangt die Durchführung eines bestimmten Investitionsprojekts in früheren Perioden (Anfangs-) Auszahlungen, denen in späteren Perioden positive Einzahlungsüberschüsse als Rückflüsse folgen sollten. Ferner grenzt man Finanz- und Realinvestitionen voneinander ab. Im ersteren Fall geht es um die Anlage von Mitteln auf dem Kapitalmarkt, im letzteren um den Erwerb von (physischen) Produktionsfaktoren, also insbesondere Grundstücken, Gebäuden und Maschinen, zum Zweck der Gütererstellung. Im Vordergrund investitionstheoretischer Betrachtungen stehen Realinvestitionen.
Wolfgang Breuer, Marc Gürtler, Frank Schuhmacher

3. Risikomanagement

Zusammenfassung
Das Risikomanagement eines Unternehmens umfasst die zielgerichtete Gestaltung unternehmerischer Zahlungsströme und stellt somit eine der zentralen Aufgaben der Entscheidungsträger eines Unternehmens dar. Gemäß den Erörterungen des vorangegangenen Abschnitts IV.2 sind unternehmerische Entscheidungen für den Fall sicherer zukünftiger Zahlungskonsequenzen derart zu treffen, dass der Netto-Kapitalwert der unternehmerischen Zahlungsströme maximal ist. Realiter liegen zukünftige Umweltsituationen jedoch nicht mit Sicherheit fest, womit auch unternehmerische Zahlungsströme mit Unsicherheit behaftet sind und ausschließlich eine Wahrscheinlichkeitsverteilung zukünftiger Zahlungskonsequenzen geschätzt werden kann.
Wolfgang Breuer, Marc Gürtler, Frank Schuhmacher

4. Rechnungslegung

Zusammenfassung
Mit dem Börsengang von Daimler-Benz an der New Yorker Stock Exchange 1993 erwachte in Deutschland das Interesse für andere Bilanzierungswelten. Bis dahin schienen die HGB-Vorschriften zur Rechnungslegung, ergänzt um die GoB und rechtsformspezifische Regelungen in den Einzelgesetzen (AktG, GmbHG, GenG), den Rahmen der gesetzlich vorgeschriebenen Unternehmensberichterstattung zu bilden.1 Seit der Einfuhrung des Bilanzrichtlinien-Gesetzes 1985 (BGBl I S. 2355) bis Ende der 90er Jahre lieferten auch keine nennenswerten Änderungen bilanzierungsrelevanter Rechtsvorschriften Diskussionsstoff für betriebswirtschaftliche oder juristische Auseinandersetzungen im Bereich der handelsrechtlichen Rechnungslegung. KonTraG, KapAEG, Kap-CoRiLiG und TransPuG führten einige Elemente der internationalen Rechnungslegung in deutsches Recht ein.
Reinhard Heyd

5. Steuerlehre

Zusammenfassung
Mit Besteuerung werden die Vorgänge bezeichnet, die aus dem Tatbestand der Erhebung von Steuern resultieren. Zu nennen sind hier in erster Linie die Steuerzahlungen, das sind alle Ein- und Auszahlungen, die durch das Steuerrecht bedingt sind (Steuern und steuerliche Nebenleistungen, wie zum Beispiel Zinsen, Säumniszuschläge oder Zwangsgelder). Erfasst werden daneben aber auch alle Arbeitsleistungen, die der Steuerpflichtige im Zusammenhang mit seiner Erfüllung der Besteuerungsansprüche zu erbringen hat („Tax Compliance“). Beispiele sind die Pflicht zur Erstellung von Steuererklärungen oder die erst im Rahmen des Gesetzes zum Abbau von Steuervergünstigungen eingeführten Aufzeichnungspflichten im Zusammenhang mit der Dokumentation der verrechneten Entgelte für konzerninterne Lieferungen und Leistungen (§§ 90 Abs. 3; 162 Abs. 3, 4 AO; 22 EGAO). Diese Arbeitsleistungen lassen sich in aller Regel nur mit großem Aufwand erfassen und bewerten, so dass ihr Einfluss auf die Entscheidungen des Unternehmens gewöhnlich nicht im Einzelnen untersucht wird. Gleichwohl bleiben in der betrieblichen Praxis die lokal verschiedenen Anforderungen oder das Klima in Betriebsprüfungen bei den Entscheidungen der Unternehmen nicht ohne Bedeutung.
Andreas Oestreicher

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