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05.07.2022 | Kryptowährungen | Kolumne | Online-Artikel

Risiken der Kryptomärkte nicht unterschätzen

verfasst von: Maximilian Schmidt

3 Min. Lesedauer
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Nach dem massiven Absturz des Terra USD stießen Anleger, die den Stablecoin zuvor in großen Mengen eingekauft hatten, ihre Bestände wieder ab. In einer Kettenreaktion wirbelte das den gesamten Kryptomarkt durcheinander. Was Anleger daraus lernen können.

Vor allem auf den Bitcoin-Wert hatte der Terra-Kursrutsch im Mai große Auswirkungen. Alles begann mit Gerüchten über die Terra-Blockchain und deren Luna-Token. Darin wurde gemutmaßt, dass sich bestimmte amerikanische Hedgefonds durch OTC-Deals, also außerbörslichem Handel, mit einer großen Anzahl an Terra USD (UST) eingedeckt hatten - wohl um an diesem Ökosystem stärker teilzuhaben. Kurze Zeit später wurde der Stablecoin allerdings wieder in großem Stil verkauft. 

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Understand Volatility of Algorithmic Stablecoin: Modeling, Verification and Empirical Analysis

An algorithmic stablecoin is a type of cryptocurrency managed by algorithms (i.e., smart contracts) to dynamically minimize the volatility of its price relative to a specific form of asset, e.g., US dollar. As algorithmic stablecoins have been growing rapidly in recent years, they become much more volatile than expected. In this paper, we took a deep dive into the core of algorithmic stablecoins and shared our answer to two fundamental research questions.

Der Algorithmus, auf den Terra setzt, verbindet den Luna-Coin mit dem US-Dollar, um den Preis des UST auf exakt einem US-Dollar zu halten. Als dann große Mengen UST auf den Markt kamen, sollte ein Plus an Luna-Token den Preis wieder ausgleichen. So kam es zur Kettenreaktion: Viele Anleger haben im Zuge des Kursrutsches ihre Terra-Coins abgestoßen, was die Entwicklung zusätzlich vorantrieb. Schließlich stürzten sowohl der Stablecoin als auch der Luna-Token ab. Der Versuch der Terra-Foundation, den UST mit ihren Bitcoin-Reserven zu retten, führte zu einer Flut von Bitcoins (BTC) auf den Märkten. Das zog in der Folge auch den BTC- und damit alle anderen Kryptomärkte nach unten.

Nachteile algorithmischer Stablecoins

Beim Terra USD handelt es sich um einen sogenannten algorithmischen Stablecoin. Diese wird auf einem US-Dollar gehalten, in dem Luna-Coins entweder gedruckt oder verbrannt werden. Das soll einen stabilen Markt gewährleisten. Dies funktioniert zwar temporär, bei großen Marktbewegungen kann die Entwicklung in einer Hyperinflation enden. 

Ein Stablecoin wie Tether (USDT) ist hingegen durch Kapital im Hintergrund gedeckt, das für mehr Sicherheit sorgt. Denn für jeden existierenden per Mining erzeugten Coin gibt es einen echten Dollar auf einem Bankkonto. Ob das wirklich so ist, muss natürlich regelmäßig nachgeprüft werden. Kommt es bei solchen gedeckten Stablecoins zu einem Kursrutsch, könnte das in der Theorie auch große Marktbewegungen abfedern. Eine weitere Absicherung bieten sogenannte Security-Token-Offerings, kurz STOs, da sie eine Deckung durch reale Sachwerte wie zum Beispiel Immobilien haben. In der Praxis verwandeln Unternehmen ihre Anteile in digitale Token und bieten diese zum Verkauf an.  

Auf Unterschiede der Stablecoins achten

Der aktuelle Einsturz auf dem Kryptomarkt hat vielen Anlegern allerdings eine Menge ihres Kapital gekostet - darunter neben Unternehmen vor allem vermögende Privatanleger, die in Kryptowährungen investieren. Diese sehen in der Kapitalanlage gute Chancen auf hohe Geldzuwächse in der Zukunft. Ihnen sollten die Verluste eine Warnung sein, und vor dem Investment gut zu recherchieren. Denn obwohl die Terra-Blockchain abgeschaltet wurde, konnte sich der UST nicht erholen. 

Investoren sollten also den Unterschied zwischen backed und algorithmischen Stablecoins kennen, und künftig bei öffentlichen Algorithmen wie dem Terra große Vorsicht walten lassen. Auch die Tatsache, dass eine Blockchain einfach abgeschaltet werden kann, dürfte als rote Flagge für Anleger zu werten sein. 

Fazit: Der Kurssturz von Terra und der damit einhergehende Umschwung auf dem Kryptomarkt hat hoffentlich zufolge, dass sich Anleger vor einer Investition künftig besser informieren. Ein Stablecoin sollte immer eine reale Deckung haben. Asset-Backed, FIAT-backed und andere Ansätze sind in solchen Fällen sinnvoll. Langfristig wird sich der Markt von dem Einbruch wieder erholen. Doch ein erneuter Absturz ist für die Zukunft ganz sicher nicht ausgeschlossen. Es wird immer Risiken geben. Dem sollte man sich als Anleger bewusst sein.

Podcast zum Thema

Im Springer Professional Podcast "Geldtipp – Pferdchen trifft Fuchs" sprechen Stefanie Burgmaier und Ralf Vielhaber in Folge drei über Chancen und Risiken von Kryptowährungen. 

Alle Podcast-Folgen finden Sie hier. 


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Quelle:
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Quelle:
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