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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

1. Fragestellung

Arbeitslosigkeit ist ein ökonomisches und soziales Problem, das in Deutschland spätestens seit Ende der 1970er Jahre nicht mehr als Einzelschicksal betrachtet werden kann. Ihren vorläufigen Höhepunkt erreichte die Erwerbslosenquote im Jahr 2005, in dem mit knapp fünf Millionen (13,0 %) der Erwerbsbevölkerung ohne Arbeit waren.

Alexandra Nonnenmacher

2. Theoretische Grundlagen, Forschungsstand und Hypothesen

Eine Norm soll in Anlehnung an Friedrichs (1999: 270) als eine Verhaltensvorschrift definiert werden, die mit einer positiven oder negativen Sanktion verbunden ist. Eine Norm ist eine soziale Norm in dem Ausmaβ, in dem die betreffende Verhaltensvorschrift von den Mitgliedern einer Gesellschaft als verbindlich erachtet wird (Elster 1989b: 99). Normen geben vor, welche Verhaltensweisen in einer gegebenen Situation erwartet werden bzw. unterlassen werden sollen. Sie gründen auf Werte, deren unspezifischen Inhalt sie in konkreten Handlungsanweisungen zum Ausdruck bringen (vgl. Meulemann 2006: 196), und schaffen Erwartungen, wie sich der Einzelne verhalten sollte. Werte ihrerseits können mit Kluckhohn (1951: 395) als Vorstellungen des Wünschbaren (conception of the desirable; Übersetzung von Meulemann 2006: 197) definiert werden.

Alexandra Nonnenmacher

3. Stichprobenziehung, Datenerhebung und Beschreibung der Stichprobe

Um die formulierten Hypothesen zu prüfen, wurde eine postalische Befragung in Köln durchgeführt. Die Stichprobenziehung wurde aus mehreren Gründen auf Männer mit deutscher Staatsangehörigkeit im Alter von 18 bis 65 Jahren beschränkt: Erstens wird ein Zusammenhang zwischen den normativen Einstellungen zur Erwerbsarbeit und dem Arbeitsmarktverhalten postuliert. Da Frauen häufiger als Männer nicht oder nicht kontinuierlich erwerbstätig sind und sie zudem gesellschaftlich anerkannte Alternativrollen besetzen können (vgl. Abschnitt 2.1.3), würden Fragen nach dem Arbeitsmarktverhalten möglicherweise nur von einem Teil der Frauen beantwortet, was zu einer Verkleinerung der Stichprobe führen würde. Aus demselben Grund wurde die Stichprobe zweitens auf Personen im erwerbsfähigen Alter von 18 bis 65 Jahren begrenzt. Drittens sollte mit der Beschränkung auf Personen mit deutscher Staatsangehörigkeit vermieden werden, dass der Fragebogen aufgrund von Sprachproblemen nicht, unvollständig oder falsch ausgefüllt wird.

Alexandra Nonnenmacher

4. Methodische Anmerkungen

Die Beschreibung der Stichprobenstruktur hat deutlich gemacht, dass die vorliegende Stichprobe nicht aus voneinander unabhängigen Individuen besteht. Die Daten weisen eine hierarchische Struktur auf, innerhalb derer ein Stadtteil mehrere Stadtviertel und ein Viertel mehrere Individuen beinhaltet. Mit den formulierten Hypothesen muss angenommen werden, dass sich die Bewohner eines Gebiets aufgrund der Einflüsse der Arbeitslosenquote und der verfügbaren Rollenvorbilder hinsichtlich ihrer normativen Einstellungen und ihres Arbeitsmarkterfolgs ähnlicher sind als die Bewohner verschiedener Gebiete, also eine Abhängigkeit individueller Merkmale vom Gebiet besteht.

Alexandra Nonnenmacher

5. Operationalisierung der Variablen

Die folgenden Abschnitte beschreiben die Operationalisierung der zentralen unabhängigen und der abhängigen Variablen: auf der Ebene der Stadtviertel die Arbeitslosenquote und die Verfügbarkeit positiver und negativer Rollenvorbilder, auf der Individualebene Gültigkeit und Geltungsbereich der Erwerbsarbeitsnorm.

Alexandra Nonnenmacher

6. Auswertung

Die folgende Auswertung teilt sich in die zwei Blöcke, die schon bei der Formulierung der Hypothesen angesprochen wurden. Kapitel 6.1 beinhaltet die Überprüfung des Wohngebietseinflusses auf die normativen Einstellungen zur Erwerbsarbeit. Im theoretischen Kausalmodell wurde deutlich, dass dieser Kontexteffekt in mehreren Schritten modelliert werden muss. Das Grundgerüst wurde in den Hypothesen 1 bis 6 beschrieben: Die Arbeitslosenquote im Wohngebiet sollte mit dem Verhältnis positiver und negativer Rollenvorbilder im Gebiet oder im lokalen sozialen Netzwerk korrelieren. Die Vorbilder sollten sich wiederum auf die normativen Einstellungen zur Erwerbsarbeit auswirken. In den Abschnitten 6.1.1 bis 6.1.5 werden zunächst die Ergebnisse bivariater Analysen dargestellt. In Kapitel 6.1.6 werden die Ergebnisse der zusammenfassenden multivariaten Analysen beschrieben. In Abschnitt 6.1.7 werden die Ergebnisse der besseren Übersichtlichkeit halber in einem Zwischenfazit zusammengefasst.

Alexandra Nonnenmacher

7. Zusammenfassung und Diskussion

Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die individuelle Betroffenheit von Arbeitslosigkeit zu erklären. Hierbei stehen zwei Fragen im Vordergrund: Erstens, ob das Arbeitslosigkeitsrisiko von den normativen Einstellungen zur Erwerbsarbeit abhängig ist. Diese Frage gilt zwar in der öffentlichen Meinung als schon beantwortet – Arbeitslosen wird unterstellt, dass sie sich aufgrund mangelnden Interesses ihrer Verpflichtung zur Erwerbstätigkeit entziehen –, eine empirische Überprüfung stand aber bisher aus. Zweitens wurde gefragt, ob das Wohngebiet die normativen Einstellungen zur Erwerbsarbeit beeinflusst. Im Rahmen der US-amerikanischen „Urban Underclass“-Debatte wird eine solche Auswirkung der Wohnumgebung angenommen. Auch hier liegen aber weder für die USA noch für Europa empirische Ergebnisse vor.

Alexandra Nonnenmacher

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