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Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

I. Einleitung

Zusammenfassung
Absicht der vorliegenden Arbeit ist es, das Spannungsverhältnis zweier geistiger Strömungen, der Konservativen Revolution in der Weimarer Republik und der Neuen Rechten in der Bundesrepublik Deutschland, zu den Wertvorstellungen des demokratischen Verfassungsstaates darzustellen und damit Auskunft über das Wirken rechtsextremistischer Intellektueller im Sinne einer „Kulturrevolution von rechts“ zu geben. Einleitend soll hier zunächst die Bedeutung des Themas und die damit verbundene Frage- und Problemstellung erörtert sowie der Aufbau und die Struktur der Darstellung skizziert werden. Dem folgt die Definition der zentralen Arbeitsbegriffe der vorliegenden Beschreibung und Einschätzung, die um der Vermeidung von Kornmunikationsschwierigkeiten und dem Verständnis der getroffenen Aussagen willen nötig ist. Abschließend werden noch die thematischen Aspekte benannt, die in der vorliegenden Arbeit aufgrund der konkreten Fragestellung und gewählten Arbeitsbegriffe fehlen.
Armin Pfahl-Traughber

II. Intellektuelle und Politik: Die Strategie der Kulturrevolution

Zusammenfassung
Eine Gefahr für den Bestand eines demokratischen Verfassungsstaates kann nicht nur von außen- und innenpolitischen, sozial- und wirtschaftspolitischen Entwicklungen, sondern auch von einer gezielten intellektuellen Delegitimierung ausgehen. Gemeint ist damit eine ideologische Kritik, der es letztendlich darum geht die geistigen Grundlagen der Demokratie, des Konstitutionalismus und der Menschenrechte argumentativ und propagandistisch die Gültigkeit abzusprechen. Derartige Prozesse auf der Ebene politisch-kultureller Auseinandersetzungen gehen häufig grundlegenden politischen Veränderungen voraus und schaffen eine Art geistige Bahn für deren Entwicklung. Zwar entfaltet sich eine solche Agitation nicht unbedingt in der breiteren Öffentlichkeit und bleibt eher auf den Bereich von Intellektuellen und Wissenschaftlern begrenzt. Diese stellen allerdings gesellschaftliche Multiplikatoren dar und vermitteln meinungsbildend entsprechende Inhalte weiter. Als aufschlußreiche Beispiele für damit zusammenhängendes Agieren gegen die Wertvorstellungen des demokratischen Verfassungsstaates sollen anschließend Protagonisten, Positionen und Wirkungen zweier geistiger Strömungen näher beschrieben und analysiert werden: die Konservative Revolution in der Weimarer Republik und die Neue Rechte in der Bundesrepublik Deutschland.
Armin Pfahl-Traughber

III. Die Konservative Revolution in der Weimarer Republik

Zusammenfassung
Als erste geistige Strömung, die im Sinne der beschriebenen intellektuellen Delegitimierung eines demokratischen Verfassungsstaates wirkte, soll hier die Konservative Revolution in der Weimarer Republik näher beschrieben und eingeschätzt werden. Nach einleitenden Ausführungen zu definitiorischen Fragen, die die Jungkonservativen als deren eigentliche Vertreter ansehen, werden die wichtigsten Protagonisten dieser geistigen Strömung biographisch-politisch porträtiert und deren Positionen hinsichtlich demokratietheoretischer Aspekte dargestellt und interpretiert. Dem folgen Ausführungen zu deren wichtigsten Organisationen und Publikationsorganen sowie zum geistigen und politischen Verhältnis gegenüber dem Nationalsozialismus.
Armin Pfahl-Traughber

IV. Exkurs I: Intellektuelle als ideologische Sympathisanten und Wegbereiter des mussolinischen Faschismus

Zusammenfassung
Das Phänomen von Intellektuellen, die gegen die Wertvorstellungen eines demokratischen Verfassungsstaates agieren und damit ideologische Wegbereiter einer Diktatur wurden, ist keine spezifisch deutsche Erscheinung. Eine ähnliche Rolle übten im Italien der Zwischenkriegszeit insbesondere bedeutende soziologische Elitetheoretiker, aber auch Kulturphilosophen aus. Zwischen diesen und der Konservativen Revolution einerseits und der Neuen Rechten andererseits bestehen beachtenswerte Verbindungslinien: Protagonisten der erstgenannten geistigen Strömung wurden teilweise direkt von den gemeinten Intellektuellen beeinflußt, Vertreter der letztgenannten geistigen Strömung rezipierten deren Werke für ihre eigene politische Theoriebildung. Von daher bilden diese intellektuellen Sympathisanten und Wegbereiter des italienischen Faschismus einerseits eine Art parallele Erscheinungsform im Sinne des skizzierten Verständnisses von Konservativer Revolution, andererseits eine Art geistige Ergänzung und Zwischenstufe bei der Rezeption der Konservativen Revolution durch die Neue Rechte. Geistige Bezugsgrößen und Vorbilder für letztere sind nicht nur die Weimarer Jungkonservativen, sondern auch die im Folgenden porträtierten Intellektuellen.
Armin Pfahl-Traughber

V. Exkurs II: Die „Neue Rechte“ in Frankreich

Zusammenfassung
Nach 1945 waren Ideologie und Protagonisten der Konservativen Revolution aufgrund von deren geistiger Nähe zum Nationalsozialismus im öffentlichen wie wissenschaftlichen Meinungsbild diskreditiert. Allgemein bestand — offenbar selbst im Konservativismus der Bundesrepublik Deutschland — lange Zeit auch kein sonderliches Interesse an den einzelnen Protagonisten. Die Publikationen von Edgar Julius Jung und Arthur Moeller van den Bruck waren etwa jahrzehntelang nicht im Buchhandel erhältlich, von Oswald Spengler wurden nur die geschichts- („Der Untergang des Abendlandes“) und technikphilosophischen („Der Mensch und die Technik“) Werke nachgedruckt. Carl Schmitt verfügte über keine universitären Wirkungsmöglichkeiten mehr, konnte aber als zurückgezogener Privatier über persönliche Kontakte und eine umfangreiche Korrespondenz zahlreiche jüngere Journalisten und Wissenschaftler beeinflussen.1 Darüber hinaus waren die wichtigsten Veröffentlichungen Schmitts — mit Ausnahme der Arbeiten aus der Zeit zwischen 1933 und 1936 — ständig am Buchmarkt präsent. Der Staatsrechtler galt zwar als eine umstrittene, aber intellektuell faszinierende Person und wurde weiterhin affirmativ wie kritisch breit rezipiert. Innerhalb der Jurisprudenz schien Schmitt darüber hinaus — trotz seiner politischen Veröffentlichungen — auch wenig von seinem bisherigen Ruf als bedeutender Jurist verloren zu haben.2
Armin Pfahl-Traughber

VI. Die Neue Rechte in der Bundesrepublik Deutschland

Zusammenfassung
In der Bundesrepublik Deutschland wirkt als Akteur im Sinne der beschriebenen intellektuellen Delegitimierung des demokratischen Verfassungsstaates insbesondere die geistige Strömung der Neuen Rechten. Es handelt sich dabei um Intellektuelle, die von den zuvor beschriebenen und untersuchten Phänomenen, also der Konservativen Revolution in der Weimarer Republik, den intellektuellen Sympathisanten und Wegbereitern des italienischen Faschismus und der Nouvelle Droite in Frankreich, ideologisch und strategisch geprägt wurden. Nach einleitenden Ausführungen zu definitorischen Fragen sollen auch hier wichtige Protagonisten dieser geistigen Strömung biographisch-politisch porträtiert und deren Positionen hinsichtlich demokratietheoretischer Aspekte dargestellt und interpretiert werden. Dem folgen Ausführungen zu deren wichtigsten organisatorischen und publizistischen Foren der Neuen Rechten.
Armin Pfahl-Traughber

VII. Konservative Revolution und Neue Rechte — Ein Vergleich

Zusammenfassung
Nachdem die Protagonisten, Positionen, Publikationsorgane und Organisationen von Konservativer Revolution in der Weimarer Republik und Neuer Rechter in der Bundesrepublik Deutschalnd ausführlich dargestellt und eingeschätzt wurden, soll hier nun abschließend eine vergleichende Betrachtung beider geistiger Strömungen vorgenommen werden. Dabei geht es insbesondere um die Einschätzung der Bedeutung und des Gefahrenpotentials. Den Anhängern der Konservativen Revolution gelang es immerhin an der Delegitimation der Weimarer Republik und an deren Ablösung durch ein anderes politisches System erfolgreich mitzuwirken, wenngleich wohl nicht all ihren Protagonisten mit dem NS-Staat ein politischer Wunschtraum in Erfüllung ging. Die Betrachtung der Bedingungen und Gegebenheiten für ihr relativ erfolgreiches politisches Wirken vermittelt in der vergleichenden Betrachtung mit der Neuen Rechten aber Kriterien, die für die Einschätzung der Bedeutung des Wirkens extremistischer Intellektuellengruppen grundlegend sind. Es kann hier gefragt werden, was jeweils gegeben sein muß, um als geistige Strömung im beschriebenen Sinne relativ erfolgreich zu agieren. Daraus läßt sich zumindest in Ansätzen fern von Dramatisierung wie Verharmlosung ein Maßstab für differenzierte Einschätzung des von einer derartigen Intellektuellengruppe ausgehenden Gefahrenpotentials entwickeln.
Armin Pfahl-Traughber

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