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Über dieses Buch

Die ökonomische Analyse und die wettbewerbspolitische Beurteilung von Kooperation und Fusion werden kontrovers diskutiert. In dieser Diskussion stellt die EU Kommission mit dem „More Economic Approach“ hohe Anforderungen an eine differenzierte Wettbewerbsanalyse. Jedoch fehlen robuste ökonomische Modelle zur Analyse der Marktwirkungen vertikaler und horizontaler Kooperationskonstellationen im Vergleich zur Fusion.
Am Beispiel der Konsumgüterindustrie vergleicht diese Arbeit die Marktwirkungen von Kooperations- und Fusionskonstellationen und vertritt dabei einen ökonomischen Untersuchungsansatz, der struktur- und verhaltensorientierte Kriterien abwägt. Vor dem Hintergrund der Modellergebnisse werden Entscheidungen der EU Kommission und der US Federal Trade Commission kritisch diskutiert.
Dieses Buch wendet sich an Wirtschaftswissenschaftler und Juristen in privaten und öffentlichen Institutionen, die sich mit der Analyse und Bewertung der Wettbewerbswirkungen von Kooperation und Fusion beschäftigen, ebenso wie an Dozenten und Studierende der Wirtschaftswissenschaften mit den Schwerpunkten Industrieökonomik, Wettbewerbspolitik sowie Corporate Development.

Inhaltsverzeichnis

Frontmatter

Kapitel 1. Forschungsfragen und Untersuchungsaufbau

Die vorliegende Arbeit zur Analyse der Auswirkungen von Kooperation gegenüber Fusion auf Industriestruktur und Wettbewerb befasst sich mit einem ebenso bekannten wie kontroversen Thema im Grenzgebiet von Industrieökonomik, Wettbewerbspolitik und Unternehmensstrategie. Die Diskussion um die Wettbewerbswirkungen kooperativer Transaktionsformen besitzt aufgrund der Vielfalt an Kooperationskonstellationen und ihrer durch die Unternehmensgröße weitreichenden wirtschaftlichen Bedeutung in häufig bereits konzentrierten Märkten eine hohe Aktualität und Relevanz für Unternehmen, Wettbewerbsbehörden und Wissenschaft. Die kontroverse Diskussion im aktuellen Reformprozess der europäischen Wettbewerbspolitik um die Bewertung dieser Transaktionsformen entsprechend dem «More Effects-based Economic Approach» demonstriert dies deutlich.
Jan-Philipp Büchler

Kapitel 2. Kooperation und Fusion als Wettbewerbsstrategien

Die Kooperation zwischen Unternehmen wird von Porter (1985) als eine Option zur Verbesserung der Wettbewerbsposition in einer Industrie beschrieben und damit in den Kontext von Wettbewerbsstrategien auf Unternehmensebene eingeordnet. Dabei existieren in Abhängigkeit der wettbewerbsstrategischen Zielsetzung unterschiedliche Kooperationskonstellationen in Bezug auf die strukturelle Ausgestaltung und rechtliche Form.
Jan-Philipp Büchler

Kapitel 3. Wirkungen vertikaler Kooperation versus Fusion

In diesem Kapitel werden vertikale Kooperation und Fusion spieltheoretisch analysiert und vergleichend einander gegenübergestellt. Die industrieökonomische Forschung hat sich in der Vergangenheit intensiv auf die Analyse von vertikaler Fusion konzentriert. Dies war zunächst durch die empirische Relevanz von Fusion gegenüber Kooperation und nicht zuletzt durch die kontroverse wettbewerbspolitische Beurteilung unterschiedlicher Denkschulen bedingt.
Jan-Philipp Büchler

Kapitel 4. Wirkungen horizontaler Kooperation versus Fusion

Die Auswirkungen horizontaler Kooperation und Fusion auf die Industriestruktur und das Wettbewerbsverhalten sind im Gegensatz zu vertikalen Unternehmensverbindungen von den industrieökonomischen Denkschulen einheitlicher beurteilt worden. Ein besonderer Schwerpunkt der industrieökonomischen Analyse liegt auf den Wirkungen von horizontaler Kooperation und Fusion zur Verhinderung von Markteintritten. Die zugrunde liegenden Modelle lassen sich in Anlehnung an Wilson (1992, S. 306) entsprechend des zugrunde liegenden Wirkungsmechanismus im Wesentlichen in Erklärungsansätze durch «Commitment» oder «Reputation» differenzieren.
Jan-Philipp Büchler

Kapitel 5. Wettbewerbspolitische Würdigung

Die theoretischen Ergebnisse in der industrieökonomischen Analyse von Kooperation und Fusion zeigen eine deutliche Sensitivität in Bezug auf die Ausgestaltung und Argumentation der zugrunde gelegten Modellannahmen bzw. unterstellten Verhaltensweisen. Die argumentative Differenzierung der Annahmen erlaubt somit eine kontextspezifische und einzelfallbezogene Analyse der Wettbewerbswirkungen von Kooperation und Fusion. Die zuvor generierten ökonomischen Erkenntnisse werden vor dem Hintergrund der kontroversen Diskussion um den laufenden Modernisierungsprozess der europäischen Wettbewerbspolitik und des Richtungsstreits um das wettbewerbspolitische Paradigma kritisch erörtert.
Jan-Philipp Büchler

Kapitel 6. Ausblick

Den Fortschritt in der industrieökonomischen Analyse und dessen Einfluss auf die wettbewerbspolitische Beurteilung der Wirkungen von Kooperation und Fusion fasst ROSS (2004, S. 253) treffend zusammen: «It has been through careful economic modelling that we have gained a better understanding of whether a given action or structure is good or bad for wealth creation and efficiency. Economic modeling has replaced evaluation based upon intuition, suspicion, and ideology». Die modellgestützte spieltheoretische Analyse, die unterschiedliche Verhaltensannahmen zulässt, macht dabei deutlich, dass außerhalb eines Kernbereichs von «Hard Core Praktiken» viele Verhaltensweisen in ihrer Auswirkung auf den Wettbewerb und die Wohlfahrt ambivalent sind und daher eine detaillierte Untersuchung erfordern. Die notwendige Differenzierung ist dabei durch die Wirtschaftswissenschaft zu erschließen.
Jan-Philipp Büchler

Backmatter

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